Sprache auswählen

Mit dem Abbau von Kobalterzen konnte sich ein weiterer Produktionszweig des Bergbaus bilden. Die erzgebirgische Blaufarbenproduktion dominierte lange Zeit ganz Europa. Das jüngste der ehemals fünf Blaufarbenwerke befindet sich noch heute in Zschorlau, wo es 1650 von Erasmus Schindler gegründet wurde. Der erhaltene originale Denkmalbestand repräsentiert den hier als eigenes Gemeinwesen gegründeten Hüttenstandort mit Produktionsgebäuden, Funktionsgebäuden und Wohnhäusern. Das Herrenhaus und das Magazin sind zwei der charakteristischsten und ältesten Blaufarbenwerksgebäude Sachsens.

  • Hauptelemente
  • Interaktive Karte
  • Blaufarbenwerk Schindlers Werk

    Mit dem Abbau von Kobalterzen konnte sich ein weiterer Produktionszweig des Bergbaus bilden. Die erzgebirgische Blaufarbenproduktion dominierte lange Zeit ganz Europa. Das jüngste der ehemals fünf Blaufarbenwerke befindet sich noch heute in Zschorlau, wo es 1650 von Erasmus Schindler gegründet wurde. Der erhaltene originale Denkmalbestand repräsentiert den hier als eigenes Gemeinwesen gegründeten Hüttenstandort mit Produktionsgebäuden, Funktionsgebäuden und Wohnhäusern. Das Herrenhaus und das Magazin sind zwei der charakteristischsten und ältesten Blaufarbenwerksgebäude Sachsens.

    • Schlämmerei

      Die Errichtung der Entwässerung und Schlämmerei datiert in die Periode der Ultramarinproduktion des Schindlers Werk in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude wurde als zweigeschossiger Putzbau mit Drempelgeschoss errichtet und weist insgesamt 14 Fensterachsen auf. Die Fassade wird durch Gurtbänder und -Gesimse sowie einem Mittelrisalit mit einfacher Putzquaderung gegliedert. Das flach geneigte Satteldach ist unter Schweizerstil-Einflüssen ausgeführt. Das Gebäude wird zu Produktionszwecken genutzt.

    • Nassmühle und ehemaliges Maschinenhaus

      Das sich in mehrere Funktionsbereiche beziehungsweise Fabrikteile untergliedernde Gebäude entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und umschließt zusammen mit dem Magazin und dem Labor einen zweiten, östlich liegenden Fabrikhof. Von West nach Ost unterteilt sich das Gebäude in den Bereich der Aborte, der Nassmühle, des Maschinen- bzw. des Wasserhauses, der Böttcherei, dem Sägewerk und der Kistenmacherei. Im Bereich des ehemaligen Sägewerks sind talseitig das Kesselhaus und die Einhausung des Sägegatters angegliedert. Die Gebäudeteile sind als Putzbauten ausgeführt und weisen im Erdgeschoss charakteristische Rundbogenfenster auf. Im Inneren des Gebäudes, insbesondere im Wasserhaus sind gusseiserne Säulen als tragende Elemente vorhanden. Von der Kistenmacherei existieren nur noch die Außenwände. Vor allem der westliche Gebäudeteil wird noch zu Produktionszwecken genutzt.

    • Mechanische Werkstatt

      Die Mechanische Werkstatt bildet den Abschluss des westlichen Fabrikflügels und schließt sich giebelseitig an die Trockenmühle und Fasspackerei an. Das Gebäude diente zusätzlich als Kohlenlager und wurde nach 1910 errichtet.

    • Große Hütte 1 und 2

      Die Große Hütte 1 und 2 bildet den Abschluss des südlichen Fabrikflügels und schließen sich direkt an das Herrenhaus an. Die eingeschossigen Hallen besitzen Satteldächer mit hölzernen Dachstühlen. Im Inneren der Hüttengebäude sind die Reihenöfen samt Schamott-Tiegeln zum Brennen des Ultramarinblaus erhalten. Weiterhin schließt sich westlich an die Hüttengebäude das Ofenhaus an.

    • Laborgebäude

      Das Labor begrenzt die östliche Hofseite und befindet sich zwischen dem Magazin und der Nassmühle. Der bauliche Kern des Gebäudes stammt aus dem 17. Jahrhundert und fungierte anfangs vermutlich als Torhaus. Das Gebäude ist ein zweigeschossiger Massivbau mit enormen Wandstärken und tief ansetzenden Kreuzgratgewölben in der ehemaligen Durchfahrt sowie dem Nebenraum. Ungewöhnlich ist, dass sich im Obergeschoss über der ehemaligen Hofeinfahrt ebenfalls Kreuzgratgewölbe befinden. Das Gebäude dient aktuell als Betriebslabor.

    • Herrenhaus

      Das Herrenhaus ist das zentrale Gebäude des Schindlers Werk und entstand vermutlich schon kurz nach dessen Gründung Ende des 17. bzw. Anfang des 18. Jahrhunderts. Das Gebäude besitzt zwei Geschosse, wobei das obere Geschoss ursprünglich in Fachwerkbauweise ausgeführt war. Nach einem Brand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dieses jedoch als Putzbau wiederhergestellt. Auf die gleiche Zeit geht auch das heutige Erscheinungsbild des Dachreiters beziehungsweise des Glockenturms auf dem Dach des Herrenhauses zurück, der vor dem Brand eine Zwiebelhaube besaß. Im Erdgeschoss sind noch die Kreuzgratgewölbe ohne Gurtbänder aus der Entstehungszeit des Gebäudes erhalten. Die bauzeitlichen Eisentüren mit schlichten Bändern, Beschlägen und Schlössern sind ebenfalls noch vorhanden. Gegenwärtig wird das Objekt als Verwaltungsgebäude genutzt.

    • Schachtelhaus

      Das so genannte Schachtelhaus befindet sich südlich des Magazins. Der dreigeschossige Putzbau mit Satteldach entstand vermutlich um 1900. Die Fenstergewände sind aufgeputzt und die Fassade durch Gurtbänder und Gurtgesimse gegliedert. Das Gebäude diente als Wohnhaus.

    • Trockenmühle und Fasspackerei

      Die Trockenmühle und Fasspackerei wurde vor 1910 errichtet und schließt sich direkt  an die Blaumühle an. Das Gebäude ist ein dreigeschossiger, traufständiger Putzbau mit einem flach geneigten Satteldach. Die Fassadengliederung erfolgt durch Gurtgesimse und aufgeputzte, gequaderte Fensterumrandungen. Die beiden Gebäudeeinfahrten sind später errichtet worden. Das Gebäude wird zu Produktionszwecken genutzt.

    • Packerei, Bäderei und Versand

      Das Gebäude schließt sich östlich an das Herrenhaus an und wurde als zweigeschossiger Bau über einem T-förmigen Grundriss errichtet. Im hofseitigen Gebäudeteil befanden sich ursprünglich die Packerei und die Bäder. Der Versand war hingegen im hinteren Querbau lokalisiert. Das Gebäude wird heute von der Schindlerswerk GmbH & Co. KG. genutzt.

    • Oktogonaler Schornstein

      Der Schornstein befindet sich auf dem östlichen Fabrikareal und gehört technisch zum Kesselhaus. Über dem quadratischen Sockel weist er einen sich verjüngenden, oktogonalen Querschnitt auf. Eine spätere Erhöhung besitzt hingegen einen runden Querschnitt. Der Schornstein befindet sich zurzeit nicht in Nutzung.

    • Runder Schornstein

      Der Schornstein befindet sich westlich der Hüttengebäude und ist im Sockelbereich in das Ofenhaus integriert. Über dem quadratischen Sockel weist der Schornstein einen sich verjüngenden, runden Querschnitt auf. Der Schornstein befindet sich zurzeit nicht in Nutzung.

    • Kutscherwohnhaus

      Das Kutscherwohnhaus liegt auf dem westlichen Geländeteil direkt gegenüber dem „Langen Haus“. Das Erdgeschoss ist aus Ziegeln aufgemauert, während das Obergeschoss in Fachwerkbauweise erstellt wurde. Der westliche Gebäudeteil ist über beide Geschosse mit Holzbrettern verblendet. Das Gebäude wird aktuell nicht genutzt.

    • Direktorenvilla

      Die Direktoren bzw. Fabrikanten-Villa wurde als eingeschossiger, gelber Klinkerbau auf einem unregelmäßigen Grundriss Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Im östlichen Gebäudeteil ist die originale hölzerner Veranda erhalten, welche noch eine ursprüngliche Verglasung besitzt.

    • Schwarzes Casino

      Das Schwarze Casino wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und diente ursprünglich als Gaststätte. Später erfolgte die Umnutzung zur Kantine des Blaufarbenwerks. Aus dieser Zeit stammen auch die Anbauten des Gebäudes. Der zweigeschossige Putzbau weist einfache Schweizerstil-Motive und einen verbretterten Drempelbereich auf. Die Frontansicht wird durch den flachen Mittelrisalit mit tief eingezogenem Eingangsbereich bestimmt.