Beispielhaft zum Zinn- und Eisenerzabbau sowie deren Aufbereitung steht die Installation des immer noch funktionstüchtigen Plattener Kunstgrabens. Diese geht auf die Jahre 1540-1544 zurück. Mit 13 km Länge ist der Kunstgraben der längste im böhmischen Teil des Erzgebirges. Außerdem illustriert er anschaulich einen hohen Standard technischer Einrichtungen zur Wasserhaltung für den Bergbau im 16. Jh. Am Graben sind noch weitere funktionale Einrichtungen installiert, dies sind: eine Einlassvorrichtung, 10 Entlastungsüberläufe an der Kreuzung mit kleineren Bächen, 25 Brücken und Röschen, 39 Sand- und Schotterfänge sowie 3 Brücken um das Entlanglaufen zu gewährleisten. Der Verlauf beginnt 1,5 km westlich von Gottesgab, wo das Wasser des Schwarzbaches in den Kunstgraben geleitet wird. Dann durchläuft es die Gemeinden von  Myslivny und Ryžovna bis nach Bludná, dem ersten großen Zentrum für Bergbau und Aufbereitung. Nachdem es den Blatenský Berg umgangen hat, nähert es sich an die Gruben Laurentius, Konrad und andere in der Umgebung von Platten an. Der Graben ist bis zu zwei Meter breit und bis zu einem Meter tief. Sein Wasserbett wurde durch eine Holzverschalung befestigt. Auf beiden Seiten sind Aufschüttungen aufgeschichtet.

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