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Die Region um Ehrenfriedersdorf ist eine der ältesten mittelalterlichen Zinnerz-Bergbaugebiete Deutschlands. Bereits Anfang des 13. Jahrhunderts begannen Bergleute hier mit dem Abbau von Zinnerzen. Vermutlich bereits im 14. Jahrhundert wurde für die Aufschlagwasserzuführung der verschiedenen Bergbauanlagen der Röhrgraben angelegt. Mit der Entwicklung einer neuen Wasserhebetechnik, dem „Ehrenfriedersdorfer Kunstgezeug“, konnte der zeitweilig ruhende Bergbau im 16. Jahrhundert wieder aufgenommen werden. Das patentierte Verfahren verbreitete sich nachfolgend im gesamten Bergbau. Zahlreiche Tagesanlagen aus dieser zweiten Blütezeit sind erhalten, darunter der Sauberger Haupt- und Richtschacht, die Ruinen der Morgenröther Scheidebank, das Kulturhaus und die Strossenbaue auf dem Sauberg.

  • Hauptelemente
  • Interaktive Karte
  • Sauberger Haupt- und Richtschacht

    Zahlreiche Sachzeugen aus diesen Bergbauperioden sind erhalten, wie z. B. die Anlagen des Sauberger Haupt- und Richtschachtes mit seinen Halden, die Ruinen der Morgenröther Scheidebank, das Kulturhaus und die alten Strossenbaue, die 1985 nach einem Tagesbruch sichtbar wurden. Der Sauberger Haupt- und Richtschacht wird heute als Besucherbergwerk Ehrenfriedersdorf museal genutzt.

    • Schachthaus Sauberger Haupt- und Richtschacht

      Zentrales Gebäude der Sachgesamtheit Sauberger Haupt- und Richtschacht ist das Schachthaus. Das dreigeschossige Gebäude wurde im Zuge der Abteufung des Haupt- und Richtschachtes 1855 errichtet und mehrmals umgebaut. Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss bestehen aus verputztem Ziegelmauerwerk. Das zweite Obergeschoss sowie die Giebel sind in Fachwerkbauweise errichtet und zum Teil ausgefacht. Das Fachwerk wurde später mit Holz verschalt. Diese Verschalung ist heute mit Kunstschiefern beschlagen. Das Satteldach des Gebäudes wurde 1964/65 um eine Fördergerüstumhausung erweitert. Das ursprüngliche Fördergerüst wurde durch ein moderneres Gerüst ersetzt, welches 1966 in Betrieb genommen wurde.

    • Halde Sauberger Haupt- und Richtschacht

      Das Haldengelände befindet sich südlich der Strossenbaue und repräsentiert nur einen kleinen Bereich der ursprünglich unbewachsenen, den größten Teil des Sauberges einnehmenden Haldenlandschaft. Diese umfasste eine Vielzahl von Abraumhalden, welche vor der Betriebszeit des Sauberger Haupt- und Richtschacht entstanden sind. Die Anordnung der Halden war typisch für die Haldenlandschaft des Sauberges vor der Anlage der Richtschächte. Aktuell ist das Haldengelände durch natürlichen Anflug stark bewachsen.

    • Strossenbaue am Sauberg

      Unter einem Strossenbau versteht man den Abbau von oben nach unten. Es handelt sich hierbei um die älteste Abbaumethode für Gangerzbergbau. Bei den Strossenbauen in Ehrenfriedersdorf handelt es sich um Baue auf dem Einigkeiter Gangzug und dem Leimgrübner Gangzug. Die Gangzüge verlaufen dabei nahezu parallel in Nord-Süd-Richtung. Östlich dieser beiden Strossenbaue befindet sich der Prinzler Strossenbau. Der Einigkeiter Strossenbau wurde teilweise wieder für Besucher des Bergwerkes begehbar gemacht und die Kaue neu aufgebaut. Die Strossenbaue wurden mit Abraum aus dem Abbau wieder verfüllt.

    • Ruine Morgenröther Scheidenbank

      Bei der Ruine aus Bruchsteinmauerwerk handeltes sich um die ehemalige Morgenröther Scheidebank, die bis um 1825 in Betrieb war. 1872 erfolgte ein Umbau der Scheidebank zu einem Erzvorratshaus, das 1925 bis auf die heute noch sichtbaren Grundmauern abgebrochen wurde.

    • Kulturhaus, Sauberger Haupt- und Richtschacht

      Das Kulturhaus ist das flächenmäßig größte und das jüngste Gebäude der Sachgesamtheit Sauberger Haupt- und Richtschacht .Es wurde um 1955 errichtet. Die Eingangssituation und das darüber befindliche Treppenhaus sind dem Gebäude leicht vorgesetzt. Die Fenster des Treppenhauses sind groß gehalten und werden im Erdgeschoss durch drei Türen ergänzt. Der gesamte Vorbau präsentiert sich unverputzt im grauen Ziegelmauerwerk. Die Fenster- bzw. Türrahmen sind rot. Das Kulturhaus zeigt zwei weitere Besonderheiten. Gegenüber dem Eingang befindet sich im Erdgeschoss ein wandfüllendes Gemälde mit bergmännischem Motiv. Die zweite Besonderheit befindet sich im Obergeschoss. Hierbei handelt es sich um einen original erhaltenen Kultursaal. Die Ausstattung des Kultursaales vermittelt das originale Flair der 1950er Jahre. Das Dach des Kulturhauses ist einseitig (Südostseite) mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet worden. Die Dachfläche wurde bei der Sanierung mit schwarzem Schiefer gedeckt.

    • Schlosserei und Schmiede

      In dem Gebäude befinden sich heute das Museum des Besucherbergwerkes und das Café „Sauberg Klause“. Erbaut wurde es im Jahr 1916 als Schlosserei oder Schmiede, später wurde es als Lager und Verwaltungsgebäude genutzt. Das eingeschossige Gebäude verfügt straßenseitig über eine regelmäßige Fensteranordnung mit zwei verschiedenen Fenstertypen, ergänzt durch einen Eingang mit vorgesetzter Treppe. An der Südseite befinden sich ein Eingang mit zweiflügeliger Holztür und Holzummantelung. Straßenseitig besitzt das Walmdach des Gebäudes vier Dachgaupen sowie eine Schleppgaupe. 

    • Pförtnerhaus

      Bei dem um 1950 errichteten Pförtnerhaus handelt es sich um ein eingeschossiges, kleines Gebäude. Das Flachdach des Gebäudes ist mit Dachpappe gedeckt.

    • Trafohaus

      Das Trafohaus wurde um 1912 erbaut, um die erste elektrische Fördermaschine mit Strom zu versorgen. Heute ist in dem Trafohaus die Netzanschlussstelle des Besucherbergwerkes untergebracht. Das Trafohaus besteht aus zwei Gebäudeteilen. Der markante, gemauerte Turm hat einen quadratischen Grundriss. Er hat keine Fensteröffnungen und ist mit einem pyramidenförmigen, mit schwarzen Schiefern gedeckten Dach abgeschlossen. Bei dem zweiten Gebäudeteil handelt es sich um ein eingeschossiges Bauwerk mit einem Satteldach. Das Gebäude hat in der Südseite zwei zweiflügelige Metalltüren. Zugang zum Trafohaus erhält man durch den Eingang auf der Nordseite.

    • Elektrowerkstatt, Grubenwehr und Grubenleitung

      Das Gebäude für die Elektrowerkstatt, die Grubenwehr und die Grubenleitung schließt sich nördlich an die Kaue III an. Das Erdgeschoss der Werkstatt ist in der Nord-Süd-Ausdehnung etwas breiter ausgeführt als das der anderen Gebäude. Das flache Satteldach ist mit Dachpappe gedeckt und hat kleinere Dachaufbauten. 

    • Bergarbeiterdenkmal "Oswald Barthel Turm"

      Bei dem Bergarbeiterdenkmal handelt es sich um ein turmartiges Bauwerk. Es wurde 2003 durch die Berggrabebrüderschaft in Bruchsteinbauweise neu errichtet. Nachempfunden wurde es dem ehemaligen Oswald-Barthel-Turm, der von 1928 bis 1985 auf dem Gelände stand. Im Turm sind Gedenktafeln für verunglückte Bergleute des Ehrenfriedersdorfer Bergbaureviers angebracht, die auf den Tafeln namentlich genannt werden.

  • Röhrgraben

    Der Bau des Röhrgrabens, der der Wasserversorgung von Pochwerken, Wäschen und Zinnhütten in Ehrenfriedersdorf diente, fällt in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts. Er ist damit einer der ältesten Kunstgräben des erzgebirgischen Bergbaus. Im 19. Jahrhundert leitete der Kunstgraben Wasser an die örtliche Textilindustrie. Bis zur Einstellung des Bergbaus in Ehrenfriedersdorf im Jahr 1990 führte der Röhrgraben auch das Wasser für die Zinnaufbereitung und war damit der älteste noch betriebene Kunstgraben Deutschlands. Von 1999 bis 2002 erfolgte die Instandsetzung des Röhrgrabens.

    • Röhrgraben

      Der Röhrgraben ist einer der ältesten Kunstgräben des erzgebirgischen Bergbaus. Sein Bau fällt in die zweite Hälfte des 14. Jhrdts. Auf einer Länge von 5,5 km hat er ein Gefälle von ca. 24 m. Er verläuft im oberen Bereich durch den Greifensteinwald. Danach ist der Röhrgraben teilweise verrohrt und verläuft in nordwestliche Richtung zum Sauberg. Vom Sauberg aus führt ein etwa 500 m langes Grabenstück ins Seifental. Dieser Bereich des Grabens wurde später verfüllt. Der Röhrgraben diente der Wasserversorgung von Pochwerken, Wäschen und der Ehrenfriedersdorfer Zinnhütte sowohl am Sauberg als auch im Seifenbachtal. Durch Georgius Agricola (1494-1555) ist außerdem die Versorgung des Ehrenfriedersdorfer Kunstgezeuges mit Wasser überliefert. Bis zur Einstellung des Bergbaus in Ehrenfriedersdorf 1990, führte der Röhrgraben auch das Wasser an die Zinnaufbereitung und war damit der älteste noch betriebene Kunstgraben Deutschlands. Von 1999 bis 2002 erfolgte die denkmalgerechte Instandsetzung.

  • Zinnseifen in Greifenbachtal

    Im 13. Jahrhundert dominierte im Ehrenfriedersdorfer Bergbaugebiet der Zinnseifenbergbergbau. Aufgrund der bergmännischen Tätigkeit in dieser ersten bergbauperiode entstand um 1230  in der Nähe des Sauberges neben der bereits existierenden bäuerlichen Siedlung eine Bergmannssiedlung. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kam der Zinnseifenbergbau allmählich zum Erliegen. Die Sand- und Kiesrückstände, das unhaltige Gestein, blieben in Form der heute noch sichtbaren Raithalden aus dem 13./14. Jahrhundert im Greifenbachtal als Zeugen dieser ursprünglichen  bergmännischen Tätigkeit zurück.