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Die vom Bergbau geprägte Landschaft nördlich der ehemaligen Bergstadt Měděnec (Kupferberg) ist ein bedeutender Bestandteil des montanhistorischen Erbes im mittleren Erzgebirge. Der Bergbau konzentrierte sich vor allem auf die Umgebung des Berges Mědník, wo der Abbau von Eisen- und silberhaltigen Kupfererzen aus hartem Skarngestein über einen Zeitraum von fast sechs Jahrhunderten belegt ist.

Der charakteristische Hügel mit der Barocken Kapelle „Unbefleckte Empfängnis Mariä“ aus dem Jahre 1674 ist sowohl im erzgebirgischen, als auch im europäischen Zusammenhang durch die große Anzahl historischer Bergwerke einzigartig. Auf einer kleinen Fläche waren im 15. bis 19. Jahrhundert ca. 70 Stolln und Schächte in Betrieb, von denen heute zahlreiche verbrochene Mundlöcher, trichterförmige Pingen und Halden erhalten sind.

Die historischen untertägigen Anlagen sind dank des Stollns Marie Pomocná (Mariahilf) und Země zaslíbená (Gelobtes Land) der Öffentlichkeit zugänglich und spiegeln sehr gut die erhaltenen bergmännischen Spuren des Abteufens von Hand sowie des Feuersetzens wider.

  • Hauptelemente
  • Interaktive Karte
  • Bergbaulandschaft Kupferberg

    Der Kupferberg ist eine authentische Bergbaulandschaft, die verschiedene Technologien des Eisen- und Kupferabbaus - zum Teil auch des Silberabbaus -  aus hartem Skarn-Gestein über einen Zeitraum von mehr als 400 Jahren (15. bis zum 19. Jahrhundert) dokumentiert. Aufgrund der exponierten Höhenlage und der guten Zugänglichkeit ist der Kupferberg ein einzigartiger "Lernort", an dem die verschiedenen historischen Schritte der Lagerstättenerschließung abgebildet werden, von stufenförmigen Übertageabbauen, über Stolln und Schächte bis hin zu untertägigen Grubenbauen. Der Hügel umfasst mehr als 80 Schächte und Stolln, die aufgrund von Pingen, Mundlöchern oder Halden gut sichtbar sind. Um 1520 wurde am Fuße des Berges die Bergstadt Měděnec (Kupferberg) gegründet.

    • Mariahilf-Stolln

      Der Mariahilf Stolln (Marie Pomocná) war der bedeutendste auf dem Kupferberg. Er beherbergt ein ausgedehntes System von unterirdischen Strecken aus verschiedenen Zeiträumen. Die ältesten Teile befinden sich ca. 15 m oberhalb des Hauptstollns und lassen sich auf das 16. Jh. zurück datieren. Für die Öffentlichkeit ist der Stolln erstmals in den Jahren 1911 bis 1944 zugänglich gemacht worden. In dieser Zeit war es unter anderem möglich, die heute nicht mehr zugängliche, sogenannte Malachithöhle, eine Kammer mit grüner und blauer Beschichtung aus sekundären Kupfermineralien an den Wänden (Malachit und Azurit), zu besuchen. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Stolln im Rahmen der Suche nach Uranerzen erneut aufgefahren. Zwischen den Jahren 1994 und 1997 wurde der Stolln unter der Schirmherrschaft der Stiftung Georgius Agricola wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Während der Erschließungsarbeiten wurde festgestellt, dass es sich um ein umfangreiches System an unterirdischen Stolln unterschiedlichen Alters handelt. Etwa 230 m der Strecke und die historischen Teile oberhalb des Stollns sind seit 2011 zugänglich.

    • Gelobtes Land Stolln

      Das Mundloch des Gelobtes Land Stolln (Země zaslíbená) befindet sich am Südwest-Hang des Kupferberges direkt unterhalb der heiligen Herz Jesus Kapelle. Er lässt sich vermutlich auf das 17. und 18. Jh. zurück datieren. 2013 wurde der Stolln für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sein Inneres zeigt Sachzeugen des historischen Bergbaus auf, so zum Beispiel die Spuren des Streckenvortriebs mit Schlägel und Eisen oder durch Feuersetzen.

    • Kapelle "Unbefleckte Empfängnis Maria"

      Die barocke "Kapelle zur unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria" dominiert den Kupferberg und die weitere Umgebung. Erbaut wurde die Kapelle im Jahre 1674 von Julius Francis, dem Herzog von Sachsen-Lauenburgund und Besitzer der Herrschaft Ostrov, zu der auch Kupferberg (Měděnec) gehörte. Es handelt sich um ein einfaches, gemauertes Gebäude in Form einer Rotunde. Die Fassade ist einfach gestaltet, ungeteilt und endet in einem profilierten Hauptgesims über dem sich ein konisches Schindeldach befindet. Über dem rechteckigen Steinportal ist ein Querbalken mit Wappen angebracht. Das Innere der Kapelle ist sechseckig und verfügt über tiefe Fensterbuchten, die durch Pilastern und verzierte Kapitelle getrennt werden. Die ursprüngliche Einrichtung der Kapelle ist nicht erhalten geblieben.