Der Bau des Müdisdorfer Kunstgrabens begann im Januar 1558 unter Aufsicht und Leitung von MARKUS RÖHLING. Im Befehl vom 13. Mai 1558 befiehlt der am Kunstgrabenbau stark interessierte und über den Baufortschritt zufriedene Kurfürst August „…damit solch Wasser den vorstehenden Winter über auch ganghaftig bleiben und nicht verfrieren möge, den Graben mit Holz zu decken, ihn später aber zu wölben (verröschen)“. Der Müdisdorfer Kunstgraben war nicht der erste Kunstgraben des Freiberger Reviers, aber der erste, welcher nicht ausschließlich dem Bergbau diente. Gemeinsam mit dem Kohlbachkunstgraben zählt er zu den ersten Anlagen, welche ein Wassereinzugsgebiet von außerhalb des Münz- und Rathsbachgebietes erschlossen. Hinsichtlich allgegenwärtiger Nutzungkonflikte der Wasser stellte er schließlich den „Wasserfrieden“ im Freiberger Revier vorübergehend wieder her. 

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