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Die Gegend um Krupka (Graupen) ist durch den Abbau von Zinnerzen über einen Zeitraum von etwa 800 Jahren stark geprägt worden. Zinn wurde hier vermutlich schon in der Bronzezeit durch Waschen gewonnen. Spätestens seit dem 13. Jahrhundert erfolgte die bergmännische Gewinnung von Zinnerzen, aber auch von Kupfer, Wolfram, Wismut und Molybdän. Als das älteste Zinnrevier des Erzgebirges hat Krupka das Wissen über den Abbau von Zinnlagerstätten maßgeblich beeinflusst. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in Krupka aber auch in anderen Revieren sowohl auf böhmischer, als auch auf sächsischer Seite des Gebirges angewandt.

Ein bedeutendes Montandenkmal dieser Kulturlandschaft ist das Besucherbergwerk Starý Martin (Alter Martin), das mit einer Länge von 2 km über den längsten Zinnerzgang in Mitteleuropa verfügt. Viele weitere bedeutende Relikte des Tage- und Untertagebaus aus dem 13. bis 20. Jahrhundert findet man in den umliegenden Bergbaurevieren Knötel, Preisselberg und Komáří hůrka (Mückenberg).

Eng verbunden mit dem Bergbau ist die Entstehung der Bergstadt Krupka mit der markanten, gleichnamigen Burg aus dem 14. Jahrhundert. Von großer Bedeutung sind zudem die Maria-Himmelfahrt-Kirche mit spätgotischem Glockenturm, die Heiliggeistkirche, die im Renaissancestil gehaltene St. Annakirche und die historischen Bürgerhäuser.

  • Hauptelemente
  • Interaktive Karte
  • Historische Altstadt Krupka/Graupen

    Die Bergstadt Krupka (Graupen), deren Gründung noch vor dem Jahr 1330 erfolgte, ist eng mit dem Zinnerzbergbau verbunden. Der mittelalterliche Grundriss der Stadt, der sich den topographischen Gegebenheiten vor Ort anpasst, ist bis heute vollständig erhalten. Über der Stadt thront die Burg Krupka, die auf das frühe 14. Jahrhundert zurückgeht und ursprünglich als Feudalsitz mit Verteidigungsfunktion, später als Bergamt des Graupner Reviers diente. Ihre Blütezeit erlebte Krupka in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als der Zinnerzbergbau in der Umgebung stark florierte. Auf jene Zeit gehen zahlreiche gotische Bauten der Stadt zurück, so etwa die Heiliggeistkirche (1454) und das Minoritenkloster (1474). Vor allem aber erfolgte damals der Umbau der älteren Maria Himmelfahrt-Kirche (1479–1488) mit ihrem unverwechselbaren spätgotischen Glockenturm. ursprünglich ein befestigter Feudalsitz mit Verteidigungsfunktion, in dem später das Bergamt des Graupner Reviers untergebracht war.

  • Bergbaulandschaft Steinknochen

    Das historisch bedeutendste Graupner Bergbaurevier befindet sich nördlich der Stadt Krupka, unterhalb des Komáří hůrka (Mückenberg). Vom Mittelalter bis ins späte 18. bzw. frühe 19. Jahrhundert waren mehr als 150 Zinngruben in Betrieb. Die Anzahl und Dichte der Gruben ist im erzgebirgischen und auch im europäischen Vergleich außergewöhnlich. Dutzende eingestürzte Schächte und Mundlöcher, aber auch verschiende Halden (von kleinen Rundhalden bis zu großen flachen Haldenkörpern) prägen die Landschaft. Auf historischen Karten oder in Laserscanaufnahmen sind sie gut sichtbar. Der Abstand zwischen den Halden entspricht in etwa der Größe der alten Grubenmaße aus der Graupner Bergbauordnung von 1487: 36 x 36 m oder alternativ 72 x 36 m.

  • Bergbaulandschaft Knötel

    Unterhalb der heutigen Seilbahn am Komáří hůrka (Mückenberg), befindet sich die Bergbaulandschaft Knötel. Sie war das flächengrößte Revier der Graupner Region und umfasst heute bergbauliche Sachzeugen (v.a. des Zinnergbergbaus) vom 14. bis in das 20. Jahrhundert. Bereits im 14. Jahrhundert war das Gebiet durch eine Vielzahl kleiner, oberflächennaher Grubenbaue erschlossen, die Stolln, Schächte und Halden aus unterschiedlichen Epochen hinterlassen haben. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden über das gesamte Revier weitere Gruben und Stolln aufgefahren, darunter die Grube Jacobs Fart oder der Siebenschläfer Stolln. Dass die Stolln und Gruben am Ende dieser Bergbauperiode tiefer abgebaut wurden, dokumentieren die größeren Halden aus der Zeit. Während bzw. unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte der Abbau von Molybdänit und Kalifeldspat durch die Anlage neuer Stolln (Prokop Stolln, Barbora Stolln oder Václav Stolln). Der Bergbau endete 1956.

  • Pinge auf dem Mückenberg (Komáří hůrka)

    Das größte übertägige Relikt der Zinngewinnung im Graupner Revier ist die Große Pinge, die sich knapp unterhalb des Gipfels am Mückenberg (Komáří hůrka) (808 m ü.NN.) befindet. Der Untertagebau in dieser Gegend ist bereits für das Jahr 1416 belegt. Die Pinge entstand durch Abbau eines rund 140x45 Meter großen Greisenkörpers, im welchem v.a. Zinn- und Kupfererze vorkamen. Die etwa 75 m tiefe und ca. 5.000 m² große Senke entstand durch den Einsturz der darunterliegenden abgebauten Kammern. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Gebiet vom Stolln Dürrholz, dem wichtigsten Stolln des Reviers, entwässert. In der Umgebung der Pinge befanden sich eine Reihe weiterer Gruben, zu denen u.a. die Grube Glatz gehörte. Mithilfe eines Göpelschachtes wurden ab den 1680er Jahren Zinn- und auch Kupfererze bis in eine Tiefe von 200 Metern abgebaut.