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Auf der östlichen Seite des Pöhlbergs, inmitten eines bäuerlich erschlossenen Gebietes, befindet sich ein seit dem 15. Jahrhundert belegtes Bergbaugebiet. Vom umfangreichen Bergbau auf silberhaltiges Kupfererz zeugen vor allem die Halden zahlreicher kleiner Stolln sowie die untertägig erhaltenen Grubenbaue. Nach der Einführung des Saigerverfahrens konnte aus dem hier geförderten Kupfererz in der Saigerhütte Grünthal Silber gewonnen werden. So gewannen Bergwerke wie die Grube Heilige Dreifaltigkeit und St. Briccius erneut an Bedeutung. Die untertägigen Grubenanlagen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert sowie die originalen Kunstgezeugereste aus dem 18. Jahrhundert sind einzigartig für den erzgebirgischen Bergbau.

  • Hauptelemente
  • Interaktive Karte
  • Bergbaulandschaft Pöhlberg

    Die Bergbaulandschaft Pöhlberg zeigt beispielhaft die Entwicklung des Bergbaus auf Silber- und Kupfererze inmitten des bäuerlich erschlossenen Gebietes am Osthang des Pöhlberges unweit der Bergstadt Annaberg-Buchholz. Die einzigartigen, vorrangig aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stammenden Sachzeugen und Grubenbaue stehen in direktem Zusammenhang mit der Verarbeitung der silberhaltigen Kupfererze in der Saigerhütte Grünthal.

    • Fundgrube St. Briccius

      Bereits um 1400 begann vermutlich der Bergbau auf Zinn- und später Kupfer- und Silbererze im Bereich der jetzigen Pinge hinter der Skihütte. In diesem Bereich ist eine Gangschaarung oder ein Gangkreuz abgebaut. Auf einem nordöstlich an der Tagesoberfläche ausstreichenden Erzgang begann parallel der Abbau.

      Der nicht mehr erkennbare „Obere St. Briccius Stolln“ löste die Fundgrube vom Wasser, wurde jedoch bald bedeutungslos durch den tiefer gelegenen  „Mittleren St. Briccius Stolln“.

      1442 wurde die Grube „St. Briccius“ bereits beim Bergamt Geyer bestätigt und urkundlich 1468 belegt.

      Von der Haldengalerie vor der Pinge hat man bei entsprechender Sicht eine beeindruckende Aussicht in Richtung Wolkenstein, Marienberg, Mildenau und Großrückerswalde. In den Sommermonaten bietet die Skihütte Sonntags einen Imbiss an. Es bietet sich eine Sitzgelegenheit für Wandergruppen.

    • Tiefer St. Briccius Stolln

      Der „Tiefe St. Briccius Stolln“ war im 16. Jahrhundert der wichtigste Stollen des Kupferbergbaus am Osthang des Pöhlberges.

      Das jetzige Mundloch wurde vom Verein „St. Briccius“ 2011 errichtet.

      Der Stollen war über lange Zeit verbrochen, wird aber aktuell durch den Verein wieder erschlossen und gesichert.

      Die Auffahrungen verlaufen überwiegend auf dem „Rothpfützner Spatgang“, dabei diente der Stollen der Wasserhaltung, als auch der Gesteinsförderung, wovon die große Halde eindrucksvoll zeugt.

      Die vor dem Stollen befindliche Vereinskaue ist in Anlehnung der „Kauen“ des historischen Bergbaus errichtet. Auf der Halde bieten sich Sitzgelegenheiten für Wandergruppen. Eine Übersichtstafel zeigt Wanderwege und die Lage der Stollen am Osthang des Pöhlberges.

    • Mittlerer St. Briccius Stolln

      Der „Mittlere St. Briccius Stolln“  wurde  bereits im 15. Jahrhundert begonnen, diente später vorwiegend der Bewetterung und von 1702 bis 1708 der Zuführung von Aufschlagwasser für das über dem „Tiefen Briccius Stolln“ hängende Kunstrad.

      Das heutige Stollmundloch wurde vom Verein „Gewerkschaft St. Briccius“ e.V. 1998 errichtet. Durch den Verein wurden auf dieser Sohle über 500 m Stollenauffahrungen zugänglich gemacht. Beeindruckende Zeugnisse des Altbergbaus (Schächte, Firstbaue, Gedingezeichen etc.) sind erhalten, ebenso können geologische Aufschlüsse (tektonische Verwerfungen, Sinterbildungen, Gangaufschlüsse etc.) entdeckt werden.

      Im Stollen sind nach Voranmeldung Besucherführungen möglich, dabei sind Trittsicherheit und angepasste Ausrüstung notwendig.

    • Freudenstolln

      Der „Freudenstolln“  wurde bereits 1592 von Jacob Uthmann begonnen, der  Vortrieb musste von ihm allerdings vor dem Erreichen der Tiefbaue von „St. Briccius“ aus finanziellen Gründen eingestellt werden.

      Nach seiner Fertigstellung im 19 Jhdt. war er später der tiefste  Entwässerungstollen der Grube und brachte 35 Lachter (ca. 70m) saigere Teufe unter dem „Tiefen Briccius Stolln“ ein und entwässert ebenso die Grube „Heilige Dreifaltigkeit“. Dabei wurde der ursprünglich geschlägelte Stollen durch das zwischenzeitlich eingeführte „Schießen“ im Querschnitt erweitert.

      1796 wurde das erhalten gebliebene Huthaus errichtet und erst 1892 wurde der Bergbau auf silberhaltige Kupfererze am Osthang des Pöhlberges endgültig eingestellt. 

      Auf der Halde befindet sich ein Rastplatz mit Sitzgelegenheiten für Wandergruppen.

       

    • Dreifaltigkeitsstolln

      Der relativ kurze obere Stollen der „Heiligen Dreifaltigkeit“ war Zugang zum teilweise über 11 Meter mächtige Erzlager der Grube. Diese  Lagerstätte hatte jedoch nur geringe Kupfergehalte und  es war durch den Zinkblendeanteil schwer die Erze mit den im 16. Und 17. Jhdt. zu verhütten. Entsprechend erlebte die Grube in der Mitte des 19. Jhdt. eine letzte Blüte.

      Das jetzige Stollenmundloch wurde vom Bergbauverein „St. Briccius e.V.“ im Jahr 2000 errichtet.

      Die Halde wurde im Zuge des Wegebaus in der zweiten Hälfte des 20 Jhdt. teilweise abgetragen. Für einzelne Wanderer bietet sich an der Rückseite der kleinen Kaue eine Sitzgelegenheit und bei entsprechenden Wetter ein beeindruckender Blick nach Jöhstadt (Windkraftanlagen), Königswalde und zum Erzgebirgskamm mit Fichtelberg und Keilberg.

    • Tiefer Freudenstolln

      Dieser Stollen wurde bereits vor 1561 als „St. Christoph Stolln“ begonnen und ab 1679 in „Tiefer  Freudenstolln“ umbenannt.

      Er wurde jedoch niemals, wie geplant bis in die Baue von „St. Briccius“ durchschlägig. Der Stollen  hätte damit  der Grube etwa 30-40 Lachter (ca. 60-80m)  Wasserlösung unter dem „Freudenstolln“ am Huthaus  eingebracht. Dennoch erreicht der Stollen eine Gesamtlänge von über 1300 m.

      Noch bis ins 20 Jhdt. wurde das Wasser des Stollens industriell in Geyersdorf nachgenutzt.

      Das lange Zeit verbrochene Mundloch wurde im Jahr 2007 von der Projektgruppe „Ökocamp“ in Zusammenarbeit mit dem Verein Gewerkschaft „St. Briccius“ e.V. aufgewältigt und in originalgetreuer Ellipsenmauerung wieder hergestellt.

      Der Stollen ist in Mundlochnähe verbrochen und kann nicht befahren werden.