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Bereits seit dem 15. Jahrhundert wurde in der Schneeberger Montanlandschaft Bergbau betrieben. Davon zeugen noch heute Haldenzüge, die den untertägigen Erzgängen folgen. Viele der aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden Aufbereitungsanlagen und bergmännischen Tages- und Hüttengebäude sind weitgehend erhalten geblieben. Sie vermitteln einen Eindruck vom Bergbau auf Silber- und Kobalterze, dem Rohstoff für die Produktion von blauen Farben. Um die vielen Wasserkraftmaschinen der Gruben betreiben zu können, wurde der sogenannte Filzteich angelegt. Heute ist er der älteste und größte Kunstteich des Erzgebirges.

  • Hauptelemente
  • Interaktive Karte
  • Historische Altstadt Schneeberg

    Bedeutende Silbererzfunde gegen Ende des 15. Jahrhunderts führten zur ungeplanten und rasanten Entstehung der Bergstadt Schneeberg inmitten von zahlreichen Bergwerken. Während der Blütezeit des Bergbaus im 16. Jahrhundert wurden zahlreiche bedeutende profane und sakrale Bauwerke errichtet, wie z.B. die St. Wolfgangskirche. Das Stadtbild wurde durch ein Großfeuer 1719 nachhaltig verändert. Neubauten entstanden im barocken Stil und prägen seitdem das Stadtbild. Das Gotteshaus blieb bei diesem Stadtbrand von den Flammen verschont, wurde aber im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Wieder aufgebaut, bestimmt es bis heute das Bild der Bergstadt. In seinem Inneren befindet sich ein kulturhistorisch bedeutender Altar, der aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren stammt. Zu den weiteren bedeutenden Gebäuden der Stadt Schneeberg gehören die St. Trinitatiskirche, das Rathaus mit markantem Turmaufbau, das barocke Fürstenhaus sowie die barocken Bürgerhäuser der Familien Tröger, Schmeil und Borthenreuther.

    • Rathaus

      Das Schneeberger Rathaus ist ein großer, den Marktplatz beherrschender klassizistischer Bau mit markantem Turmaufbau. An diesem befindet sich unmittelbar über dem Eingang (Rundbogenportal) ein großes Sandsteinrelief von 1911/12. Dieses erzählt die Sage vom ersten Schneeberger Erzfund. Darüber befindet sich ein großes farbiges gusseisernes Relief. mit dem Schneeberger Stadtwappen. Das Rathaus ist ein freistehender Vierflügelbau mit rechteckigem Innenhof. Die Vorderansicht des Rathauses wird durch Lisenen betont. An der Giebelseite befindet sich der unten quadratische, im oberen Bereich achtseitige flach gedeckte Rathausturm. Oberhalb des Wappens befindet sich an diesem Turm, gut sichtbar, ein von der Familie Schnorrgestiftetes Glockenspiel aus Meißner Porzellan. Im Inneren des 1911/12 grundlegend umgestalteten Rathauses sind bemalte Bleiglasfenster mit Schneeberger Motiven und Darstellungen der verschiedenen Gewerken vorhanden. An denFenstern sind die Stifter genannt. Die bemalte Kassettendecke stammt von Prof.Josef Goller. Die zentrale Eingangshalle besitzt eine flache Stuckdecke. Im Ratssaal befindet sich aufeinem großen Gemälde die Darstellung der Neustädtler Bergbaulandschaft im Heimatstil von Carl Lange aus dem Jahr 1937. 

    • Fürstenhaus

      Das sogenannte Fürstenhaus ist ein prächtiger zweigeschossiger Barockbau, der aus dem beim Stadtbrand zerstörten Vorgängerbau 1721 hervorging. Er wird Johann Christian Naumann zugeschrieben. Die während des ZweitenWeltkrieges 1945 zerstörte Fassade wurde von 1955 bis 1957 wieder aufgebaut.

    • St. Trinitatiskirche

      Die Trinitatiskirche schließt den Fürstenplatz in nordwestliche Richtung ab. Der Name der Spital oder Hospitalkirche bezieht sich auf das frühere benachbarte, um 1500 gegründete Hospital. Der bis zum heutigen Tag etwa drei Hektar umfassende Friedhof St. Trinitatis bei der Kirche ist die zentrale Begräbnisstätte Schneebergs. Er wurde um 1529 unmittelbar neben dem Hospital angelegt und 1701 erweitert. Als Besonderheiten des Friedhofs sind das Epitaph des Hammerherrn Paul Lobwasser(† 1606) und die um 1800 errichtete Familiengruft der Familie Schnorr von Carolsfeld zu nennen. Bei der Trinitatiskirche handelt es sich um eine Saalkirche, die beim Brand 1719 teilweise zerstört wurde, aber bereits bis 1739 wieder aufgebaut war. Die Kirche ist ein Bruchsteinbau mit dreiseitig geschlossenem Chor und einer Doppelturmfassade. Die 1846 im Historismus erbauten Türme sind mit spitzen Helmen versehen. Sie sind eine Stiftung des Handelsherrn Carl Hänel. Gegliedert wird die Kirche durch Stichbogenfenster zwischen den Strebepfeilern. Der Saal in der Kirche besitzt ein hölzernes Spiegelgewölbe und an drei Seiten eingeschossige Emporen. Die ursprüngliche Ausstattung der Kirche ist nicht erhalten.

    • Schmeilhaus

      Das Trögersche- oder Schmeilhaus ist nach seinen zeitweiligen Besitzern im 17./18. Jahrhundert (Apothekerfamilie/Ratsmitglied) bzw. nach dem Verleger Karl Schmeil (er übernahm 1891 den Verlag Goedsche) benannt worden. Das zweigeschossige Eckhaus, Fürstenplatz 1, in unmittelbarer Nähe des Rathauses, umschließt einen unregelmäßigen Innenhof mit Rundbogenarkaden. Die beiden Eckfassaden sind mit umfangreichem, flachem Stuck (Blüten, Blätter,Rollwerk, Kartuschen, Tuchgehänge, Büsten131,Löwen u.a.) als Schaufassaden ausgestattet. Im Erdgeschoss des Hauses sind Stuckdecken überkommen und restauriert. Das Treppenhaus besitzt Kreuzgratgewölbe. An den Eckfassaden schließt das Haus ein schiefergedecktes Mansarddach ab. Durch den Haupteingang vom Fürstenplatz gelangt der Besucher in einen zentralen Eingangsbereich, der beispielhaft für die barocke Gestaltung nach 1720 gelten kann. Das Haus weist neben dem weißen Stuck einen hellen roséfarbenen Anstrich auf.

    • St. Wolfgangskirche

      Die das Stadtbild prägende spätgotische St. Wolfgangskirche wurde auf Anweisung des Kurfürsten Friedrichs des Weisen zwischen 1516 und 1540 erbaut. In den Bau wurde der kleinere Vorgängerbau einbezogen, der im Zusammenhang mit der Gründung der Bergstadt Schneeberg nach den großen Erzfunden nach 1470 entstanden war. Finanziert wurde der Kirchenbau über eine durch die Bergleute und Grubeneigner aufgebrachte Bergsteuer. Im 17./18. Jahrhundert wurde die Kirche im barocken Stil umgebaut. Bei dem großen Schneeberger Stadtbrand von 1719 wurde die Kirche schwer beschädigt, aber nachfolgend wiederhergestellt. Ein Fliegerangriff zerstörte im April 1945 die Kirche nochmals nahezu vollständig. Es blieben lediglich die äußeren Umfassungsmauern erhalten. Seit 1952 wurde die Kirche teilweise mit den historischen Baustoffen innen und außen rekonstruiert. 1996 konnte auch der inzwischen restaurierte kunst- und kulturhistorisch bedeutsame Altar neu geweiht werden.

  • Weißer Hirsch Fundgrube

    Anfangs wurden in der erstmals im 17. Jahrhundert erwähnten Grube Weißer Hirsch Silbererze abgebaut, später auch Wismut-, Kobalt- und Nickelerze. Mit Erweiterung zum zentralen Treibe- und Kunstschacht wurde sie eine der wichtigsten Anlagen der Region. Eine zentrale Stellung kam ihr zu, als sich 1880 mehrere Gruben zum Schneeberger Kobaltfeld vereinigten, um Erze zur Blaufarbenherstellung zu fördern. Weltweite Bekanntheit erlangte die Grube aufgrund einer Vielzahl hier erstmals aufgefundener Uranminerale. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie unter der Bezeichnung Schacht 3 der Ausgangspunkt für den Uranerzbergbau in dieser Region.

    • Halde

      Im Bereich der Grube Weißer Hirsch wird die große markante Halde, die neben Bergen auch Aufbereitungsrückstände enthält, zur ehemaligen Bahnstrecke durch hohe Haldenmauerungen begrenzt.

    • Treibehaus

      Über dem ehemaligen Schneeberg-Neustädtler Bahnhof steht auf der steilen, durch hohe Stützmauern begrenzten Sturzhalde, das bis 1852 erbaute Treibehaus der Fundgrube Weißer Hirsch. Es handelt sich hierbei um ein gut erhaltenes Wassergöpeltreibehaus mit Anbauten des späteren Dampfgöpels. Das Gebäude enthält zwei ausgebaute Stockwerke sowie das Dachgeschoss. Das Erdgeschoss ist in Bruchsteinmauerung ausgeführt. Das Obergeschoss besteht aus einem Fachwerkbau mit Brettverkleidung. Das Satteldach besitzt kleine Giebelwalme und ist mit Schiefer eingedeckt. Ein einfaches, rechteckiges, ebenfalls schieferverkleidetes Dachreitertürmchen sitzt mittig auf dem First und birgt in seiner Laterne das Wächterglöckchen. 

      Der mit dem Treibehaus in funktionalem Zusammenhang stehende Kehrradgöpel, die ursprüngliche Förderanlage des Schachtes, wurde 1853 in Betrieb genommen. In den Jahren 1890 bis 1891 wurde die Förderanlage auf Dampfkraft, 1912 auf elektrische Energie umgerüstet. Mit einigen Veränderungen wurden die technischen Anlagen bis zur endgültigen Stilllegung des Bergbaus genutzt und im Jahr 1957, nach erfolgter Gründung von der Bergsicherung Schneeberg übernommen. Um das Jahr 1972 wurde die eingebaute Technik entfernt. Das weithin sichtbare Treibehaus wurde in den Jahren 1994 bis 1996 schrittweise denkmalgerecht saniert.

    • Kehrradstube

      Bei der im Liegenden des Schachtes in die Halde eingebauten Kehrradstube handelt es sich um einen großartigen und beeindruckenden Maschinenraum, der mit dem Wassergöpeltreibehaus eine technische Einheit bildet. In der Radstube befand sich ein Kehrrad, welches sich von anderen Wasserrädern durch eine doppelte Beschaufelung auszeichnete. Durch eine wechselseitige Beaufschlagung konnte die Umdrehungsrichtung des Rades verändert werden, was somit den Einsatz zur Förderung möglich machte. Das Kehrrad hatte einen Durchmesser von etwa 13,5 m und eine Breite von etwa 2 m. Vom Wellenmittel des Kehrrades wurde über einen separaten Schacht das Gestänge bis zum Seilkorb auf der Welle untertage, Öffnung über Korbraum für die Seile in das Treibehaus, geführt. Die nahezu vollständig mit Bruchsteinen ausgemauerte Radstube ist in der Firste mit einem Tonnengewölbe abgeschlossen. Standsicherheitsprobleme führten bereits im 19. Jahrhundert zu einer Teilsanierung der Radstube und dem Einbau großer Eisenanker. Die Radstube ist durch den neu geschaffenen Zugang von der Haldenkante, dem Niveau der Beaufschlagung, einsehbar oder vom Schacht aus befahrbar. Die etwa im Niveau des Vorfluters gelegene Abzugsrösche, deren Mundloch nicht mehr existiert, ist nur teilweise befahrbar. Die beiden Wellenmittel mit den Rundbögen kennzeichnen die Radstubenmitte. Die an den Schacht angeschlossenen untertägigen Grubenbaue sind bis in das Niveau des Markus Semmler Stollns wasserfrei. 

  • Sauschwart Fundgrube

    Der Bergbau im Gebiet der Sauschwart Fundgrube ist bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts belegt. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Grube zu einer der wichtigsten Anlagen im Revier. Im Tagesschacht der Grube Sauschwart wurden bis 1929 Wismuterze gefördert. Über dem Schacht befindet sich die Kaue mit Anbau, in dem eine umgesetzte Fördermaschine aus dem Jahr 1949 untergebracht ist. Zu den anderen vorhandenen Gebäuden gehören das 1835 erbaute Huthaus und das Steigerhaus (1837). Erhalten ist auch das Mundloch des Erbstollns, dessen Bau schon 1487 begann. Die Schachtkaue ist touristisch erschlossen.

    • Halde

      Bei der Halde der Grube Sauschwart handelt es sich um eine dem Gelände angepasste Tafelhalde mit etwa 100 m Durchmesser. Direkt auf der heuteteils stark bewachsenen Halde befinden sich die Tagesgebäude der Grube. Aus der letzten Betriebsperiode ist auf dem Haldenplateau der ringförmig angelegte Huntelauf sichtbar. Ein aus der Kaue führender Huntelauf mit Haldensturz wurde vor einigen Jahren neu angelegt.

    • Kaue/Treibehaus

      Über dem Schacht der Grube befindet sich die Kaue mit den Abmessungen von 6,5 x 7 m und einem südwestlichen Anbau von 3,5 x 3 m. In letzterem ist eine umgesetzte Fördermaschine aus dem Jahr 1949 vom Typ OK 1 untergebracht. Bei der Kaue handelt es sich um ein verbrettertes Fachwerkgebäude mit einem heute schiefergedeckten Satteldach und einem vom First über den Maschinenraum herausgezogenen Schleppdach. Mittig auf den First aufgesetzt, befindet sich zur Belüftung ein Dachhäuschen. In der Kaue ist beim erneuerten Füllort mitentsprechender Ausstattung eine elektrische Fördermaschine von 1949 aufgestellt. Ob in der überlieferten Bausubstanz der Kaue Reste der bereits zu Anfang des 18. Jahrhunderts erwähnten Kaue erhalten sind, ist nicht bekannt. Versicherungsakten geben als Baujahr der Kaue 1815 an. Zwischen 1980 und 1988 wurde das Gebäude grundlegend denkmalgerecht saniert. Die Schachtmauerung des tonnlägigen 46 m tiefen Schachtes der Grube Sauschwart mit überspringenden Bögen stammt aus dem Jahr 1776.

    • Huthaus

      Das 1835 erbaute Huthaus ist ein eingeschossiger teilweise verbretterter Fachwerkbau mit einer Grundfläche von 13 x 11 m. Das heute mit Dachschiefer gedeckte Krüppelwalmdach besitzt zweireihig angeordnete Dachhäuschen. Es enthielt neben der Hutstube auch eine Schankstube und diente als Huthaus vermutlich bis zum Jahr 1927.

    • Steigerhaus/Zimmerhaus

      Das Steigerhaus der Grube wurde im Jahr 1837 an das bereits vorhandene Zimmerhaus angebaut. In ihm befand sich neben der Steigerwohnung auch eine Gezähekammer. Das Steigerhaus ist ein eingeschossiger Fachwerkbau, der an der Giebelseite an das benachbarte ältere Zimmerhaus stößt. Das durchgängige, mit Preolitschindeln gedeckte Dach besitzt über dem Eingang, im Bereich der Steigerwohnung, ein größeres und ein kleines Dachhäuschen. Das benachbarte alte Zimmerhaus ist ebenfalls ein eingeschossiger Fachwerkbau. Das Haus ist bis auf die südwestliche Seite verbrettert. Die Fenster beider Häuser sind mit hölzernen Fensterläden ausgestattet.

    • Griefner Stolln

      1487 begann der Bau des Erbstollns zur Wasserlösung in das Hohe Gebirge. Als eine der ersten Gruben durchfährt er das Grubenfeld der Grube Sauschwart. Im 18. Jahrhundert wurden vom inzwischen bereits ausgedehnten Stolln zu den Gruben Wolfgang Maßen und zum Schwalbener Flügel Stollnflügel angelegt. Nunmehr diente der Stolln nicht nur der Wasserabführung, sondern gleichzeitig auch der Aufschlagwasserbereitstellung für verschiedene Gruben. Das in sorgsam elliptischer Mauerung ausgeführte Mundloch des Stollns ist durch den Schlussstein auf das Jahr 1852 datiert und befindet sich 190 m östlich vom Huthaus der Grube Sauschwart. Vom Mundloch führt der abgedeckte sogenannte Griefner Graben zur Grube Gesellschaft. Der Stolln besitzt eine Gesamtlänge von mehr als zehn Kilometern.

  • Daniel Fundgrube

    Die Grube Daniel wurde um 1500 erstmals erwähnt. Mitte des 17. Jahrhunderts avancierte sie durch bemerkenswerte Kobaltanbrüche zu einer der wichtigsten Gruben des Schneeberger Reviers und lieferte mehr als ein Drittel der hiesigen Kobalterze. Vom Ensemble der Tagesgebäude der Grube haben sich das um 1730 errichtete Huthaus und die 1839/40 gebaute Bergschmiede erhalten. Im Huthaus befindet sich heute der Vereinssitz des Bergbauvereins Schneeberg/Erzgebirge e.V.

    • Halde

      Vom Kunst- und Treibeschacht der Grube Daniel hat sich die große markante Tafelhalde westlich der Tagesgebäude mit einer Länge von 160 m x 75 mbei einer Höhe von etwa 12 m erhalten. Kleine ältere Halden befinden sich östlich der Tagesanlagen.

    • Huthaus

      Das Huthaus der Grube ist ebenfalls ein zweigeschossiges weitgehend original erhaltenes Fachwerkgebäude mit Satteldach. Es ist vollständig in Fachwerkbauweise errichtet, teilweise aber verbrettert. Es wurde anstelle eines Vorgängerbaus etwa 1730 als neues Huthaus der Grube errichtet. Im Jahr 1845 war nach der Übernahme umliegender Gruben und der damit erfolgten Betriebserweiterung eine Vergrößerung des Huthauses notwendig.

      Von den ehemals vorhandenen Räumlichkeiten sind noch die Hutstube mit restauriertem eisernen Ofen, der Schankraum, die Schwarzküche, die Mannschaftsstube, die Gezähekammer und die Wohnung des Hutmanns erhalten geblieben. Heute wird das beispielhaft sanierte Gebäude als Wohnhaus genutzt.

      Das Haus ist ein zweigeschossiger teilweisevollständig verbretterter Fachwerkbau mit L-förmigem Grundriss. Unmittelbar an den westlichen Giebel des Huthauses schließt sich die in Blockbohlenbauweise errichtete einstöckige Vorratskammer, die später eine andere Verwendung fand, an. Das Satteldach des Gebäudes ist mit hölzernen Dachschindeln gedeckt. Das Haus besitzt denkmalgerecht erneuerte Fenster mit 16-facher Teilung.

      Die im Original erhaltene Erzvorratskammer wurde unmittelbar an das Huthaus der Grube in Blockbauweise errichtet. Das nordwestlich gelegene Zimmerhaus der Grube wurde 1988 abgerissen und in veränderter Form wieder aufgebaut.

    • Kaue

      Vom ursprünglich mit einem Pferdegöpel ausgestatteten Schacht haben sich die teilweise neu aufgemauerte und mit einem Schleppdach versehene Schachtaufsattlung sowie die für das Schneeberger Bergbaugebiet übliche Schachtmauerung mit überspringenden Bögen erhalten. Unterhalb der Hängebank sind in dem kurzen östlichen Schachtstoß zwei große Granitblöcke mit umfangreichen Inschriften vom Anfang des 18. Jahrhunderts erhalten. Der Schacht ist bis auf wenige Meter unverfüllt, weshalb die Schachtmauerung erkennbar ist.

    • Bergschmiede

      Bei der 1839/40 errichteten Bergschmiede der Grube Daniel handelt es sich um ein zweigeschossiges massives im Obergeschoss in Fachwerkbauweiseerrichtetes Gebäude. Es besitzt ein heute schiefergedecktes Satteldach und zweireihig aufgesetzte Dachhäuschen. Der Hausflur des Gebäudes weist ein Kreuzgratgewölbe und einen Granitfußboden auf; die originalen Kassettentüren im Haus sind erhalten. Die Fenster- und Türlaibungen der Bergschmiede bestehen aus Granitgewänden. Die Fenster sind erneuert und modernisiert, die Brettfensterläden sind nicht mehrvorhanden. Das Gebäude wurde als Wohnhaus ausgebaut. Die originale Inneneinrichtung der Bergschmiede ist nicht mehr vorhanden.

  • Gesellschaft Fundgrube

    Die Gesellschaft Fundgrube gehörte zu den großen und wichtigen Grubenanlagen im Neustädtler Bergbaugebiet. Die erhaltenen Tagesgebäude umfassen das Huthaus (1830), die Bergschmiede (1839), das Zimmerhaus, das Brunnenhaus und das Pulverhaus (1844). Die hölzerne Kaue über dem Turbinenschacht wurde als Schutzgebäude um 1984 erbaut. Die Aufschlagrösche ist bis zum Turbinenschacht touristisches erschlossen.

    • Abzugsrösche

      Die etwas über 200 m lange Rösche wurde 1854 bis 1855 angelegt und das Mundloch der Rösche 1855 mit einer Mauerung ausgestattet. Die Rösche diente zur Wasserableitung des Gesellschafter Turbinengöpels zu den Pochwerken Daniel und Siebenschlehen. Gleichzeitig unterstützte die Rösche den Erztransport in das Tal des Lindenauer Baches. Am teilverwahrten Turbinenschacht haben sich Teile der einstigen Anlage erhalten.

    • Halde

      Die große Halde der Grube liegt talseitig vom Schacht und den Tagesgebäuden. Von einigen Gebäuden haben sich nur noch Mauerreste erhalten.

    • Kaue/Turbinenschacht

      Am teilverwahrten Turbinenschacht haben sich Teile der einstigen Anlage erhalten. Die hölzerne Kaue über dem Turbinenschacht der Fundgrube Gesellschafter Zug wurde als Schutzgebäude um 1984 erbaut. Sie steht auf einem Steinsockel und hat ein lang gestrecktes Spitzdach. Ursprünglich befand sich in diesem Bereich das zweigeschossige, hölzerne Treibehaus der Grube. Von der ehemaligen Schneidmühle, die sich unweit des Treibehauses befand, sind noch Teile der Mauern des Dampfmaschinengebäudes erhalten.

    • Huthaus

      Das um 1830 erbaute Huthaus der Grube Gesellschaft ist das markanteste und größte Huthaus im Schneeberger Revier. Das zweistöckige Haus ist vollständig in Fachwerkbauweise errichtet und besitzt ein großes zweigeschossiges abgewalmtes Satteldach mit regelmäßig angeordneten Dachhäuschen, in zwei übereinander angeordneten Reihen. Der Westgiebel ist vollständig verbrettert. Die zahlreichen vollständig erneuerten Fenster besitzen einen grünen Schutzanstrich. Die ehemals im Erdgeschoss vorhandenen Brettfensterläden sind nicht mehr vorhanden. Seit 1947 beherbergte das Haus Arbeits- und Betriebsräume und nutzte es als Wohnhaus. Nach 1995 baute man es unter Einbeziehung der überkommenen Bausubstanz vorbildlich denkmalgerecht um.

    • Bergschmiede

      Die Bergschmiede wurde als lang gezogenes, flaches, eingeschossiges massives Gebäude 1839 errichtet und besaß zwei Schmiedefeuer. Ab 1947 erfuhr sie eine Nachnutzung als Wohnhaus. Über der Eingangstür ist das Baujahr vermerkt. Das Satteldach sowie die Giebelseiten sind mit Schindeln verkleidet. Die originalen Fenster der Bergschmiede mit 16-facher Teilung sind einschließlich der Wintervorsatzfenster noch vorhanden.

    • Zimmerhaus

      Das Zimmerhaus der Grube ist ein holzverschalter eingeschossiger Bau mit Satteldach und Dachhäuschen, das mit Dachpappschindeln gedeckt ist. Die Fenster des Gebäudes sind erneuert worden.

    • Brunnenhaus

      Das Brunnenhaus der Fundgrube Gesellschaft, eine Zisterne, wurde vermutlich im 19. Jahrhundert in die Haldenstützmauer hineingebaut. In seiner äußeren Form hat das achteckige, unverputzte und mit einem schiefergedeckten Pyramidendach versehene Brunnenhaus Ähnlichkeit mit einem Pulverhaus.

    • Pulverhaus

      Auf einer alten Halde, 150 m südwestlich der anderen Tagesgebäude dieser Grube, befindet sich das 1844 errichtete Pulverhaus, das wegen seines runden Grundrisses umgangssprachlich Pulverturm genannt wird. Es weist einen Durchmesser von 7 m und eine Traufhöhe von etwa 2 m auf. Das Pulverhaus ist massiv aus starken Bruchsteinwänden erbaut, besitzt eine starke eiserne, mit Bändern beschlagene erneuerte Tür, deren Türöffnung mit einem Korbbogen abschließt. Das Turmdach des Pulverhauses ist gegenwärtig mit Dachpappe gedeckt.

    • Meridianstein

      Etwa 25 m östlich vom Giebel der Bergschmiede befindet sich der 1838 von Prof. Julius Weisbach und Bergmechaniker Wilhelm Friedrich Lingke aufgestellte Meridianstein der Grube. Bei ihm handeltes sich um einen Granitwürfel mit etwa 0,5 m Kantenlänge, der auf einem Granitquader mit größerer Grundfläche ruht. Der Meridianstein besitzt nur die üblichen in Blei eingegossenen Messingmarkierungen. 180 m vom Meridianstein entfernt, hat sich auf einer Halde der südliche Standstein erhalten. Der Meridianstein, der die astronomische Nord/ Südrichtung markierte, war der verbindliche Bezugspunkt für die markscheiderischen Arbeiten im Grubenfeld. Er gehört zu den ältesten Meridiansteinen des sächsischen Bergbaus.

  • Filzteich

    Der Filzteich wurde zwischen 1483 und 1485 auf altem Zinnseifengelände zur Versorgung des Schneeberger Bergbaus mit Aufschlagwasser angelegt. Nach einem Teichdammbruch im Jahr 1783 wurde der Teich als größter Wasserspeicher des Schneeberger Bergbaugebietes wieder erbaut. Im Hartmannsdorfer Forst westlich des Filzteiches befinden sich die ausgedehnten Zuführungs- und Wassererschließungsgräben. Seit 1933 wird der Filzteich als Naturstrandbad genutzt.

    • Filzteich

      Der Filzteich ist einer der frühesten und gleichzeitig der größte Wasserspeicher des Schneeberger Bergbaugebietes. Seine geographische Lage ermöglichte sowohl direkt als auch indirekt die Wasserversorgung der meisten Gruben. Mit seinen verzweigten Wasserzuführungen bildet er die westliche Begrenzung der Schneeberg- Neustädtler Bergbaulandschaft. Der Filzteich hat von den umgangssprachlich Filz genannten Torfmooren im Einzugsgebiet seinen Namen. Im Filzteich wurden der Seifen- und der Filzbach angestaut. Seinen Namen erhielt Ersterer von den hier ehemals abgebauten Zinnseifen. Über den Filzbach gelangt das überschüssige Wasser durch den Ort Zschorlau nachfolgend nach Aue und mündet hier als Zschorlaubach in die Zwickauer Mulde. Ein Dammbruch 1783 führte zu Verwüstungen großer Gebiete in den abwärts gelegenen Tälern und forderte 18 Todesopfer. Als Folge des Dammbruchs baute man nachfolgend ein neuartiges Striegelwerk ein und stattete den Teich beim Wiederaufbau 1786 mit einem neuen Überlauf aus. Im Hartmannsdorfer Forst westlich des Filzteiches befinden sich die ausgedehnten Zuführungs- und Wassererschließungsgräben. Der Filzteich besitzt einen Erddamm mit wasserseitiger Lehmdichtung und einer Tarrasmauer. Der bogenförmig angelegte und den geographischen Verhältnissen angepasste Damm besitzt ein Ablass- und ein Überlaufbauwerk. Eine Wellenanschlagsmauer zum Schutz der Dammkrone ist nicht vorhanden.

  • Wolfgang Maßen Fundgrube

    Die südlichste große Grube des Schneeberger Reviers und eine der bedeutendsten Kobaltgruben des sächsischen Erzbergbaus war im 19. Jahrhundert die Fundgrube Wolfgang Maßen. Von der Grubenanlage sind das 1816 bis 1818 erbaute Pochwerkhaus mit untertägiger Pochradstube, das in Fachwerkbauweise errichtete Huthaus, das Steigerwohnhaus und die Bergschmiede aus der Mitte des 19. Jahrhunderts erhalten. Neben der großen Tafelhalde des Hauptschachtes sind zahlreiche kleinere Halden vorhanden, die sich in das 16. Jahrhundert datieren lassen.

    • Halden

      Von der Wolfgang Maßen Fundgrube haben sich sowohl die kleinen vorrangig aus dem15. Jahrhundert stammenden Haldenzüge, als auch die große, vorrangig aus dem 18. - 20. Jahrhundert stammende, geschüttete große Halde des Treibeschachtes erhalten. Die Halde des Hauptschachtes besitzt eine Höhe von zehn Metern und eine Nord-Süd Ausdehnung von 190 m.

    • Huthaus

      Das Huthaus der Grube ist ein einstöckiges, ursprünglich vollständig in Fachwerkbauweise errichtetes, in der Hausmitte leicht abgewinkeltes Haus mit einem hohen, zweigeschossigen schiefergedeckten Mansarddach. Von dem schachtabgewandtenTeil des Gebäudes haben sich nur auf der Rückseite des Gebäudes Reste des Fachwerks erhalten. Der Giebel und der linke Teil der Vorderfront sind heute massiv aufgemauert.

      Der vordere dem Schacht zugewandte Gebäudeteil weist noch Fachwerk auf. Dem abgewalmten Mansarddach sitzen auf der Vorder- und Rückseite in beiden Dachgeschossen Mansardenhäuschen auf. Die nordöstliche Hälfte ist mit Schiefer, die südwestliche Seite mit Dachpappschindeln gedeckt. Die Hausgiebel sind verbrettert. Das Haus besitzt sechsfach geteilte neuartige Dreh-Kippfenster sowie eine neue Eingangstür. Fensterbretter sind nichtmehr vorhanden.

    • Schacht/Schachthalde

      Vom ursprünglich mit einem Pferdegöpel, später miteinem großen Dampfgöpel ausgestatteten Schachthaben sich am Haldenrand die Grundmauern unddie in die Tiefe führende Schachtmauerung mitüberspringenden Bögen erhalten. Die Mauerungwurde aus Bruchsteinen hergestellt. Als Ecksteinefanden, insbesondere im übertägigen Bereich,Hausteine Verwendung.

    • Pochwerkhaus

      Das 1816 – 1818 erbaute Pochwerk mit untertägiger Pochradstube ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau. Das zweigeschossige Satteldach besitzt beidseitig zweireihig aufgesetzte Dachhäuschen. Auf der schachtabgewandten Seite sitzt dem Pochwerk ein Glockentürmchen auf. Das zum Glockentürmchen gehörige Uhrwerk ist erhalten. Das Pochwerk selbst wurde über zwei tonnlägige Gestänge über die entsprechenden Gestängebahnen, die im Pochwerk enden, mit der Energie vom untertägigen Pochwerkrad versorgt. Die Aufteilung der Innenräume ist im Wesentlichen original erhalten.

    • Kunstwärter-/Steigerwohnhaus

      In der Nähe des Huthauses befindet sich das kleine eingeschossige Wohnhaus des Kunstwärters bzw. des (Kunst-)Steigers (Kunst im Sinne einer auf Wasserkraft basierenden Förder- oder Antriebstechnik im Bergbau). Dieses Haus ist auf das Jahr 1820 datiert. Das ursprünglich aus Fachwerk errichtete und heute massiv aufgemauerte Erdgeschoss trägt ein hohes Mansarddach mit zwei kleinen und einem hohen Mansardhäuschen. Das Dach ist heute zu unterschiedlichen Teilen mit Dachpappschindeln und mit Dachschiefer gedeckt. Haustür und Fenster sind erneuert und im Giebelbereich vergrößert. Fensterläden sind nicht vorhanden.  Am nordwestlichen Hausgiebel ist eine massive Garage angebaut.

    • Steigerwohnhaus

      Wenige Meter nordöstlich vom Huthaus entfernt befindet sich das zweistöckige verbretterte, ursprünglich vollständig in Fachwerkbauweise ausgeführte und mit einem schiefergedeckten Satteldach versehene Steigerwohnhaus. Das Erdgeschoss des Hauses ist inzwischen zu großenTeilen massiv aufgemauert, das Obergeschoss nahezu vollständig verbrettert, bzw. mit Dachschindeln verblendet. Lediglich der südwestliche Hausgiebel besitzt noch über die gesamte Höhe das ursprüngliche Fachwerk, welches im Erdgeschoss durch einen Garagenanbau größtenteils verdeckt wird.

    • Bergschmiede

      Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Bergschmiede ist ein kleines, massives, eingeschossiges Gebäude mit einem heute mit Dachpappschindeln gedeckten Satteldach. Die Tür- und Fensteröffnungen besitzen noch den originalen Korbbogenabschluss, auch die Brettfensterläden sind noch vorhanden.  Wenige Meter vom südöstlichen Hausgiebel befindet sich unterhalb der Geländeoberkante das gemauerte Mundloch der Aufschlagrösche des Pochrades (Zuleitung des Aufschlagwassers auf das Antriebrad des Pochwerkes im NE).

  • Siebenschlehener Pochwerk

    Vom 16. bis 19. Jahrhundert war das Schneeberger Revier weltweit größter und bedeutendster Fundort für Kobalterze. Von den zahlreichen Aufbereitungsanlagen hat sich das Siebenschlehener Pochwerk erhalten. Es gehörte zu der Ende des 15. Jahrhunderts erstmalig erwähnten Fundgrube „Siebenschlehen“. In den Jahren 1752 und 1753 wurde die Anlage in ihrer noch heute bestehenden Form errichtet. Das Pochwerk wird heute museal genutzt.

    • Pochwerk

      Das Betriebswasser für das Pochwerk und die Wäsche bezog die Grube über den 600 m langen Pochwerksgraben aus dem Lindenauer Teich. Die älteren Wasserräder wurden ab 1852 durch zwei sechs Meter große Wasserräder ersetzt. Diese wurden in zwei separate steinerne Radstuben mit Satteldächern eingebaut. Das Pochwerk, heute bestehend aus mehreren aneinandergebauten Aufbereitungsgebäuden unterschiedlichen Alters, besitzt ein schiefergedecktes Satteldach. Das zweietagige Hauptgebäude ist mit einem Krüppelwalmdach mit Dachhäuschen gedeckt. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Fachwerkbau mit verbrettertem Obergeschoss. Von der Hangseite führt ein Aufschlagwassergefluter dem Wasserrad am Giebel des Pochwerkes das erforderliche Betriebswasser zu. Das Pochrad wurde maßstabsgetreu, ebenso wie die angeschlossenen Maschinen, Pochsätze und Stoßherde, erneuert.

    • Steigerhaus

      Im Jahr 1830 wurde für den Pochwerksteiger, der zuvor im Pochwerk wohnte, ein eigenes Wohnhaus erbaut. Bei dem Haus handelt es sich um ein kleines einstöckiges Fachwerkhaus mit ausgebautem Dachgeschoss und einem schiefergedeckten Krüppelwalmdach mit kleinen Dachhäuschen. Das Haus besitzt zwei Eingänge und an einer Giebel- sowie den beiden Traufseiten je drei Fenster mit Brettfensterläden. Die Hutstube ist als Raum, ohne Einrichtung, erhalten.

    • Kobaltkammern

      Das Siebenschlehener Pochwerk entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert zur zentralen Aufbereitungsanlage für verschiedene Grubenanlagen von Neustädtel, die oft kein eigenes Pochwerk besaßen. Diese lieferten dem Pochwerk die Erze, welche in jeweils eigenen separaten Kobaltkammern verschlossen bis zu ihrer Verarbeitung aufbewahrt wurden. In Verlängerung der Achse des Steigerhauses befanden sich in einem Gebäude die Kobaltkammer der Grube Wolfgang Maßen und nachfolgend die der Grube Sauschwart. Mit der Erbauung eines eigenen Pochwerks wurden die erstgenannten Kobaltkammern überflüssig und später anderweitig genutzt. Wenige Meter nördlich, in zwei Blockwerkhäusern, hatte die Grube Priester (samt Leviten, westlich) und die Grube Adam Hebe r(östlich) ihre Kobaltkammern.

  • St. Georgenhütte

    60 m nordöstlich vom Siebenschlehener Pochwerk in Schneeberg Neustädtel befindet sich die um 1665 errichtete Kurfürstliche Schmelzhütte (St. Georgenhütte). Der Name erinnert an den älteren Hüttenstandort der historisch bedeutsamen Schneeberger Grube St. Georg. Das ursprünglich mit verschiedenen Anbauten versehene zweigeschossige Gebäude diente der Verarbeitung von Wismut-, Kobalt- und Nickel haltigen Silbererzen. Bei der St. Georgenhütte handelt es sich um die einzige, weitestgehend im baulichen Originalzustand erhaltene Schmelzhütte des Westerzgebirges.  Die Verarbeitung der Erze erfolgte mit metallurgischen Verfahren, wie sie aus Beschreibungen von Georgius Agricola (1494-1555) und Lazarus Ercker (1528-1595) bekannt sind. 

  • Knappschaftsteich

    Der 1684 angelegte Knappschaftsteich grenzt unmittelbar an den Komplex des Siebenschlehener Pochwerkes. Es handelt sich bei ihm um einen Pochwerksteich, der ein weiteres unterhalb des Siebenschlehener Pochwerks liegendes Pochwerk beaufschlagte. Der Teich verfügt über einen Erddamm mit Lehmdichtung, eine Tarrasmauer sowie ein Striegelhaus und einen Überlauf. Er entspricht nach seiner Bauart dem zum Siebenschlehener Pochwerk gehörenden Lindenauer Pochwerksteich. Das Betriebswasser für das Pochwerk und die Wäsche bezog die Grube über den 600 m langen Pochwerksgraben aus dem Lindenauer Teich.

  • Fundgrube St. Anna am Freudenstein

    Der erste urkundliche Nachweis über Bergbauaktivitäten im Areal des heutigen Besucherbergwerks St. Anna am Freudenstein bei Zschorlau datiert auf das Jahr 1492. Es handelte sich um ein relativ kleines Bergbaugebiet, das vor allem durch den Silbererzbergbau des 16. Jahrhunderts geprägt ist. Im nördlichen Bereich der Bergbaulandschaft befindet sich der zugängliche Troster Tagestolln.

    • Unterer Troster Stolln

      Der Untere Troster Stolln, im 16. Jahrhundert Summerschuch Erbstolln genannt, wurde erstmals 1526 verliehen. Seit im Jahr 1533 im Gegenortverfahren der Durschlag zu den Grubenbauenvon St. Anna erfolgte, fungiert dieser auch als Hauptwasserlösungsstolln für das Grubenfeld. Das Mundloch des Stollns liegt im östlichen Bereich der Bergbaulandschaft Zschorlau, wenige Meter über dem Niveau des Zschorlaubaches und wurde zwischen 1989 und 1990 durch den Verein IG HistorischerBergbau Zschorlau e.V. denkmalgerecht rekonstruiert. Unter der, dem Stollnmundloch vorgelagerten, Halde verläuft die Rösche des Stollns, welche die Grubenwasser in den Zschorlaubach einleitet. Auf den Erzgang Kolbe Magdalena Flachen, welcher durch den Unteren Troster Stolln verfolgt wird, konzentrierte sich auch die Gewinnung von Wismut- und Kobalterz in der Zeit zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert, nachdem Ende des 16. Jahrhunderts der Bergbau auf Silber im Grubenfeld von St. Anna am Freudenstein weitestgehend eingestellt war. Die Bergbauaktivität in späterer Zeit besaß jedoch keine große Intensität, so gehen etwa 95% der vorhandenen Grubenbaue der Bergbaulandschaft Zschorlau auf das 16. Jahrhundert zurück.

    • Rainstein des Grubenfeldes

      Das Grubenfeld von St. Anna am Freudenstein ist etwa zwei Kilometer vom Schneeberger Stadtzentrum entfernt. Es liegt auf dem Schnittpunkt der Flurgrenzen der Gemeinden Schneeberg, Aue und Zschorlau. Die genaue Lage dieses „Dreiländerecks“ wird durch den sogenannten Rainstein ausgewiesen, der bereits im 15. Jahrhundert die Grenze der Herrschaftsgebiete der Herren VON DER PLANITZ und derer VON TETTAU aus Schwarzenberg markierte. Der Grenzstein ist ein großer Felsbrocken. Auf dessen Vorderseite ist ein Kreuz mit einem darunter angeordneten und nach oben zeigenden Dreieck eingeschlagen, das als Grenzmarkierung diente. Auf der gegenüberliegenden, nach Nordosten ausgerichteten Seite befindet sich ein weiteres kleines Kreuz. Dieses wurde vermutlich Anfang des 16. Jahrhunderts eingeschlagen und fungierte als Vermessungspunkt beim Stollnvortrieb.

    • Oberer Troster Stolln

      Oberhalb des Unteren Troster Stollns befinden sich der Oberer Troster Stolln, der, ursprünglich zur St. Brigitta Fundgrube gehörend, 1526 als Erbstolln verliehen wurde. Er folgt dem Erzgang Magdalena Flachen. Das Stollnmundloch, sowie der direkt dahinter liegende Reiche Trost Tagesschacht wurden 1975 als Verwahrungsmaßnahme  gesprengt. Die Aufwältigung und denkmalgerechte Rekonstruktion der Anlage erfolgte nach 1990 durch den Verein IGHistorischer Bergbau Zschorlau e.V. Dieser errichtete auch die über dem Schacht befindliche Kaue.

    • St. Anna Stolln

      Das Grubenfeld von St. Anna am Freudenstein ist ein relativ kleines Bergbaugebiet, das vor allem durch den Silbererzbergbau des 16. Jahrhunderts geprägt ist und zur Entstehung weiterer Gruben in der Umgebung führte. Er wurde 1502 als Erbstolln zur Freudenstein Fundgrube verliehen und verfolgte in seinem Verlauf dem St. Anna Flachen. In diesem Bergwerk erfolgten 1526 die ersten reichen Silbererzfunde des Grubenfeldes, die einen Aufschwung der Bergbauaktivitäten zur Folge hatten. Es wurden mehrere Erbstolln in den Hang getrieben und in der unmittelbaren Umgebung mehrere Wohnhäuser und weitere Gebäude errichtet.  In den Jahren 1527 und 1528 erfolgten die größten Silbererzfunde und die St. Anna Fundgrube entwickelte sich zur zentralen Anlage des Bergbaugebietes doch bereits 1529 war die Reicherzlinse weitestgehend abgebaut und die Ausbeute ging zurück. Die letzte Silbererzausbringung erfolgte 1570. Insgesamt waren seit 1526 etwa 720 Kilogramm Silber ausgebracht worden. Weitere Bergbauversuche, welche bis Ende des 16. Jahrhunderts unternommen wurden, führten zu keinem Erfolg. Der Stolln diente auch zur Entwässrung der Grube. Kurz hinter dem Mundloch trifft der St. Anna Schacht auf den Stolln, welcher ebenfalls aus der Anfangszeit des hiesigen Bergbaus stammt und 1975 gesprengt wurde. Mitte der 1990er wurde dieser durch den Verein IG Historischer Bergbau Zschorlau e.V wieder geöffnet und über dem Schacht eine Kaue errichtet beziehungsweise rekonstruiert.

    • Quarzzeche

      Eine Besonderheit der Bergbaulandschaft Zschorlau ist das heute als Quarzzeche bezeichnete Grubengebäude, dessen Mundloch direkt neben dem des Guten Trost Stollns liegt und einen Quarz führenden Gang verfolgte. Diese Lagerstätte gewann insbesondere durch die Blaufarbenindustrie an Bedeutung, da für die Herstellung des Farbstoffs neben dem Kobalt und der Pottasche auch Quarz mit einem hohen Reinheitsgrad benötigt wurde. Dessen bergmännische Gewinnung ist seit 1684 belegt, auch wenn der Abbau schon vorher erfolgt sein dürfte. 1770 erhielt die heute als Quarzzeche bekannte Grube durch eine Neuverleihung die Bezeichnung Mischmasch-Fundgrube, da man hoffte, beim weiteren Abbau auf Erz zu stoßen. Die Gewinnung des Quarzes erfolgte diskontinuierlich und orientierte sich am Bedarf der erzgebirgischen Blaufarbenwerke. In den 1920er Jahren statt wurde der Abbau vollständig eingestellt. 1975 wurde der Zugang zur Quarzzeche aus Sicherheitsgründen durch die Bergsicherung gesprengt. Die Aufwältigung der Grube sowie die denkmalgerechte Rekonstruktion des Stollnmundlochs erfolgten nach 1990 durch den Verein IG Historischer Bergbau Zschorlau e.V.

    • Troster Tagesstolln

      Im nördlichen Bereich der Bergbaulandschaft befindet sich der Troster Tagestolln, welcher zwischen 1992 bis 1993 wieder zugänglich gemacht wurde und ein rekonstruiertes Mundloch erhielt. Das heute als Quarzzeche bezeichnete Grubengebäude, dessen Mundloch direkt neben dem des Guten Trost Stollns liegt, wurde im Jahr 1990 ebenfalls aufgewältigt und denkmalgerecht rekonstruiert. Aufgrund der hohen Lage dient der Stolln heute als Wetterstolln.

    • Guter Trost Stolln

      Der Guten Trost Stolln liegt etwa auf dem halben Niveau zwischen dem Göpelplateau und dem Talgrund. Im Februar 1527 erhielt der Stolln, welcher vorher nur als Rösche galt und dem Erzgang Traugott Wagsfort Flacher folgt, die Erbstollngerechtigkeit. Nach der Fertigstellung der Radstube im St. Anna Kunst- und Tagesschacht 1533 diente er zur Zuleitung des Aufschlagwassers für das Kunstrad. Da der Stolln jedoch mit einer leichten Steigung aufgefahren war, musste durch die Gewerke von St. Anna ein Gerinne angelegt werden, um das Aufschlagwasser über das ursprüngliche Wassergerinne des Stollns zu leiten. Der Bereich unmittelbar hinter dem rekonstruierten Stollnmundloch ist heute nicht mehr passierbar. Der Stolln ist jedoch über einen Querschlag, welcher 1995-1997 durch den IG Historischer Bergbau Zschorlau e.V. aufgefahren wurde, von der Quarzzeche aus befahrbar.