Sprache auswählen

Die Montanlandschaft Freiberg ist das älteste und wichtigste Abbaugebiet für Silber im Erzgebirge. Von 1168 bis 1968 wurde in diesem Gebiet kontinuierlich Silber abgebaut. Freiberg als die erste Bergstadt im Erzgebirge wurde im Jahr 1168 gegründet und vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage, der Entdeckung reicher Erzgänge und der eingesetzten Bergwerkstechnologien entwickelten sich im Laufe der Zeit zahlreiche bedeutende Bergbaulandschaften, so zum Beispiel die Bergbaulandschaften Gersdorf, Himmelfahrt Fundgrube oder Zug. Diese Bergbaulandschaften sind durch ein Wasserwirtschaftssystem (Rothschönberger Stolln, Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg/RWA, Mulde) miteinander verbunden.

  • Hauptelemente
  • Interaktive Karte
  • Bergbaulandschaft Gersdorf

    Das Bergbaugebiet Gersdorf gehörte ursprünglich zum Besitz des Zisterzienserklosters Altzella. Die vielen vorhandenen Sachzeugen sprechen für einen intensiven Silbererzbergbau ab dem 12. Jahrhundert. Die in dem Gelände heute noch sichtbaren Halden- und Pingenzüge stammen überwiegend aus dem Mittelalter. Insgesamt gab es in diesem Gebiet mehr als 200 Schächte. Zum wichtigsten Bergwerk entwickelte sich seit dem 17. Jahrhundert die Grube Segen Gottes Erbstolln, die 1885 stillgelegt wurde. Als bedeutende Relikte der Bergbautätigkeit sind u.a. das Ende des 18. Jahrhunderts errichtete steinerne Grubenwehr, ein Erzkanal, der Obere und der Untere Kunstgraben und die Mundlöcher verschiedener Aufschlagröschen erhalten. Auf dem Niveau des Adam-Stollns sind im  Maschinenraum zwei Wassersäulenmaschinen erhalten. Erhalten ist auch das Treibehaus aus dem 18. Jahrhundert, das später zum Huthaus umgebaut wurde.

    • Segen Gottes Erbstolln - Bergschmiede

      Die Bergschmiede des Segen Gottes Erbstollns wurde im 18. Jahrhundert als zweigeschossiges Gebäude (Erdgeschoss in Bruchsteinbauweise, Obergeschoss als Fachwerk) errichtet. Das Gebäude besitzt ein Satteldach und einen nordwestlich gelegenen Scheunenanbau. Zusammen mit dem Huthaus und einem weiteren jüngeren Gebäude schließt der Komplex einen kleinen Hof ein.

    • Segen Gottes Erbstolln - Treibehaus

      Bei dem im Jahr 1756 erbauten bergmännischen Tagesgebäude handelte sich ursprünglich um das Treibehaus des Pferdegöpels, unmittelbar über dem Alten Treibeschacht. Später wurde der Pferdegöpel abgetragen und das Treibehaus zum Huthaus der Grube umgebaut. Das Haus ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, von dem Teile des Fachwerks im Erdgeschoss durch massive Mauerung ersetzt wurden. 

    • Segen Gottes Erbstolln - Krebsteich

      Der im 18. Jahrhundert erneuerte Untere Krebsteich ist der ältere und der einzige noch wassergefüllte Kunstteich der Grube. Gespeist wurde er, wie auch der Obere Krebsteich, durch das Wasser des Krebsbaches. Die Länge des Teichdammes beträgt ungefähr 120 m. Im Osten befindet sich der gemauerte Flutwasserüberlauf des Teiches. Westlich vom Unteren Krebsteich führt der Obere Kunstgraben vorbei. Der Untere Kunstgraben beginnt am Damm des Kunstteiches.

    • Segen Gottes Erbstolln - Grubenwehr und Wäschgraben

      Das steinerne Grubenwehr in der Freiberger Mulde gehört zu den beeindruckenden wasserbaulichen Sachzeugen des sächsischen Montanwesens. Das Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Wehr ist trotz mehrerer Hochwasser weitestgehend gut erhalten geblieben. Über den Wäschgraben wurde die Erzaufbereitung der Grube von hier aus mit dem notwendigen Aufschlagwasser versorgt.

    • Segen Gottes Erbstolln - Untere Aufschlagwasserführung

      Der Untere Kunstgraben führte vom Unteren Krebsteich zur ehemaligen, heute verbrochenen Teichrösche und nachfolgend bis zur Unteren Rösche vom Joseph Schacht und wurde nur bis Ende des 18. Jahrhunderts genutzt. Der weitestgehend wasserfreie Kunstgraben, dessen ursprünglicher Grabenverlauf im Gelände sichtbar ist, wird an verschiedenen Stellen durch Kunstgrabenbrücken überquert. Die Mundlöcher verschiedener Aufschlagröschen, darunter die gemauerten Mundlöcher der Oberen und Unteren Aufschlagrösche vom Joseph Schacht sowie das Mundloch der Aufschlagrösche vom Daniel Schacht, sind noch erhalten.

    • Segen Gottes Erbstolln - Obere Aufschlagwasserführung

      Der 1844 angelegte Obere Kunstgraben führte von der heute verbrochenen Krebsteich Rösche das Wasser am westlichen Ufer des Unteren Krebsteichs vorbei zur Oberen Aufschlagrösche vom Joseph Schacht. Später wurde das Wasser des Kunstgrabens über eine Rösche dem Daniel Schacht zugeführt. Der Kunstgraben ist heute wasserfrei. Er wird an mehreren Stellen durch Kunstgrabenbrücken überquert. 

  • Erzkanal mit Gruben im Freiberger Nordrevier

    Die komplexe Wechselwirkung von Bergbau, Verhüttung, Infrastruktur und sozialen Strukturen ab dem 18. Jahrhundert verdeutlicht das Freiberger Nordrevier. Hier befindet sich die weltweit erste Hüttenanlage, in der großtechnisch das Amalgamierverfahren zur Silbergewinnung angewandt wurde. Von den sozialen Strukturen zeugen die Arbeiterhäuser und das Schlackenbad. Transportiert wurden die in der Hütte verarbeiteten Silbererze über einen Schifffahrtskanal (Erzkanal) vorrangig aus den nördlich gelegenen Bergwerken. Die beiden Kahnhebewerke des Erzkanals gelten als die weltweit ersten Schiffshebewerke dieser Art.

    • Hüttenkomplex Halsbrücke - Schlackenbad

      Ein Novum im sächsischen Montanwesen stellte Ende des 18. Jahrhunderts die Einrichtung eines Schlackenbades dar. Dabei wurde das über heiße Schlacken gegossene Wasser, welches enthaltene Elemente und Mineralien aufnahm, zum Baden benutzt. Das Schlackenbad wurde sowohl von den Berg- und Hüttenleuten, als auch von Gästen genutzt. So entstand in Halsbrücke allmählich ein kleiner Kurbetrieb. Das Schlackenbad ist ein zweigeschossiger Bruchsteinbau mit Krüppelwalmdach. Im Schlussstein über der Eingangstür des Gebäudes findet sich das Baujahr 1804 und das Monogramm vom Erbauer Johann Ernst Spiess.

    • Hüttenkomplex Halsbrücke - Arbeiterhäuser

      Gegenüber der Hütte Halsbrücke, östlich des Aquädukts des Amalgamierwerkes, befinden sich vier Hüttenarbeiterhäuser. Es handelt es sich um zweigeschossige Fachwerkgebäude. Die Häuser besitzen Krüppelwalmdächer, die entweder mit Betondachsteinen, Falzziegeln oder Biberschwänzen gedeckt sind. Ein Teil der Häuser besitzt Anbauten. Zwei der Fachwerkgebäude wurden bereits denkmalgerecht instandgesetzt.

    • Hüttenkomplex Halsbrücke - Aquädukt

      Zu den erhaltenen Objekten der Hüttenkomplex von  Halsbrücke gehören unter anderem ein Teil des Aquäduktes für das Amalgamierwerke. Es diente der Wasserzufuhr für die Feuerlöschanlage, welche man nach dem kompletten Niederbrennen des Amalgamierwerkes und anschließendem Wiederaufbau nach 1792 installierte. Die Feuerlöschanlage befand sich in einem zentralen Druckwasserturm und wurde wie die Maschinen des Amalgamierwerkes durch ein Wasserrad angetrieben. Das Wasser zu dem Druckwerk, gelangte über ein Aquädukt vom Roten Graben zum Amalgamierwerk und den Druckwasserturm. Im Turm war ein Pumpwerk. Das Löschwasser wurde mit einer Wassermenge von 40 l/s aus Strahlrohren gepresst.

    • Erzkanal - Erzkanal mit Kanalrösche

      Der Bau des ersten Abschnitts des Erzkanals (Churprinzer Erzkanal) begann 1788 und wurde 1789 vollendet. Der Kanal selbst war bis in die Halsbrücker Hütte verlängert und verlief teilweise in einer Höhe von 7 m über der Mulde. Der Transport der Erze erfolgte in Lastkähnen. Diese wurden in Ladehäusern mit 2–3 t aufbereitetem Erz beladen. Wöchentlich verschiffte man etwa 30 t Erz. Jeder Kahn wurde von drei Bergleuten befördert. Die Fahrzeit einer Strecke zwischen der Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln und der Hütte Halsbrücke betrug etwa drei Stunden. Die Arbeiten am zweiten Abschnitt (Christbescherunger Erzkanal) im Bereich der Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln folgten zwischen 1790 und 1792. U.a. wurde ein zweites Kahnhebehaus in Großvoigtsberg errichtet. Die Gesamtanlage des Kanals betrug mehr als 11 km. Mit den Schleusen und Kahnhebehäusern sollten insgesamt ca. 40 m Höhenunterschied bewältigt werden. Im Jahr 1868 wurde die Kahnförderung der Erze beendet.

       

       

       

    • Erzkanal - Schleusen
    • Erzkanal - Kahnhebehaus Halsbrücke
    • Erzkanal - Kahnhebehaus Großvoigtsberg

      Von der Kanalführung des Christbescherunger Erzkanals (erbaut 1790 bis 1792) haben sich nur wenige Relikte erhalten. Erst nach dem Muldenbogen 400 m nördlich der Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln ist der Erzkanal nunmehr durchgängig bis zur Grube Christbescherung erhalten. Das Kahnhebehaus dieses Erzkanals wurde 1791/1792 errichtet, es ist jedoch nicht nachweisbar, ob es in Betrieb genommen wurde. Von hier sollten die Erzkähne zur Hütte Halsbrücke getreidelt werden. In das Kahnhebehaus baute man nach der Stilllegung des Kanalabschnitts im 19. Jahrhundert eine Pulverkammer ein.

    • Erzkanal - Reste Altväterbrücke

      Die Altväterbrücke entstand von 1680 bis 1715 über dem Tal der Freiberger Mulde. Ziel war es, die Grube St. Anna samt Altväter mit Aufschlagwasser aus dem Münzbachtal bzw. dem verlängerten Roten Graben zu versorgen. Das ursprünglich 188,5 m lange Aquädukt bestand aus zwölf Steinbögen mit je einer Spannweite von 10 bis 14 m und maximal 24 m Höhe. Als 1752 der Betrieb der Grube eingestellt wurde, lieferte die Altväterbrücke bis 1795 Wasser an die benachbarte Grube Isaak Erbstolln. Im Jahr 1893 wurde das Aquädukt aufgrund starker Bauschäden gesprengt und abgebrochen. Noch erhalten sind vier Pfeilerreste.

    • Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln - Huthaus

      Das um 1700 errichtete Huthaus der Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln erhielt bei einem Umbau im Jahre 1747 sein heutiges Erscheinungsbild. 1806 wurde ein Uhrwerk eingebaut und 1820 ein durch sechs Säulen getragener Glockenturm aufgesetzt. Die ursprünglich im Glockenturm vorhandene Bergglocke ist nicht erhalten. Das Gebäude wird von einem Krüppelwalmdach gedeckt. Im Huthaus befanden sich die Betstube, die Gast- und Schankstube, Gezähekammern und Wohnungen für Grubenbeamte. Hangseitig gab es unmittelbar am Huthaus einen Laubengang.

    • Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln - Wächterhaus

      Die Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln besaß mehrere Kunstschächte mit ihren untertägigen Kunstgezeugen. Ein Bestandteil dieser Anlagen waren die Wächter, mit Glockentürmen und darin befindlichen kleinen Kunstglöckchen. Diese waren mit den untertägigen Kunsträdern über Gestänge verbunden, um die Funktion der untertägigen Kunstgezeuge zu überwachen. Der erhaltene Untere Wächter wurde im Jahr 1825 erbaut. Untertägig ist in der Radstube ein kleines eisernes Wasserrad erhalten. Nicht erhalten sind hingegen die kleinen Glocken des Wächters. Der Untere Wächter besitzt einen Aufbau aus Bruchsteinen mit einer neogotischen hölzernen Laube. Auf diese sind zwei Glockentürmchen aufgesetzt. Der zur Laube führende Aufgang wird von gusseisernen neogotischen Geländern flankiert. 

    • Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln - Kohlhaus

      Wenige Meter nordwestlich vom Huthaus befindet sich das Kohlhaus, ein eingeschossiger, massiver Bau mit einem Satteldach. Ihm gegenüber steht das eingeschossige, massiv errichtete Zimmerhaus der Grube.

    • Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln - Zimmerhaus

      Bei dem Zimmerhaus handelt es sich um einen eingeschossigen massiven Bruchsteinbau mit einem Krüppelwalmdach. Es befindet sich wenige Meter östlich vom Huthaus der Grube.

    • Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln - Pochhaus

      Die Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln besaß am Muldenhang drei, im 18. Jahrhundert errichtete Pochwerke. Sie wurden nach ihrer Lage als Oberes, Mittleres und Unteres Pochwerk bezeichnet. Das Obere Pochwerk ist (als Wohnhaus umgebaut) erhalten. Beim Umbau erfolgte eine Aufstockung um ein Geschoss, der Dachfirst wurde um 90° gedreht und das ursprünglich mit Dachaufbauten versehene Walmdach durch ein flaches Dach ersetzt. Unmittelbar über dem Hauszugang an der Ostseite hat sich eine Inschrift zum Andenken an den Namensgeber der Grube Churprinz Friedrich August erhalten. Das Mittlere und das Untere Pochwerk wurden bei der Umnutzung der Grubenanlagen ebenfalls umgebaut.

    • Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln - Pulverhaus

      Das Pulverhaus der Grube Churprinz Friedrich August Erbstolln wurde 1795 auf einer alten Halde errichtet. Es besitzt eine kreisrunde Grundfläche und ist durch die Inschrift im Türsturz als Pulverturm bezeichnet. Ursprünglich wurde im Pulverhaus Schwarzpulver, ab 1867 auch Dynamit, gelagert. Das Pulverhaus ist massiv aus Bruchsteinen errichtet und besitzt ein mit Biberschwanzziegeln gedecktes Kegeldach. Am Blitzableiter des Gebäudes befindet sich nach historischem Vorbild eine Windharfe.

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Kunstgraben

      Der Kunstgraben der Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln war ursprünglich auch als Erzkanal geplant und wurde bereits um 1784 angelegt. Der Kunstgraben folgt dem Muldenverlauf und wurde teilweise in den anstehenden Fels eingehauen. Er beginnt am ehemaligen Hohentanner Mühlenwehr. Von diesem Wehr zweigt linksseitig der etwa 2,2 km lange Kunstgraben ab. Er lieferte das Aufschlagwasser für die Wasserkraftmaschinen der Grube. Das Wasser wurde durch die Kunsträder, das Kehrrad und die Aufbereitung der Grube genutzt. Von den östlichen und unterhalb der Aufschlagrösche erbauten Aufbereitungsanlagen haben sich nur Relikte erhaltenen.

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Mundloch Aufschlagrösche

      Der aus Sandstein gefertigte Schlussstein datiert das mit einer zweiflügeligen Brettertür versehene Mundloch in das Jahr 1844. Das Mundloch ist aus Bruchsteinen aufgesetzt. Die Aufschlagrösche diente gleichzeitig mit einer Huntelaufbahn zum Erztransport von einer Erzrolle am Einigkeiter Schacht zur Aufbereitung der Grube. Nur wenige Meter südlich des Mundlochs befindet sich das zweite, mit Ziegeln ausgemauerte Mundloch der Aufschlagrösche, in welches das Wasser aus dem Kunstgraben in die Rösche eingeleitet wurde.

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Halde Einigkeiter Schacht

      Der Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht der Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln entwickelte sich seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Hauptschacht der Grube. Mit einer Schachttiefe von 531 m war dieser Schacht lange Zeit der tiefste Schacht im Freiberger Revier. Die große, hohe Halde des Einigkeiter Kunst- und Treibeschachtes kennzeichnet den Schacht. Sie besitzt eine Nord-Süd-Erstreckung von 240 m und eine Ost-West-Erstreckung von 120 m. Die Halde erreicht im südlichen Teil eine Höhe von 20 m über der Geländeoberkante. Die teilweise durch Mauerungen gesicherten Haldenböschungen mit einem natürlichen Schüttungswinkel sind heute durch Pionierpflanzen bewachsen. Auf dem Haldenplateau befinden sich die ursprünglichen Tagesgebäude der Grube und weitere, später errichtete Gebäude. 

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Verwaltungsgebäude

      Das 1874 errichtete Verwaltungsgebäude ist als eingeschossiges, unterkellertes Bauwerk ausgeführt. Das flache Satteldach besitzt auf der Nordseite mittig ein Dachhäuschen. Etwa 25 m westlich des Verwaltungsgebäudes befindet sich am originalen Standort der aus Sandstein gefertigte Meridianstein der Grube. 

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Steigerhaus

      Etwa 40 m östlich vom Huthaus befindet sich das Steigerhaus der Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln. Dieses Gebäude ist ein weitgehend ursprünglich erhaltenes typisches bergmännisch genutztes Wohnhaus des 18. Jahrhunderts, das zeitweise auch von Grubenbeamten bewohnt wurde. Das etwa 10 m lange und 6 m breite Gebäude besitzt ein massives Erdgeschoss und ein Fachwerkobergeschoss. Die Fenster sind nicht symmetrisch angeordnet.

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Huthaus

      Das Huthaus der Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln befindet sich etwa 200 m südwestlich vom Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht und wurde 1769 unmittelbar auf der bereits bestehenden Halde des Caspar Schachtes errichtet. Ursprünglich enthielt das Huthaus im östlichen Teil des Erdgeschosses eine Bergschmiede. Durch den Neubau einer Bergschmiede konnte dieser Raum als Betstube umgenutzt werden. Im westlichen Teil des Erdgeschosses befanden sich eine Scheidebank und weitere Funktionsräume. Im Obergeschoss gab es eine Schankstube und Wohnräume. Ein Teil des zweigeschossigen Gebäudes weist seit einem Umbau im Jahr 1872 Ziegelmauerwerk auf. Im Jahr 1773 erhielt das Gebäude eine Bergglocke, die 1818 erneuert wurde und sich noch heute im achteckigen Glockenturm befindet. Das geschwungene Zeltdach des Glockenturmes ist mit Blech gedeckt. Die Wetterfahne am Blitzableiter des Glockenturmes trägt die Symbolik Schlägel und Eisen, die Buchstaben AHG (= Alte Hoffnung Gottes) sowie die Jahreszahl 1843.

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Meridianstein

      Etwa 25 m westlich des Verwaltungsgebäudes befindet sich am originalen Standort der aus Sandstein gefertigte Meridianstein der Grube. 

    • Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln - Pulverhaus

      Etwa 70 m nördlich des Huthauses befindet sich das Pulverhaus der Grube. Das 1795 massiv aus Bruchsteinen errichtete, fensterlose Gebäude diente der Aufbewahrung von Sprengmitteln für den Grubenbetrieb. Es besitzt einen Durchmesser von etwa 6,5 m, ist mit handgestrichenen Dachsteinen gedeckt und mit einem Blitzableiter versehen. Der Zugang befindet sich auf der Südseite. Am Haus befindet sich eine Holztafel aus der Betriebszeit mit der Aufschrift Pulverturm.

  • Himmelfahrt Fundgrube mit Hüttenkomplex Muldenhütten

    Nordöstlich der Freiberger Altstadt wurden über 800 Jahre Erze abgebaut. Die zahlreichen kleinen Bergwerke des Mittelalters wurden im Laufe der Jahrhunderte zum größten und modernsten Verbundbergwerk Europas vereint. Zahlreiche gut erhaltene bergmännische Anlagen und die Haldenzüge dieser Bergbaulandschaft zeugen von dieser Entwicklung. Gebäudeensembles wie die Schachtanlagen Reiche Zeche, Abraham Schacht oder Alte Elisabeth belegen darüber hinaus die außergewöhnliche Vielfalt an Maschinentechniken des 18. und 19. Jahrhunderts.

    Ursprünglich wurden die Erze des Freiberger Bergbaugebiets an vielen unterschiedlichen Standorten in der Region verhüttet. Im Zuge staatlicher Reformen blieben letztendlich zwei Hüttenkomplexe übrig, wovon sich der ältere in Muldenhütten befindet. Am ehemals größten und bedeutendsten Hüttenkomplex des Erzgebirges werden seit mindestens 600 Jahren bis heute Buntmetalle verarbeitet. Zahlreiche neue Technologien wurden von hier aus entwickelt. Von 1887 bis 1953 war Muldenhütten Standort der Sächsischen Staatsmünze bzw. einer der Münzstandorte der DDR. Heute gilt der Industriekomplex als einer der ältesten Hüttenstandorte der Buntmetallurgie in Deutschland, der noch in Betrieb ist.

    • Abraham Schacht - Halde

      Die große Tafelhalde des Abraham Schachtes ist teilweise von mächtigen Haldenstützmauern umgeben. Zwei Erzrollenmundlöcher liegen östlich des Treibehauses am Fuß der Haldenmauer vor der Scheidebank, eine weitere Rollenschnauze befindet sich an der nördlichen Haldenkante, unmittelbar beim Erzbahntunnel.

    • Abraham Schacht - Erzrollen und Erzbahntunnel

      Zwei Erzrollenmundlöcher liegen östlich des Treibehauses am Fuß der Haldenmauer vor der Scheidebank, eine weitere Rollenschnauze befindet sich an der nördlichen Haldenkante, unmittelbar beim Erzbahntunnel. Für die in der Mitte des 19. Jahrhunderts eingerichtete Pferdeeisenbahn wurde der zweigleisige, komplett ausgemauerte Tunnel durch die Halde des Abraham Schachtes angelegt. Das südliche Mundloch des Schachtes hat eine Höhe von 2,20 m und eine lichte Weite von 2,65 m. Die seitlichen Begrenzungen der Mundlochmauerung gehen oben in zwei Pfeiler und in eine Brüstung über. Das Mundloch des Erzbahntunnels befindet sich an der Nordseite der Halde und ist in die Haldenmauer eingefügt. Es hat eine Höhe von 1,95 m, eine lichte Weite von 2,60 m und entspricht weitgehend dem vorher beschriebenen Mundloch. Die Erzrolle befindet sich an der nordwestlichen Ecke der Halden unmittelbar neben dem nördlichen Mundloch des Erzbahntunnels.

    • Abraham Schacht - Verwaltungsgebäude

      Das zentrale Verwaltungsgebäude der Grube wurde 1846 erbaut. Das Bauprojekt stammt von EDUARD HEUCHLER [*1799 †1979], dem Architekten und Zeichenlehrer der Freiberger Bergakademie. Der Bedeutung der Grube entsprechend wurde das neue Verwaltungsgebäude modern und repräsentativ gestaltet. Es ist massiv aus Gneis errichtet und besitzt eine quadratische Grundfläche. Für die Tür- und Fenstergewände nutzte man Sandstein. Das zweieinhalbstöckige Gebäude besitzt ein stark gegliedertes Zeltdach. Das Gebäude schließt im hinteren Teil an die Halde an. Ein Zwischenstockwerk mit niedrigen Fenstern liegt zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss und diente als Rissarchiv. Das Obergeschoss mit sehr hohen Räumen diente als Wohnung des Betriebsdirektors. 

    • Abraham Schacht - Huthaus

      Das 1813 massiv aus Bruchsteinen erbaute und verputzte Huthaus am Abraham Schacht befindet sich neben der Setzwäsche und dem neuen großen Verwaltungsgebäude. Die Fenster- und Türgewände bestehen aus Sandstein. Das Haus hat auf der nordöstlichen Traufseite zwei originale Türen, darunter eine zweiflügelige Tür mit fischgrätenartigem Brettbeschlag. Der Schlussstein im Türsturz zeigt den Buchstaben H (= Himmelfahrt) und die Jahreszahl 1813. Früher enthielt das Huthaus im Südostteil des Erdgeschosses die Betstube. Im Nordwestteil waren die Hutmannsräume mit Schankraum untergebracht und im Dachgeschoss befanden sich Verwaltungsräume sowie die Hutmannswohnung.

    • Abraham Schacht - Scheidebank

      Die 1842 errichtete Scheidebank gehörte zu den größten ihrer Art im Freiberger Revier. Die 22,5 m lange und 12 m breite Scheidebank ist massiv aus Bruchsteinen errichtet. Auf beiden Seiten befindet sich mittig jeweils ein Hauszugang. Über dem nördlichen Hauszugang befindet sich ein Schlussstein mit dem Signum „H“ für Himmelfahrt Fundgrube sowie der Jahreszahl 1840, dem Baubeginn der Scheidebank. Die großen Fenster des Erdgeschosses dienten dem ausreichenden Lichteinfall zum Scheiden der Erze. Die Inneneinrichtung der Scheidebank ist nicht erhalten, die Räumlichkeiten wurden nach dem Ende des Bergbaus umgenutzt und daher umgebaut.

    • Abraham Schacht - Mannschaftshaus

      Das Mannschafthaus ist unmittelbar an das alte Huthaus angebaut und geht mit seinem Fachwerkobergeschoss in die angrenzende Halde über. Das alte Huthaus ist ein eingeschossiger Bau mit einem Fachwerkgiebel im Satteldach. Das Dach besitzt kleine Dachhäuschen als Dachaufbauten und hölzerne Fenstergewände. Das Fachwerkobergeschoss des Mannschaftshauses geht unmittelbar in das Dach des Alten Huthauses über. Vor dem südöstlichen Teil des Mannschaftshauses befindet sich im Bodenniveau des Obergeschosses ein über eine Natursteintreppe erreichbares Haldenplateau.

    • Abraham Schacht - Bergschmiede

      Die unmittelbar nördlich des Schachtes gelegene Bergschmiede war mit zwölf Schmiedefeuern eine der größten Bergschmieden des Freiberger Reviers. Sie wurde im Jahr 1834 erbaut. Im aus Gneis errichteten Erdgeschoss befinden sich unmittelbar nebeneinander verhältnismäßig viele und große Fenster. Alle Fenster- und Türöffnungen besitzen Sandsteingewände. Die unsymmetrisch in der Südwestseite liegende Tür wird von einem separaten Oberlicht abgeschlossen. Das hohe Ziegeldach mit den beiden kleinen Krüppelwalmen zeichnet sich durch die auf den beiden Langseiten übereinander liegenden, lang gestreckten Dachgaupen aus. Die beiden an den Giebeln aufragenden Schornsteine sind in dieser Form nur an dieser Bergschmiede angebaut. Die Rauchrohre wurden im Mauerwerk jeweils im Pfeiler zwischen zwei Fenstern nach außen geführt, durch Konsolplatten abgefangen und im Folgenden schräg nach der Giebelmitte im Dachgeschoss gezogen und zu einem Schornstein vereinigt.

    • Abraham Schacht - Treibehaus

      Das hohe, massiv gemauerte, turmartige Treibehaus steht unmittelbar über dem Abraham Schacht. Es wurde 1839 errichtet, besitzt einen quadratischen Grundriss und ist massiv über drei Etagen bis in den Giebel mit Bruchsteinen gemauert. Sein Satteldach besitzt zweiseitig Schleppgaupen sowie mittig auf dem Dachfirst ein Dachhäuschen und darüber ein Wächterhäuschen. Sandsteingewände umfassen die Fenster- und Türöffnungen. Auf der Nordseite befindet sich eine Tür auch im Mittelgeschoss, von der aus eine Brücke auf die in gleichem Niveau gelegene Halde führt. 

    • Abraham Schacht - Setzwäsche

      Die Setzwäsche ist ein eingeschossiger Bruchsteinbau mit einem ziegelgedecktem Krüppelwalmdach. Abgesehen von den fehlenden Fachwerkgiebeln und dem aufgesetzten Krüppelwalmdach entsprach die Setzwäsche äußerlich weitgehend dem benachbarten Huthaus. Sie ist über einen Zwischenbau mit dem Huthaus verbunden. Ursprünglich führte zum Materialtransport in die Wäsche von der Schachthalde ein hölzernes Viadukt in das Dachgeschoss des Hauses. Die Setzwäsche wurde nach Beendigung des Bergbaus als Wohngebäude umgebaut. 

    • Abraham Schacht - Zimmerhaus
    • Abraham Schacht - Pferdestall
    • Alte Elisabeth Fundgrube - Halde

      Im Gegensatz zur 200 m nördlich vom Schacht gelegenen Halde des bereits seit Anfang des 16. Jahrhundert bekannten mittelalterlichen abgestuften Schachtes der Grube Alte Elisabeth, besitzt die Halde eine größere Höhe und eine größere Grundfläche. Die fünf annähernd geraden Haldenkanten besitzen einen schwachen Bewuchs mit Pioniergehölzen, das Haldenplateau ist gegenwärtig weitgehend baumfrei.

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Erzrollen

      Unweit des Schornsteins befindet sich ein aus der Halde herausragender, mit Bruchsteinen gemauerter Baukörper, der unmittelbar an die vorbei führende Straße angrenzt. An seiner Stirnseite fallen zwei gemauerte Entlastungsbögen auf, bei denen es sich um zugesetzte Erzrollenschnauzen handelt. Diese gehörten zur ehemals auf diesem Baukörper gelegenen Scheidebank. Das in der Scheidebank geschiedene Erz wurde in die Rollen verstürzt und konnte über das Anschlussgleis der Pferdeeisenbahn in Hunte abgezogen und zur Aufbereitung transportiert werden.

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Kesselhaus

      Das den Gebäudekomplex der Alten Elisabeth nach Südosten abschließende Kesselhaus befindet sich unmittelbar an der vorbei führenden Straße, etwas unter der Ebene des Haldenplateaus. Dies vereinfachte den Brennstofftransport. Auf der kleinen südwestlich des Kesselhauses gelegenen Wiese befand sich ursprünglich ein Kohlenschuppen. Nordwestlich an das Kesselhaus schließt der Rauchkanal an, der zum Schornstein führt. Die originalen Kessel der Dampfmaschine sind nicht mehr vorhanden, stattdessen befindet sich heute in diesem Raum ein Förderhaspel der Maschinenbaufabrik Obergruna. Diese ermöglicht gegenwärtig in einem Trum eine Seilfahrt bis in das Niveau der ehemaligen 3. Gezeugstrecke.

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Maschinenhaus

      Im Maschinenhaus des Gebäudeensembles der Alten Elisabeth ist die im Jahr 1848 in Betrieb genommene 9 kW Balancier-Dampfmaschine von der Chemnitzer Firma Pfaff erhalten. Sie kann heute mit Pressluft angetrieben in Bewegung gesetzt werden. Bei dieser Dampfmaschine handelt es sich um eine kombinierte Balancier-Förder- und Wasserhaltungsmaschine. Mit dieser Maschine konnte man aus einem Teufenniveau von 200 -400 m bei einem maximalen Fördergewichtvon 5 – 6 t fördern. Im Maschinenhaus selbst sind derzeit verschiedene andere Maschinen museal aufgestellt. Zu ihnen gehört eine kleine Wassersäulenmaschine, die ursprünglich auf dem 8. Lichtloch des Rothschönberger Stollns bei Halsbrücke eingesetzt war und eine ebenfalls bei diesem Schacht eingesetzte mehrmännige Handhaspel. 

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Treibehaus

      Das teilweise in Fachwerkbauweise errichtete Treibehaus enthält bis heute die komplette Schachtförderanlage für den tonnlägigen Schacht. Dazu gehört die Schachtfördereinrichtung, eine originale Fördertonne und ein Hunt. Der Fußboden im Treibehaus besteht ebenso wie in den anderen Räumen der Anlage aus Gneisplatten. Die Signaleinrichtungen des Schachtes stammen aus der letzten Bergbauperiode. Im Gebäude des Treibehauses, unmittelbar an die Betstube angrenzend, befinden sich eine Scheidebank mit drei Scheideplätzen sowie eine kleine Zimmerwerkstatt.

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Bergschmiede

      Auf dem Haldenplateau, etwa 70 m nördlich von den anderen Tagegebäuden des Schachtes, steht die Bergschmiede. Es handelt sich um einen eingeschossigen Ziegelbau. Das Satteldach des Gebäudes wird von zwei Schornsteinen überragt. Die in der Schmiede vorhandene Inneneinrichtung mit Schmiedefeuer, Blasebalg und dem Gezähe stammt ursprünglich aus der Bergschmiede vom IV. Lichtloch des Rothschönberger Stolln und wurde in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eingebaut.

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Betstube

      Unmittelbar angrenzend an das Treibehaus befindet sich die Betstube. Sie besitzt eine kleine Orgel. Der mit Gneisplatten ausgelegte Raum besitzt gegenwärtig einen hölzernen Fußbodenaufbau.

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Schornstein

      Neben dem Treibehaus befindet sich der quadratische 18 m hohe Schornstein, der über einen gemauerten Fuchs mit dem Kesselhaus in Verbindung steht. Der quadratische ziegelgemauerte verputzte Schornstein der Grube ist mit erneuerten Eisenbändern versehen. Er gehört zu den ältesten sächsischen Schornsteinen.

    • Alte Elisabeth Fundgrube - Gebläsehaus

      Wenige Meter nordwestlich des Gebäudekomplexes steht ein eingeschossiger Fachwerkbau. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Schutzbau, der ursprünglich nicht zu den bergmännischen Tagesgebäuden gehörte. Er beherbergt mehrere Hüttengebläse. Das bedeutendste und größte Gebläse ist das sog. Schwarzenberg Gebläse. Dieses Gebläse hatte der Kunstmeister CHRISTIAN FRIEDRICH BRENDEL [*1776 †1861] 1826 für die Hütte in Antonsthal entworfen. Nach Stilllegung dieses Hüttenwerkes wurde das Gebläse in die Schmelzhütte Halsbrücke umgesetzt. Bis 1925 nutzte man dieses Gebläse, 1936 wurde es auf die Halde der Grube Alte Elisabeth umgesetzt und nachfolgend mit dem Gebäude umbaut. Das Gebläse weist maschinentechnisch mehrere Besonderheiten auf. Bemerkenswert sind die stehend aufgeführten Zylinder. Die neogotischen Schmuckelemente repräsentieren ein neues Verständnis im sächsischen Maschinenbau. Zusätzlich sind im Gebläsehaus ein Kastengebläse und ein großer Blasebalg aufgestellt.

    • Bergbaulandschaft um den Hauptstollngang Stehenden

      Das Bergbaugebiet der Himmelfahrt Fundgrube ist durch eine ausgeprägte Bergbaulandschaft gekennzeichnet. Der bedeutendste, einem Erzgang folgende, in etwa Nordost-Südwest velaufende, Gangzug ist der Hauptstollngang Stehende. Der Gang erstreckt sich vom Tal der Freiberger Mulde bei Halsbrücke bis auf die Flur Brand-Erbisdorfs. Auf diesem Gang soll im Jahr 1168 das erste Silbererz der Region gefunden worden sein. Bei den Halden handelt es sich um Aufschüttungen aus verschiedenenen historisch bedeutenden Schächten. Sie sind meist baum- und strauchbestanden und stehen häufig im Zusammenhang mit den Bergbauaktivitäten aus der ersten Periode und einer Wiedernutzung ab dem 17. Jahrhundert. Durch zahlreiche Bergschäden in den letzten Jahrzehnten ist belegt, dass sich in diesem Gebiet eine wesentlich größere Anzahl von heute unbekannten Schachtanlagen befunden hat. 

       

    • Kunstgraben Roter Graben - Verträgliche Gesellschaft Stolln

      Der Verträgliche Gesellschaft Stolln wurde Anfang des 19. Jahrhunderts durch eine Gewerkschaft neu aufgenommen. Der in nahezu gerader Linie mit großem Profil aufgefahrene Stolln erreicht nach 2,3 km und einem 6,4 m hohen Gespränge auf dem Hohe Birke Stehendenden Tiefen Fürstenstolln für den er im Bedarfsfall die Wasserabführung gewährleistet. Für die Wasserkraftmaschinen und Kunstgezeuge der bedeutendsten Schachtanlagen David Schacht, Abraham Schacht und Thurmhofschacht diente der Stolln seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Wasserabführung in den Roten Graben. Links und rechts vom Mundloch befinden sich seitliche, trocken gesetzte Bruchsteinmauerungen. Ebenfalls ist eine Replik einer eingesetzten Fundtafel von 1801 zu finden. Der Stolln dient heute der Kühlwasserabführung aus dem Gewerbegebiet Freiberg Süd.

    • Kunstgraben Roter Graben - Thurmhofer Hilfsstolln

      Der Thurmhofer Hilfsstolln gehört zu den ausgedehnten Stollnanlagen des Freiberger Bergbaus und besitzt eine Gesamtlänge von mehr als 13 km. Der Stolln sollte auf dem Thurmhof Stehendendem, dem tiefsten und wichtigsten Stolln des Reviers zu Hilfe kommen. Nach 20 Jahren konnte dieses Projekt abgeschlossen werden. Im Zusammenhang mit dem Stollnbau steht die Einführung einer neuen effektiven Auffahrungstechnologie ab 1767. Nach Fertigstellung des Stollns wurde dieser im großen Umfang durch Mauerungen dauerhaft ausgebaut. Mit dem später eingebrachten Verträgliche Gesellschaft Stolln und den weit tiefer liegenden Rothschönberger Stolln wurde der Thurmhofer Hilfsstolln weitgehend überflüssig und diente nachfolgend vor allem der Ableitung von Oberflächenwasser. Im Korbbogengewölbe vom Mundloch befindetsich ein Schlussstein, überdeckt mit einer großen überkragenden Gneisplatte. Der Stolln ist über bestimmte Abschnitte im Forschungsbergwerk der TU BergakademieFreiberg befahrbar.

    • Kunstgraben Roter Graben - Huthaus am Thurmhofer Hilfsstolln

      Unmittelbar am Thurmhofer Hilfsstolln, zwischen dem Roten Graben und der Freiberger Mulde, befindet sich ein Huthaus. Bei diesem handelt es sich um das Huthaus, welches möglicherweise für den Thurmhofer Hilfsstolln im 18. Jahrhundert erbaut wurde und später ebenfalls für den Verträgliche Gesellschaft Stolln genutzt wurde. Es ist ein eingeschossiges Gebäude mit einem Satteldach, auf dem sich beidseitig zahlreiche Dachhäuschen befinden.

    • Kunstgraben Roter Graben - Wasserlauf

      Der etwa 7,5 km lange Rote Graben ist einer der bekanntesten Kunstgräben des Freiberger Reviers. Er führte ursprünglich von der Mittleren Ratsmühle Halsbach nach Halsbrücke. Später wurde er bis zur Grube Churprinz in Großschirma weitergeführt. Erbaut wurde der Rote Graben 1614/15. In diesem Graben wurde das Wasser der links im Muldental austretende Stolln eingeleitet. Unmittelbar am Roten Graben befinden sich die Mundlöcher mehrerer Stolln. Ende des 19. Jahrhunderts führte der Rote Graben eine Wassermenge zwischen 800 und 1.000 l/s. Der Rote Graben lieferte Aufschlagwasser für die Kunstgezeuge und Wassergöpel wichtiger Gruben auf dem Halsbrücker Spat und später einen großen Teil des Aufschlagwassers für die Hütte Halsbrücke. Der Rote Graben ist heute teilweise verlandet und deshalb seine originale Ausdehnung schwer erkennbar. Ursprünglich besaß er ein Profil von nahezu 4 m², bei einer Breite von 2,7 m und einer Tiefe bis zu 1,4 m.

    • Kunstgraben Roter Graben - Alter/Tiefer Fürstenstolln

      Im Tal der Freiberger Mulde wurde auf dem Hauptstollngang Stehenden das Mundloch des bedeutendsten und längsten Freiberger Stollns angesetzt. Dieser im ausgehenden Mittelalter durch den sächsischen Landesherrn freigekaufte Stolln trug deshalb später die Bezeichnung Fürstenstolln. Das Mundloch des Alten/Tiefen Fürstenstollns besitzt eine Mauerung, die in das 18. Jahrhundert datiert werden kann. Das Mundloch selbst ist Bestandteil einer trocken gesetzten Flügelmauer. Über den senkrechten Stößen befindet sich ein Korbbogen, einschließlich eines Wappensteins mit dem sächsischen Wappen. Im Mundloch befindet sich am linken Stoß eine große Sandsteintafel, die den Reviernullpunkt für den 1850-52 angefertigten und später nachgetragenen Revierprofilriss des Freiberger Reviers markiert.

    • Kunstgraben Roter Graben - Hauptstollnumbruch

      Das Mundloch und der Stolln wurden zwischen 1822 und 1850 angelegt. Der Hauptstollnumbruch ist eine parallele Auffahrung zum wenige Meter nordwestlich verlaufenden Alten/Tiefen Fürstenstolln. Er leitet das Wasser des Fürstenstollns ab. Der Stolln wurde unter Anlage von acht Lichtlöchern im Gegenortbetrieb aufgefahren. Er endet im Bereich der Roten Grube in Freiberg, wo ein Wasserrad für eine Pumpenkunst und zur Förderung (Kehrrad) installiert wurde. Der Stolln selbst hat mit einer Breite von mehr als 2 m und einer Höhe von über 5 m außergewöhnliche Dimensionen. Das Mundloch mit erneuertem Schlussstein ist in beispielhafter Grubenmauerung ausgeführt. Der gesamte Bereich vor dem Mundloch ist mit großen Gneisplatten ausgelegt. Das eigentliche Mundloch wurde im unteren Bereich beim Einbau eines großen Grubenlüfters etwas erweitert. Durch den Lüfter wird das Freiberger Krankenhaus mit Frischluft versorgt. 

    • Kunstgraben Roter Graben - Aufschlagrösche Oberes Neues Geschrei

      Unmittelbar am Roten Graben (ca. 250 m nordöstlich vom Hoffnung Kunst- und Treibeschacht) befindet sich das Mundloch der Aufschlagrösche der Grube "Oberes Neues Geschrei". Das elliptisch gemauerte Mundloch mit abgesetzter Stirnmauer wurde 1844 errichtet. Der Schlussstein benennt und datiert das Mundloch. Über die Aufschlagrösche wurde aus dem Roten Graben das für zwei Wasserräder benötigte Aufschlagwasser zugeführt. Die Anlagen dienten den Pumpenkünsten und der Förderung von Erz- und Bergemassen. 

    • Kunstgraben Roter Graben - Erzwäsche Halsbrücke

      Die ehemalige um 1840 erbaute Erzwäsche der Grube Oberes Neues Geschrei markiert den Endpunkt des Roten Graben. Die Wäsche enthielt ursprünglich ein Pochwerk und drei Stoßherde. Das massiv aus Bruchsteinen errichtete etwa 15,5 m lange und 9,5 m breite Gebäude besitzt ein Stockwerk. Das mit Biberschwanzziegeln gedeckte Satteldach besitzt Dachaufbauten.

    • Hüttenkomplex Muldenhütten - Huthaus I

      Das Huthaus I ist das älteste Gebäude am unteren Hüttenhof. Die Erbauungszeit des Gebäudes datiert vermutlich in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Später erhielt das Gebäude durch Umbauten seine heutige Gestalt. Das zweigeschossige Gebäude wurde im Erdgeschoss massiv mit Bruchsteinen und im Obergeschoss in Fachwerkbauweise errichtet. Das ziegelgedeckte Satteldach erstreckt sich über zwei Geschosse und weist keine Dachaufbauten auf.

    • Hüttenkomplex Muldenhütten - Schachtofengebäude

      Das Schachtofengebäude wurde zwischen 1886 und 1887 im nordöstlichen Bereich des Hüttenhofes errichtet. Östlich des Gebäudes befindet sich der Gichtvorplatz, südlich schließt sich in Richtung Hüttenhof der Schlackenplatz mit Granulierbecken an. Sein aktuelles Erscheinungsbild erhielt das Schachtofengebäude I bei einem Umbau 1938/39. Aus der ersten Bauphase sind noch Bruchsteinmauern in der Nordost- und Nordwestfront sowie der Turmanbau an der westlichen Gebäudeecke erhalten. Während des Umbaus wurde im Schachtofengebäude ein neues Ofenaggregat installiert. Diese, Ende der 1980er teilweise erneuerte, technische Anlage ist heute noch nahezu vollständig erhalten und dominiert den Innenraum des Gebäudes. Neben dem Ofenaggregat sind im Gebäudeinneren und am Gichtvorplatz sowie hofseitig am Stützmauersystem und der Pattinsonhütte noch Teile der in den 1920er Jahren errichteten Hängebahnkonstruktion erhalten. 

    • Hüttenkomplex Muldenhütten - Wassertonnenaufzug

      Das turmartige Gebäude wurde massiv in Bruchsteinbauweise errichtet. Im oberen Gebäudebereich befindet sich eine Fachwerkskonstruktion, die durch ein schlichtes Satteldach abgeschlossen wird. Südlich des Wassertonnenaufzuges schließt sich ein weiterer Abschnitt der Schlackensteinmauer an, der noch Anschlussreste der ehemaligen Gasanstalt aufweist. Das Stützmauersystem endet im Bereich der Nordfassade des Huthauses I.

    • Hüttenkomplex Muldenhütten - Raffinier- und Saigerhütte

      Das Gebäude der Raffinier- und Saigerhütte befindet sich im westlichen Bereich des Hüttenhofes. Entstanden ist die heute noch vorhandene, zweiteilige Bebauung Mitte des 19. Jahrhunderts. Spätere An- und Umbauten prägen das heutige Erscheinungsbild. Die Saigerhütte wurde massiv in Bruchsteinbauweise errichtet und ist vollständig verputzt. Die als nordöstlicher Gebäudeteil ebenerdig errichtete Raffinierhütte besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk. Die Giebel sind in Fachwerkbauweise errichtet und mit Ziegeln ausgekleidet. Entlang der nordwestlichen Gebäudefront erfolgte gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein eingeschossiger Anbau, in welchem die Zinkschaumdestillation untergebracht wurde. Das Satteldach der Raffinierhütte hat einen durchlaufenden Dachreiter zur Entlüftung. Ein Anbau mit Pultdach schließt auf der nordöstlichen Gebäudeseite an.

    • Hüttenkomplex Muldenhütten - Pattinsonhütte und Zinkentsilberung

      Südwestlich des Schachtofengebäudes I befinden sich die Pattinsonhütte und das Zinkentsilberungsgebäude. Die Pattinsonhütte wurde um 1855/56 in massiver Bruchsteinbauweise errichtet. Bis 1864 wurde das Bauwerk in nordöstliche Richtung erweitert und die beiden baugleichen Schornsteine errichtet. Um 1886 wurde der westliche Gebäudebereich für den Prozess der Zinkentsilberung umgebaut. Pattinsonhütte und Zinkentsilberungsgebäude haben ein Satteldach mit einem durchlaufenden Dachreiter zur Entlüftung. Im Inneren des Gebäudes sind keine Einbauten mehr vorhanden. Lediglich im nordöstlichen Raum befindet sich im Fundament ein betoniertes Becken. 

  • Historische Altstadt Freiberg

    Erste Silbererzfunde im Jahre 1168 führten zur Gründung und rasanten Entwicklung der Stadt Freiberg. Die Bergstadt entwickelte sich aufgrund des Montanwesens zu einem bedeutenden wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum. Das Gesicht der ältesten Bergstadt des Erzgebirges wird daher von zahlreichen montanhistorisch bedeutenden Bauwerken geprägt, so u.a. das Oberbergamt oder die 1765 gegründete Bergakademie als älteste noch bestehende Montanhochschule der Welt, an der im 19. Jahrhundert die Elemente Indium und Germanium entdeckt wurden.

    • Stadtmauer

      Die ursprünglich 2,7 Kilometer lange Freiberger Stadtmauer umschloss ein nahezu 0,5 km² großes Gebiet. Die mächtige (durchschnittlich 1,5 bis 2 m starke), mit Bruchsteinen aus Gneis hergestellte Stadtmauer wurde mit Lehm bzw. mit Kalk aufgeführt und hatte eine Höhe von 6 bis 10 m. 

      Sie bestand von außen nach innen aus verschiedenen Segmenten: (1) der Ring- oder eigentlichen Stadtmauer, (2) der mit Schießscharten und Pforten ausgestatteten Zwingermauer und  (3) dem eigentlichen Zwinger in Form eines Wallgrabens mit einer Breite von etwa 8 - 10 m. Der Stadtgraben konnte durch den angestauten Münzbach bzw. den Saubach abschnittsweise geflutet werden.

      Stellenweise ist die Stadtmauer durch hervortretende Pfeiler stabilisiert. Etwa aller vierzig Meter war ein vor die Stadtmauer hervorkommender Stadtmauerturm, der gleichfalls ihrer Stabilisierung diente, vorhanden. Ursprünglich gab es 39 Stadtmauertürme, von denen sich 9 vollständig oder rudimentär erhalten haben.

    • Kornhaus

      Das spätgotische Freiberger Kornhaus ist einer von ursprünglich mehreren Speicherbauten im Freiberger Stadtgebiet. Es ist in die Freiberger Verteidigungsanlagen integriert. Stadtauswärts befinden sich in den massiven Außenwänden entsprechende Schießscharten. Im ersten Obergeschoss sind Schießluken in das Kornhaus eingelassen. Beidseitig grenzten an den Kornspeicher zwei Stadttürme. Östlich befand sich der 1864 abgebrochene Rote-Hirsch-Turm und westlich der erhaltene Kalkturm. Der Kornspeicher ist ein dreistöckiger Bau mit einem mächtigen Satteldach. Wesentliche Teile der beeindruckenden spätgotischen Dachkonstruktion stammen noch aus der Erbauungszeit um 1510. Bemerkenswert sind die beiden originalen Blendnischengiebel am mächtigen Gebäude.

    • Obermarkt

      Der Obermarkt ist der Hauptmarkt von Freiberg und war nicht nur Handels- und Verkehrsschwerpunkt, sonder auch ein Ort, an dem sich sowohl historische Begebenheiten der Stadt- als auch der sächsischen Landesgeschichte ereigneten. Dazu gehört beispielsweise die öffentliche, historisch bedeutsame Hinrichtung des Adligen KUNZ VON KAUFFUNGEN im Jahr 1455, der die sächsischen Prinzen ERNST und ALBRECHT entführt hatte. Bis zum heutigen Tag war und ist der Obermarkt ein Ort für Großveranstaltungen unterschiedlichster Art, zu denen u.a. Aufwartungen oder Bergparaden gehören. Der Freiberger Obermarkt zeichnet sich durch geschlossene Ansichten der drei und viergeschossigen Bürgerhäuser des 15. und 16. Jahrhunderts mit ihren mehrgeschossigen meist traufseitigen steilen Satteldächern aus. Der Platz ist der städtebauliche Höhepunkt der Freiberger Altstadt. Gleichzeitig gilt er als einer der architektonisch wertvollsten Marktplätze von Sachsen.

    • Rathaus
    • Mohnhaupt Haus
    • Oberbergamt
    • Hauptgebäude TU BAF

      Im Bereich des heutigen Hauptgebäudes der TU Bergakademie Freiberg wurde in der Zeit kurz nach 1500 ein repräsentatives, spätgotisches Gebäude errichtet. Im Jahr 1705 wurde das Gebäude umfassend umgebaut. Nach der Gründung der Freiberger Bergakademie im Jahre 1765 wurde seit 1766 der Lehrbetrieb im Erdgeschoss des Hauses des Oberberghauptmannes in eigens dazu angemieteten Räumen aufgenommen. Umfangreiche bauliche Veränderungen und Erweiterungsbauten am Hauptgebäude erfolgten in den 1830er und 1850er Jahren. Errichtet wurde ein dreigeschossiger, zwölfachsiger Baukörper mit Eckrisaliten und großen Rundbogenfenstern. Original erhalten ist der ursprüngliche Eingangsbereich des sogenannten Oppel´schen Hauses sowie die Aula dieses Gebäudes. Im Erdgeschoss findet sich auf starken gusseisernen Säulen ein Kreuzgratgewölbe. Unmittelbar über dem Eingang weist eine Sandsteintafel auf die ehemalige Funktion des Gebäudes hin.

    • Akademiegebäude TU BAF

      Zwischen 1904 und 1906 wurden die an das Bergschulgebäude angrenzenden aus dem Jahrhundert stammenden Wohngebäude abgerissen. An ihrer Stelle wurde nachfolgend ein großes zweigeschossiges neues Bergakademiegebäude erbaut. Dieser imposante Erweiterungsbau galt als das modernste Gebäude der Bergakademie. Das Haus besitzt neun Achsen, die großen Fenster sind vorwiegend als Rundbogenfenster angelegt. Der Türzugang besitzt einen Schlussstein mit der Aufschrift Bergakademie sowie Schlägel und Eisen.

       

    • ehemalige Bergschule

      Die 1776/1777 gegründete Bergschule Freiberg, die älteste deutsche Bergschule, befand sich seit 1859 in einem der Vorgängergebäude. 1893 wurde auf den Grundmauern über den ursprünglichen Kellergewölben ein moderner Zweckbau im Stil der Gründerzeit mit Klinkerfassade, einem Ziergiebel und Mansarddach errichtet. 1919 erfolgte die Verlegung der Bergschule in das Gebäude „Goldener Adler“ auf der Burgstraße, fünf Jahre später wurde sie geschlossen. Zwischen 1904 und 1906 wurden die an das Bergschulgebäude angrenzenden, aus dem 16. Jahrhundert stammenden Wohngebäude abgebrochen. An ihrer Stelle wurde nachfolgend ein großes zweigeschossiges neues Bergakademiegebäude (Prüferstraße 9) erbaut.

    • Werner-Bau TU BAF

      Der sogenannte Abraham Gottlob Werner Bau (Brennhausgasse 14) geht auf die Initiative von Oberbergrat Professor Dr. Richard Beck (1858-1919) zurück. 1912 erfolgte die Grundsteinlegung. Das Gebäude selbst gehört zu den frühen Stahlbetonbauten in Sachsen. Das Schmuckportal, der zentral gelegene Vordereingang des Gebäudes, zeigt neben naturkundlichen und montanistischen Plastiken die berühmten Freiberger Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1749-1817) und Johann Friedrich August Breithaupt (1791-1873). Das Gebäude enthält im Keller Werkstätten und Laboratorien, im ersten und zweiten Geschoss Arbeitsräume und Vorlesungsräume, das dritte Obergeschoss beherbergt die geowissenschaftlichen Sammlungen und Ausstellungen. Schmuckelemente in den Ausstellungsräumen sind beispielsweise Konsolsteine mit den Stadtwappen der sächsischen Bergstädte.

    • Nikolaikirche

      Dieses, ursprünglich im romanischen Stil erbaute, Gotteshaus entstand zwischen 1185 und 1190. Damit ist es die zweitälteste Kirche Freibergs. Von der romanischen Bausubstanz sind heute im Wesentlichen noch die Türme erhalten – wobei ab 1750 die Umgestaltung zur heutigen barocken Ansicht erfolgte.

      Heute wird das Bauwerk mit seiner kunstvollen Ausgestaltung als Konzert- und Tagungshalle genutzt und bietet ein eindrucksvolles Ambiente für eine Vielzahl von Veranstaltungen und Ausstellungen.

    • Domherrenhof

      Das 1861 vom Freiberger Altertumsverein gegründete Museum zählt zu den ältesten bürgerlichen Museen Sachsens und präsentiert heute seine hochkarätigen Sammlungen im schönsten spätgotischen Profanbau der Stadt Freiberg, dem ehemaligen Domherrenhof. Einzigartig sind die Ausstellungen mit Meisterwerken bergbaulicher Kunst sowie spätgotischer Sakralkunst Obersachsens. Die Verbindung von repräsentativer spätgotischer Architektur mit kunstvollen Gewölben und den kostbaren Kunstobjekten vermittelt dem Besucher einen besonderen Eindruck von der Historie der Bergstadt Freiberg.  Zu den Highlights der Expositionen zählen u.a. Gemälde von Lucas Cranach d.J., der älteste Schwibbogen der Welt, einmalige Goldschmiedekunst und die ältesten Bergbauschnitzereien Sachsens.

    • Dom St. Marien

      Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Marienkirche errichtet. Papst Sixtus IV. erhob sie 1480 zum Dom, der seit 1537 ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus ist. Der Name "Sankt Marien" ist geblieben. Das ist gut so, denn Maria ist eine biblische Person wie Joseph auch. Der Dom ist berühmt für seine Goldene Pforte, die beiden Silbermannorgeln, die Bergmanns- und die Tulpenkanzel, den Lettner, die Fürstengrablege und manches mehr und lockt dadurch jährlich viele Gäste an. Aber er ist kein Museum, und manche staunen, weil sie ihn z.B. während einer Hochzeit nicht besichtigen können. Gotteslob hat Vorfahrt! Und täglich kann man ihn besuchen. Herzlich willkommen zum Singen, Staunen, Stillesein!

    • Donatsfriedhof

      Der Friedhof ist in der Form eines Ovals von 125 x 150 m Größe angelegt. Am westlichen Zugang befindet sich ein großes Torhaus, das nach den Plänen von Eduard Heuchler (*1799 †1879) von 1836 bis 1839 errichtet wurde. Östlich grenzt der Historische Donatsfriedhof an den Neuen Friedhof an. Der Donatsfriedhof gehörte zur 1225 erstmalig genannten Kirche St. Donati. Ab 1567 umgab man den Friedhof mit einer etwa zwei Meter hohen Mauer mit gemauerten mit z. T. noch erhaltenen Schwibbögen und Familiengrüften. Heute sind auf dem Gelände des alten Donatsfriedhofes annähernd 150 meist aus Sandstein bestehende Grabmäler vorhanden. Unter den hier bestatteten Personen befanden sich auch Vertreter des Montanwesens. Außergewöhnlich ist der große, aus Serpentinit bestehende Würfel auf dem Grab von Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra (*1740 †1819).

  • Bergbaulandschaft Zug

    Die Bergbaulandschaft Zug ist das Bindeglied zwischen den Bergbaugebieten von Freiberg und Brand-Erbisdorf. Seit dem 16. Jahrhundert wurden hier Silber-, Kupfer- und Bleierze gefördert, wovon die weitgehend erhaltenen Bauwerke und Haldenzüge zeugen. Das um 1913 eingerichtete untertägige Kavernenkraftwerk Drei Brüder Schacht dokumentiert die Nachnutzung bergbaulicher Anlagen zur Erzeugung elektrischen Stromes, wobei die vorhandene historische Wasserversorgung des Bergbaugebietes zur Stromerzeugung für die Bergbaufolgeindustrie nachgenutzt wurde.

    • Drei-Brüder-Schacht - Halde

      Der insgesamt 390 m tiefe Schacht ist im oberen Teil senkrecht, nachfolgend tonnlägig. Die Nord-Süd ausgerichtete, weitgehend baumbestandene Halde des Drei-Brüder-Schachtes besitzt eine Länge von etwa 150 m und eine Breite von 90 m.

    • Drei-Brüder-Schacht - Schacht- und Maschinenhaus

      Das ursprüngliche Wassergöpeltreibehaus wurde 1913 für einen Schachthausneubau des Elektrizitätswerkes abgebrochen. Sowohl architektonisch als auch in seiner landschaftlichen Wirkung lehnt sich das 1913/14 errichtete dreistöckige Gebäude an das ursprüngliche Treibehaus an. Im hinteren Giebel des Treibehauses befindet sich in einem Funktionsbau mit Flachdach die Schaltwarte des ehemaligen Kraftwerks. Von hier erfolgte über Stromleitungen die Einspeisung der erzeugten Elektroenergie in das öffentliche Landesnetz. Das Gebäude haust das Stahlfördergerüst ein. Die im Maschinenhaus befindliche Fördermaschine war ursprünglich Bestandteil der Dampffördermaschine vom Reiche Zeche Richtschacht in Freiberg. Sie wurde 1898 auf den Röschenschacht der Grube Beschert Glück in Zug umgesetzt und kam 1913, als der Umbau für das Kavernenkraftwerk erfolgte, auf den Drei-Brüder-Schacht. Im Jahr 1915 wurde die Fördermaschine mit einem Gleichstrommotor ausgerüstet.

    • Drei-Brüder-Schacht - Scheidebank

      Neben der Haldenauffahrt befindet sich die 1820 erbaute Scheidebank. Sie ist das älteste Gebäude des Ensembles Drei-Brüder-Schacht. Das eingeschossige, mit verputzten Bruchsteinmauern errichtete Gebäude trägt ein mit Ziegeln gedecktes Krüppelwalmdach. Es wurde in den letzten Jahren denkmalgerecht instandgesetzt und wird als Vereinshaus genutzt.

    • Drei-Brüder-Schacht - Kavernenkraftwerk (untertage)

      Mit der Einstellung des Bergbaus 1913 im Freiberger Revier stand die bis dahin für den Bergbau genutzte Wasserkraft weiterhin zur Verfügung. Die Ansiedlung von Nachfolgeindustrien erforderte gleichzeitig Elektrizität im großen Umfang. Dies führte zur Nutzung der zur Verfügung stehenden Wasserkraft zur Elektroenergiegewinnung. In den Jahren 1913/14 erfolgte der Umbau des Drei-Brüder-Schachtes zu einem untertägigen Wasserkraftwerk. Dabei wurden unter Nutzung vorhandener Räumlichkeiten die erforderlichen untertägigen Maschinenräume (Kavernen) und notwendigen Wasserführungsstrecken aufgefahren. Das Kraftwerk ging am 24.12.1914 in Betrieb. Die Wiederaufnahme des Bergbaus nach 1945 führte zu umfangreichen Änderungen bei der Bereitstellung des für die Kraftwerke notwendigen Aufschlagwassers. Trotz des Bergbaubetriebes blieben die Kraftwerke meist als Spitzenlastkraftwerke in Betrieb. Im Jahr 1968 erfolgte der Beschluss zur Einstellung Wasserkraftwerks mit anschließender Schließung im Jahr 1972. 

    • Haldenlandschaft

      Der Haldenzug  steht in Zusammenhang mit verschiedenen, aber in gleicher Richtung (Nord-Süd) streichenden Erzgängen. Sie unterscheiden sich durch ihre Mineralisation und ein unterschiedliche Neigungen. Der Haldenzug beginnt im Norden mit einer auf freiem Feld stehenden Einzelhalde etwa 200 m östlich der Drei Kreuze, erstreckt sich über eine Länge von 1,7 km und endet bei der großen Halde der Grube Beschert Glück. Die kleineren im nördlichen Gangbereich vorhandenen Halden gehörten zur Grube Herzog August, die südlichen zur Grube Beschert Glück. Der etwa mittig liegende Drei-Brüder-Schacht wurde ursprünglich als gemeinsamer Schacht niedergebracht, betrieben und später von der letztgenannten Grube übernommen. 

    • Beschert-Glück Fundgrube - Halde mit Mauerung und Erzrollen

      Die große Halde des Röschen- und Neuen Kunstschachtes der Grube Beschert Glück erstreckt sich in Richtung des Erzganges von Nordost nach Südwest und steigt durch das abfallende Geländeniveau in südwestliche Richtung an. Die heute größtenteils bewachsene Halde besitzt eine Länge von etwa 250 m und eine Breite von annähernd 100 m. Stellenweise ist sie zum Schutz der vorbeiführenden Straßen mit Bruchsteinmauern gesichert. Durch die Halde führt eine Rösche, in der ehemals das Wasser einerseits auf die Wasserkraftmaschinen der Grube, andererseits zu einer westlich gelegenen Schachtanlage geführt werden konnte.  Daneben ist eine sich über die gesamte Haldenhöhe erstreckende Gneismauer erhalten. Die Mauer besitzt zwei Rollenschnauzen. Diese Erzrollen dienten dem Abtransport der Erze zur weiteren Erzaufbereitung bzw. zum Abtransport der Erze in die Hütte. Über eine Treppe gelant man zu den Erzbunkern mit den mit großen Gneisplatten abgedeckten Einfüllöffnungen.

    • Beschert-Glück Fundgrube - Huthaus und Röschenschacht

      Das 1786 massiv erbaute Huthaus der Grube Beschert Glück ist eingeschossig und weist mehrere, durch bogenförmige Stürze abgeschlossene Eingänge auf. Die Fenster sind nach historischem Vorbild mit Bretterfensterläden versehen. Der Ostgiebel ist in Fachwerkbauweise errichtet, der Westgiebel ist heute massiv ausgeführt. Dort befand sich in den letzten Betriebsjahren der Grube ein über das Haus herausragendes Fördergerüst. Auf der Mitte des Dachfirstes, symmetrisch zu den Gaupen, sitzt ein schlanker Dachreiter mit achteckigem Grundriss und einer Laterne. Früher mit Holz beschlagen und mit Schindeln gedeckt war er Uhr- und Glockentürmchen zugleich. Heute ist das Türmchen mit Schiefer beschlagen, besitzt aber noch die ursprüngliche Gestalt. Darüber befindet sich die Wetterfahne mit der Bergmannssymbolik Schlägel und Eisen sowie dem Monogramm der Grube und die Jahreszahl 1815. In der offenen Laterne des Türmchens hängt die Bergglocke. Im Innern befand sich die Betstube und die Hängebank des Röschenschachtes. 

    • Beschert-Glück Fundgrube - Scheidebank, Schachthaus

      Die Scheidebank, deren westlicher Teil gleichzeitig das Schachthaus vom Neuen Kunstschacht war, wird als die älteste Scheidebank im Freiberger Revier bezeichnet. Nach den architektonischen Formen und der Inschrift sind als Bauzeit die Jahre um 1800 anzunehmen. Das weitestgehend in seinem originalen Zustand erhaltene Haus weist einen rechteckigen Grundriss und ein aus Bruchsteinen errichtetes Erdgeschoss auf. Die östliche Tür wurde zu einem Fenster umgebaut. Die große Dachfläche gliedert sich durch Gaupen. Die mittlere Tür führt in den großen Flur. Durch die westliche Tür gelangt man zum heute verwahrten Kunstschacht. Vom Gebäude führt eine Steintreppe zu den Erzrollen.

    • Beschert-Glück Fundgrube - Dampfgöpelgebäude

      Gegenüber dem westlichen Giebel des Huthauses befinden sich das ehemalige Kessel- und Maschinenhaus. Diese Gebäude wurden mit dem Bau der Dampfförderanlage im Jahr 1898 errichtet und beinhalteten im hinteren, höheren Teil des Gebäudes die Kesselanlage und im vorderen niedrigeren Teil die Dampffördermaschine selbst. Der Schornstein ist nicht erhalten. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus und wurde entsprechend umgebaut. Zum Teil sind noch die gemauerten Fensterüberwölbungen erhalten.

    • Beschert-Glück Fundgrube - Wellenschauer

      Auf der Halde nordöstlich vom Huthaus haben sich die Schuppen erhalten, die unter anderem als Lagergebäude für die Radwellen der zahlreichen Kunst- und Kehrräder der Grube dienten. Der Wellenschauer mit Satteldach besteht aus zwei im rechten Winkel angeordneten, massiv mit Bruchsteinen gemauerten Schuppen. Die Giebel und zum Teil auch der obere Bereich der Mauern ist noch mit dem ursprünglichen Bretterbeschlag versehen.

  • Bergbaulandschaft Brand-Erbisdorf

    Spätestens seit dem 13. Jahrhundert wurde in der Bergbaulandschaft Brand-Erbisdorf Silber abgebaut. So entstand das wichtigste Abbaugebiet des Freiberger Reviers. Zeitweise wurden hier mehr als 20% des gesamten sächsischen Silbers gefördert. Umfangreiche Halden und Haldenzüge sowie zahlreiche bergmännische Tagesgebäude zeugen von der Bedeutung der Bergbaulandschaft. Stellvertretend für sie stehen die Anlagen vom Mendenschacht der Alten Mordgrube und vom Hörnigschacht der Grube Einigkeit. Zu den frühesten und ausgedehntesten Entwässerungsanlagen im Erzgebirge gehört der Thelersberger Stolln mit seinen mehr als 50 km Auffahrungen.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Halde

      Die Halde des Mendenschachtes ist außergewöhnlich groß. Da das Gelände in südliche Richtung ansteigt, geht die Halde allmählich in das Geländeniveau über und ihre Grenze ist durch Bewuchs und Bebauung schwer erkennbar. Lediglich aus östlicher Richtung nimmt man die Größe der baumbestandenen Halde in vollem Umfang war. Die Halde wird von der Straße „An der Zugspitze“ geschnitten. Im Bereich des Mendenschachtes an der östlichen Haldenkante und beim Erzbahndamm besitzt die Halde hochaufragende Bruchsteinmauern. Die bis zu 10 Meter hohen Mauern sind teils als Trocken-, teils als Kalkmauerung aufgeführt.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Hof

      Der Hof des Tagesanlagenkomplexes des Mendenschachts ist von der Straße „An der Zugspitze“ über ein Eingangstor zwischen dem sogenannten Bethaus und dem Huthaus zu erreichen. Den Eingangsbereich flankieren große Bäume. Der Hof besitzt eine Größe von etwa 40 x 40 Meter. Er wird im Westen vom Bethaus, im Süden vom Huthaus und im Osten von der Bergschmiede begrenzt, nördlich schließt eine kleine Parkanlage an. Alle Häuser stehen traufseitig zum Hof und besitzen Beschriftungen zu ihrer ehemaligen Funktion vom Anfang des Jahrhunderts. In Verlängerung der südlichen Giebelfluchten vom Bethaus und der Bergschmiede, in 10 Meter Entfernung vom Huthaus, befindet sich ein Brunnendenkmal. In dessen Zentrum steht auf einem quadratischen Sockel die Skulptur eines Gerbereiarbeiters, die an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Arbeiter des Lederwerkes Stecher erinnert.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Huthaus

      Das um 1820 errichtete neue Huthaus der Alten Mordgrube ist ein eingeschossiger Bruchsteinbau mit einem ausgebauten Mansarddach. Das mit Biberschwänzen ziegelgedeckte Dach besitzt auf der Nordseite dreieckig angeordnete Fledermausgaupen. Die Giebel des Huthauses sind mit Brettern beschlagen. Das Huthaus hat etwa eine Länge von 17 Meter und eine Breite von 10,7 Meter. Die symmetrische Fensteranordnung besitzt traufseitig sieben und giebelseitig vier Achsen. Der Hauptzugang befindet sich ebenso wie bei den anderen Gebäuden hofseitig. Die denkmalgerecht erneuerten Fenster des Gebäudes sind sechsfach geteilt.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Bethaus

      Bei dem Bethaus handelt es sich um das größte der um den Hof gruppierten Gebäude. Es ist ein markanter eingeschossiger Bau mit einem ausgebauten Dachgeschoss. Das Bethaus wurde 1853 als Material- und Zimmerhaus errichtet, aber später zum Bethaus der Grube umgebaut. Es besitzt ein schiefergedecktes Satteldach mit Dachaufbauten und einem markanten schieferbeschlagenen Glockenturm. Die heute anstelle der ursprünglichen Bergglocke eingebaute Stahlglocke hängt frei im Glockenturm, wobei die Schallluken nicht mehr vorhanden sind. Im unteren Bereich des Glockenturmes befindet sich hofseitig das Ziffernblatt der Turmuhr. 

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Kesselhaus

      Die am Mendenschacht 1854 im Zusammenhang mit der Umstellung auf Dampfkraftförderung errichteten Tagesgebäude wurden unmittelbar neben dem ehemaligen Wassergöpeltreibehaus errichtet. Dabei handelte es sich um das zweigeschossige, ehemals in Fachwerkbauweise errichtete Treibehaus, das unmittelbar südlich angrenzende eingeschossige Maschinenhaus sowie das Kesselhaus mit dem heute nicht mehr vorhandenen Schornstein. Dabei entspricht diese staffelförmige Gebäudeanordnung der Bauweise anderer Dampfgöpelanlagen des 19. Jahrhunderts. Nach der Verwahrung des Schachtes und dem Abbruch des benachbarten Wassergöpeltreibehauses wurden die Schachtgebäude umgebaut, im nördlichen Bereich erweitert und werden seit 1906 mit zeitlichen Unterbrechungen als Gaststätte genutzt.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Kaue

      Wenige Meter südlich der Bergschmiede, unmittelbar am Weg gelegen, befindet sich über einem auf die Aufschlagrösche führenden Tagesschacht die Kaue. Die von Neuglück und Drei Eichen herbeigeführte Rösche lieferte ab dem 19. Jahrhundert das erforderliche Aufschlagwasser für die Wasserkraftmaschinen der Alten Mordgrube. Entsprechend ihrer Funktion wurde die Kaue als Wasserhebehaus bezeichnet. Die aus dem 19. Jahrhundert stammende Kaue besitzt eine typische Form. Von dergleichen, einst die Bergbaulandschaft prägenden Kauen, haben sich nur wenige bis in die Gegenwart erhalten.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Kohlehaus

      Etwa 15 Meter östlich vom Kesselhaus der Dampfgöpelanlage befindet sich ein massives, ursprünglich als Kohlehaus zur Aufbewahrung von Feuerungsmaterial genutztes Gebäude. Das 1924 aufgestockte und mit einem Krüppelwalmdach ausgestattete Gebäude war ursprünglich nur eingeschossig. Es besitzt eine Länge von etwa 18 Metern und eine Breite von 9 Metern. Südlich am Haus befindet sich ein Anbau, der im Erdgeschoss klar erkennen lässt, dass er Bestandteil des alten Kohlhauses war.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Bergschmiede

      Die 1856 als Neubau errichtete Bergschmiede befindet sich an der östlichen Hofseite des Tagesanlagenkomplexes der Alten Mordgrube. Es handelt sich um einen eingeschossigen Bau von etwa 21 Meter Länge und 13 Meter Breite. Auf dem kunstschiefergedeckten Satteldach befinden sich unregelmäßig angeordnete Giebelgaupen. Der Hauptzugang befindet sich ebenfalls auf der Hofseite. Nach der Beendigung des Bergbaus und der Umnutzung der Bergschmiede als Wohnhaus erfolgte die Änderung der ursprünglichen Raumaufteilung. Die Lage der Fenster- und Türöffnung wurde der neuen Nutzung angepasst.

    • Alte Mordgrube Fundgrube - Erzbahndamm/Röschenmundloch
    • Alte Mordgrube Fundgrube - Halde Junge Mordgrube Stehender

      Der Haldenzug auf dem Junge Mordgrube Stehenden / Aller Welt Heyland Flachen befindet sich südlich des Mendenschachtes. Die den Verlauf des Erzganges markierenden baumbestandenen Halden besitzen eine Höhe von 5 bis 10 Meter und einen Durchmesser zwischen 29 und 60 Meter. Die ab dem 16. Jahrhundert entstandenen Halden sind ein typisches Beispiel für den einem Erzgang folgenden Haldenzug.

    • Bergbaulandschaft Goldbachtal - Halde Einigkeit Fundgrube
    • Bergbaulandschaft Goldbachtal - Huthaus Einigkeit Fundgrube
    • Bergbaulandschaft Goldbachtal - Pulverhaus Einigkeit Fundgrube
    • Bergbaulandschaft Goldbachtal - Haldenlandschaft

      Die zahlreichen mit dem Thelersberger Stolln in Verbindung stehenden Tagesschächte sind heute übertägig größtenteils anhand der Halden zu lokalisieren. Bisweilen haben sich bei den Schächten einzelne denkmalgeschützte bergmännischeTagesgebäude erhalten. Die heute meist baumbestandenen Halden der Bergbaulandschaft im Goldbachtal stehen beispielhaft als Halden der kleinen hier vorhandenen Gruben bzw. der Stollnschächte desThelersberger Stollns. Vom Standpunkt aus nach Norden blickend sind auf ein annähernd 180° weites Blickfeld mehrere solcher Einzelhalden zu sehen.

    • Bergbaulandschaft Goldbachtal - Thelersberger Stolln (Mundloch)

      Beginnend von seinem Mundloch folgt der Thelersberger Stolln der langanhaltenden geologischen Störung mit der Bezeichnung Stolln Spat. Diese Störungszonen sowie Erzgänge ermöglichten anfänglich einen schnellen Vortrieb des Stollns, erforderten aber später umfangreichen Ausbau bzw. lokale Umbrüche.  Nicht standsichere Bereiche und intensiv bergbaulich beeinflusste Bereiche an Schächten sowie bei Abbauen wurden dauerhaft ausgebaut. Die in sehr großem Umfang im Stolln vorhandene Grubenmauerung bzw. der Ausbau kann hinsichtlich der verwendeten Materialien (Bruchsteine, Klinker, Profileisen) und den angewandten Bauformen unterschieden werden. Der Thelersberger Stolln gilt hinsichtlich seiner Grubenmauerung als beispielhaft und ist nicht nur ein montanhistorisch bedeutendes Objekt, sondern auch das Winterquartier von ca. 3.000 Fledermäusen.

  • Bergbauliches Wasserwirtschaftssystem Freiberg

    Der Rothschönberger Stolln und die Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg/RWA gehören zu den größten und bedeutendsten Wasserwirtschaftssystemen Europas. Bestehend aus einem umfassenden Geflecht an Kunstgräben, Röschen und Teichen diente die Aktive Revierwasserlaufanstalt ab dem 16. Jahrhundert dem Antrieb der Wasserkraftmaschinen in den Bergwerken, den Aufbereitungsanlagen und Schmelzhütten. Ab 1844 errichtet, ist der Rothschönberger Stolln die bedeutendste und tiefste Stollenanlage des Freiberger Reviers. Sein Bau stellt den Endpunkt in der weltweiten technologischen Entwicklung von gebietsübergreifenden Entwässerungsstolln dar.

    • Rothschönberger Stolln

      Der in den Jahren 1844 bis 1877 aufgefahrene Rothschönberger Stolln ist der tiefste und bedeutendste Entwässerungsstolln im Freiberger Revier. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt der über 50 km lange Stolln als längster unterirdischer Bau der Welt. Der vordere, sog. fiskalische Teil des Stollens (bis Halsbrücke) hat eine Länge von 13,9 km, der Hauptstollntrakt innerhalb des Reviers 15 km und die Verzweigungen zu den Gruben 22 km. Der Rothschönberger Stolln brachte im Freiberger Revier eine Tiefe von annähernd 128 m unter dem Tiefen Fürstenstolln ein und gab damit dem Bergbau im Freiberger Revier bis zur vorläufigen Stilllegung 1913 noch einmal einen wesentlichen Impuls. Er entwässert bis in die Gegenwart alle über dem Stolln liegenden Grubenbaue der Bergbaugebiete Halsbrücke, Großschirma, Freiberg und Brand-Erbisdorf. Der Stolln besitzt zwei Mundlöcher zur Triebisch. Neben dem Hauptstollnmundloch existiert noch das Mundloch der Triebisch-Rösche. Die Mundlöcher liegen in der Gemeinde Klipphausen in der Nähe des Ortsteiles Rothschönberg.

    • Rothschönberger Stolln - Röschenmundloch
    • Rothschönberger Stolln - Stollnmundloch

      Das im Jahr 2004 restaurierte, klassizistische Hauptmundloch ist das größte und prächtigste Stollnportal im Freiberger Revier. Die Stirnmauer besitzt Zierelemente und Pilaster. Diese sind, ebenso wie die Abdeckplatten und das eigentliche elliptische Mundloch, aus Sandstein gearbeitet. Für die übrige Mauerung fanden bearbeitete Gneisbruchsteine Verwendung. Über dem Mundloch befinden sich zwei gusseiserne Tafeln mit Schlägel und Eisen-Symbolik sowie eine Namensinschrift. Durch die massive, zweiflügelige Eisentür des Mundloches wird ein kleiner überbauter Vorraum erreicht, von dem eine Treppe auf das mehrere Meter tiefer liegende Stollnniveau führt.

    • IV. Lichtloch: Mundloch tiefe Abzugsrösche

      Im Haldenplateau wird von Westen kommend der Kunstgraben von dem unteren Mundloch der Reinsberger Rösche zur Radstubenkaue herangeführt. Das Mundloch der unteren Reinsberger Rösche befindet sich 170 m westlich des Huthauses. 

    • IV. Lichtloch: Mundloch obere Abzugsrösche

      Die Abzugsrösche wurde im Jahre 1851 angelegt. Aus dieser Zeit stammt das Mundloch der Rösche mit elliptischer Trockenmauerung. Über die 184,5 m lange obere Abzugsrösche wurden das durch das Kunst- und Kehrrad verbrauchte Aufschlagwasser sowie das gehobene Grundwasser in den Dorfbach eingeleitet.

    • IV. Lichtloch: Zimmerhaus

      Das auf der Halde befindliche und als Zimmerhaus genutzte Gebäude wurde als Ersatz für das östlich vom Schacht gelegene, abgerissene Zimmerhaus neu errichtet. Es ist ein mit Ziegeln ausgefachter einfacher Fachwerkbau. Der südliche Teil des Gebäudes besitzt zur Aufbewahrung von Materialien einen Boden. Das halbhohe Obergeschoss ist verbrettert. Das sich in zwei Teile gliedernde Gebäude besitzt ein mit Dachpappe gedecktes überstehendes Satteldach. Der Zugang zum Gebäude erfolgt über verschiedene Türen von der Ostseite.

    • IV. Lichtloch: Huthaus

      Im Huthaus befand sich die Verwaltung des fiskalischen Stollns. Zudem befanden sich Expeditionsräume, Verwaltungsräume und die Wohnungen des Stolln-Steigers und des Hutmanns. In diesem Haus wurden sämtliche Betriebsunterlagen, Risse und Grubeninventar aufbewahrt. Seit 2011 erfolgt eine umfangreiche denkmalgerechte Sanierung dieses Gebäudes. Das Huthaus hat eine Grundfläche von 15 x 9 m, ist zweigeschossig errichtet und unterkellert. Es besitzt traufseitig fünf und giebelseitig zwei Fensterachsen. Das Obergeschoss des Gebäudes und die Giebel sind verbrettert. Über dem mittig gelegenen Hauszugang befindet sich eine eingelassene Sandsteintafel mit der Inschrift Huthaus zum Rothschönberger Stolln 1844“.

    • IV. Lichtloch: Bergschmiede

      Die annähernd 20x7 m, eingeschossige Bergschmiede befindet sich am östlichen Ende des Haldenkörpers. Die Giebel der Bergschmiede besitzen ein freiliegendes Fachwerk. Die Westfront des Gebäudes ist verbrettert. Das Inventar der Bergschmiede wurde Mitte der1980er Jahre in die Bergschmiede der Alten Elisabeth gebracht. Inzwischen wurde die Bergschmiede  nach historischem Vorbild wieder mit historischem Inventar ausgestattet.  In der Bergschmiede befand sich zudem ein Pferdestall. 

    • IV. Lichtloch: Radstuben

      Die beiden Radstuben sind ein hervorragendes Beispiel für die Grubenmauerung untertägiger Maschinenräume des 19. Jahrhunderts. Akkurat mit leicht elliptischem Grundriss beherbergten sie das Kunst- und das Kehrrad mit 11,9 m Durchmesser. Der Standort der unmittelbar an die Welle des Kehrrades angeschlossenen Seilkörbe zeigt sich in der Mauerung. Das Treibeseil wurde von Seilkörben zu den im Dachgeschoss befindlichen Seilscheiben und über diese in den Schacht geleitet. Während das Kunstrad ursprünglich eine Breite von 0,8 m hatte, besaß das Kehrrad mit 1,6 m die doppelte Breite. Das Kunstrad trieb ein südlich gelegenes und zum Schacht führendes Gestänge an. Dieses betätigte die Kunstgezeuge. Das Wächterglöckchen auf dem Dach desTreibehauses signalisierte akustisch den ordnungsgemäßen Gang des Kunstgezeugs.

    • IV. Lichtloch: Halde

      Die Halde vom IV. Lichtloch des RothschönbergerStollns befindet sich linksseitig des Reinsberger Dorfbachs. Im natürlichen Schüttungswinkel steigt sie von der ehemaligen Eisenbahntraße auf und geht im Süden in das ansteigende Geländeüber. Die Halde ist im Wesentlichen ohne Bewuchs. Unmittelbar auf der Halde befinden sich die Tagesanlagen des Lichtloches.

    • IV. Lichtloch: Treibehaus mit Radstubenkaue

      Das auf einer in der Halde versteckten Schachtaufsattlung ruhende Treibehaus hat eine quadratische Grundfläche mit einer Länge von etwa 9 m. Das zweistöckige Gebäude besitzt im Erdgeschoss die originale Hängebank des Schachtes. Im Obergeschoss des Gebäudes befindet sich die 1891 eingebaute viermännige Handhaspel. Die Radstubenkaue mit den Abmessungen von 17x10 m überdacht die beiden mächtigen in der Halde eingelassenen Radstuben, deren Sohle unter dem Niveau des Dorfbachs liegt. Zum Schutz der Maschinen wurde über den Radstuben die Kaue mit einer hängenden Dachkonstruktion aufgebaut. Das Satteldach des Treibehauses besitzt einen Glockenturm für das ehemalige Wächterglöckchen des Kunstrades.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg/RWA

      Die Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg (RWA) wurde auf Befehl des Sächsischen Kurfürsten August I. zur Versorgung des Freiberger Bergbaus mit Aufschlagwasser angelegt. Der Bau begann 1558, erstreckte sich aber über drei Jahrhunderte bis 1882. Bei der RWA handelt es sich um ein über 70 km langes System bergbaulicher Anlagen der Wasserwirtschaft, bestehend aus insgesamt elf Teichen sowie zahlreichen Kunstgräben und Röschen. Heute dient das in weiten Teilen noch immer funktionsfähige Wasserwirtschaftssystem der sächsischen Landestalsperrenverwaltung zur Bereitstellung von Trink- und Brauchwasser für die Freiberger, Dresdner und Chemnitzer Region, wird zur Naherholung genutzt und ist zugleich Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Hüttenteich

      Die Anlegung des Großen Hüttenteiches geht auf das Reskript des albertinischen Kurfürsten August vom 23. Januar 1558 zurück. In diesem reagierte der Landesherr auf die anhaltenden Beschwerden Freibergs aufgrund der Entziehung der Wasser des Münzbachs durch den Bergbau auf dem Thurmhofer Zug. Gespeist wird der Hüttenteich durch den Münzbach. Darüber hinaus nimmt der Hüttenteich die aus dem umliegenden Gelände zuströmenden Flutwasser sowie die über den Bauerzuggraben zufließenden Wässer des Hohbirker Kunstgrabens auf. Aktuell bildet der Hüttenteich den Endspeicher in der Teichkaskade der Revierwasserlaufanstalt Freiberg. Er erfüllt als Ausgleichs- und Vorlagespeicher der Hüttenteichleitung sowie für die Wasserbilanz des Talsperrenverbundes unverzichtbare Aufgaben für die Betriebswasserversorgung Freiberger Gewerbe- und Industriegebiete. Die größte Dammbreite am Dammfuss beträgt 37 m, die Kronenbreite 8,5 m und die Kronenlänge des Dammes 443 m.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Rothbächer Teich

      1565 wurde die Anlegung des Gewässers in einem Ratsprotokoll der Stadt Freiberg erstmals konkretisiert. Dabei sollte das Wasser des Kohlbaches und des Rathsbachs in den Rothbächer Teich eingeleitet und aufgestaut werden. Ab 1569 diente das Gewässer als Sammelteich für die Alte Mordgrube. Nach der Einstellung des Freiberger Bergbaues diente das Gewässer als Ausgleichsteich für das Revierelektrizitätswerk. 1936 erfolgte die Erhöhung des Teichdammes um 0,8 m und bis 1938 die Einbringung einer 0,60 m starken Lehmzunge als neuen Dichtungskörper auf der gesamten Länge des Dammes. Ferner wurden das Striegelhaus, das Abflussgerinne und die Hochwasserentlastung neu gebaut. Der Rothbächer Teich erfüllt die Funktion eines Ausgleichspeichers zwischen oberer- und unterer Wasserführung der Revierwasserlaufanstalt. Insbesondere dient er der Zwischenspeicherung und bedarfsabhängigen Verteilung von Rohwasser. Der Rothbächer Teich ist mit seinen Funktionen unverzichtbar für eine sichere Rohwasserbereitstellung für die Freiberger Industrie. Darüber hinaus wird der Rothbächer Teich als Angelgewässer genutzt.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Constantin Teich

      Nach der planmäßigen Schließung der Gruben im Freiberger Bergrevier zwischen 1904 und 1914 sank die Abnehmerschaft der Wasser der Revierwasserlaufanstalt Freiberg. Neben der Brauch- und Trinkwasserbereitstellung wurden weitere Nachnutzungsmöglichkeiten für die Wasserbestände erwogen. Während dieser Überlegungen kam auch der Plan von der Erzeugung elektrischer Energie mit Hilfe der Wässer der Revierwasserlaufanstalt auf. 1927 erfolgte hiezu die Anlegung eines Teiches mit 25.000 m³ Stauvolumen südöstlich des Konstantin-Schachtes. Um Spitzen des Stromverbrauches abdecken zu können, erfolgten bereits ab 1934 Planungen für eine Teichvergrößerung auf 35.000 m³. Aus dem Sammelteich führte eine Rohrleitung durch die alte Aufschlagrösche in den Schacht, welche zwei Peltonturbinen im Maschinenraum versorgte. 1969 erfolgte die Schließung des Kraftwerkes im Konstantin-Schacht (Oberwerk), 1972 die des Kraftwerkes im Drei-Brüder-Schacht (Unterwerk). Der Konstantin Teich wird durch den Hohbirker Kunstgraben gespeist. Aktuell dient er zur Bereitstellung von Rohwasser für die Betriebswasserversorgung sowie als Angelgewässer.

       

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Obersaidaer Teich

      Bereits mit den Planungen des Obersaidaer Kunstgrabens und verstärkt bei Bau des Obersaidaer Kunstgrabens in den Jahren 1606 bis 1607 wurde die Errichtung mehrerer Bergwerksteiche zu Obersaida erwogen. Aufgrund der erheblichen finanziellen Aufwendungen, welche der Bau der Obersaidaer Rösche sowie des gleichnamigen Kunstgrabens mit sich brachte, verzichtet man zunächst auf den Bau der Kunstteiche. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Plan jedoch wieder aufgegriffen. 1727 erteilte schließlich Kurfürst Friedrich August I. [*1670 †1733] den Befehl zum Bau des Teiches, der nunmehr aufgrund von Schwierigkeiten beim Bau des Mittleren Großhartmannsdorfer Teiches erforderlich war. Der Obersaidaer Teich konnte bereits im folgenden Jahr fertiggestellt werden. Der Damm besitzt eine Kronenlänge von 214 m und eine Kronenbreite von 6,25 m.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Unterer Großhartmannsdorfer Teich

      Der Untere Großhartmannsdorfer Teich zählt mit zu den ältesten Bergwerksteichen im Freiberger Bergrevier. Mit der Anlegung des Müdisdorfer Kunstgrabens und der begonnenen Herbeiführung der Großhartmannsdorfer Wasser bot sich der Erwerb des Unteren Großhartmannsdorfer Teiches, welcher zuvor dem Mühlenbetrieb und der Fischerei diente, als Wasserspeicher für den Bergbau zwangsläufig an. Die Errichtung des ersten Teichhauses auf der Dammkrone fand 1692 statt. In diesem wohnte der Oberröschensteiger, dem die Beaufsichtigung der Kunstgräben-, Röschen- und Teiche der 1684 gegründeten Kurfürstlichen Stolln- und Röschenadministration unterlag.

      In den Jahren 1936 bis 1937 fanden der Umbau des Kunstgrabenstriegels und der Bau eines Striegels mit einer Turbine zur Stromerzeugung für das Teichhaus sowie der Werkstätten der Revierwasserlaufanstalt statt. Darüber hinaus wurde ein Dammweg für den Kraftfahrzeugverkehr errichtet. Seit 1967 befindet sich das Gewässer in einem Naturschutzgebiet und gilt als wichtiges Brutrevier verschiedener Vogelarten.

      Die Kronenlänge beträgt 494 m und die maximale Kronenbreite 17 m.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Mittlerer Großhartmannsdorfer Teich

      Aufgrund der anhaltenden Trockenheit während der 1710er und 1720er Jahre litt der Bergbau unter einem Mangel an Aufschlagwasser. Um diesem entgegenzuwirken ordnete der Landesherr den Bau eines weiteren Wasserspeichers an. Die Anlegung des Mittleren Großhartmannsdorfer Teiches geht auf einen kurfürstlichen Befehl Friedrich August I. vom 04.03.1712 an das Oberbergamt Freiberg zurück. Nach der Einstellung des Freiberger Bergbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente der Mittlere Großhartmannsdorfer Teich während der 1930er Jahre dem Betrieb des Revierelektrizitätswerkes und der Wasserversorgung. Heute dient er als Rohwasserspeicher für die Brauchwasserversorgung, der Fischzucht sowie als Badegewässer. Die Kronenlänge beläuft sich auf 632 m, die Kronenbreite auf 17,2 m.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Oberer Großhartmannsdorfer Teich

      Mit der Verlängerung des Kunstgrabensystems bis nach Dörnthal und der somit erzielten Herbeiführung der Wässer aus diesem Gebiet wurde in den Jahren 1778-1782 die Erhöhung des Oberen Großhartmannsdorfer Teiches um ca. 2,25 m notwendig. Diese Dammerhöhung erlaubte die Speicherung einer größeren Wassermenge. 1897 wurde der Teichdamm mit weiteren Drainagerohren versehen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führte langanhaltender Regen am Oberen Großhartmannsdorfer Teich zu zwei Erdrutschen an der luftseitigen Dammböschung. Während der Reparaturen erfolgte der Einbau von Tragebögen aus Trockenmauerwerk. Darüber hinaus wurde eine 1,3 m hohe und 250 m lange Wellenschutzmauer errichtet. Der Damm verfügt über eine Kronenbreite von 9,7 m und eine Kronenlänge von 531 m. 

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Dörnthaler Teich
    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Dittmannsdorfer Teich

      Mit dem Wiederaufblühen des Freiberger Bergbaus gegen Ende des 18. Jahrhunderts und dem daraus resultierenden Mangel an Aufschlagwasser entstand auch die Notwendigkeit der Anlegung des Dittmannsdorfer Teiches. Dies geschah in Zusammenhang mit dem Bau des gleichnamigen Kunstgrabes und der gleichnamigen Rösche. Zeitgleich mit der Anlegung des Gewässers errichtete man ein Teichhaus, die Wellenschutzmauer über die gesamte Dammlänge und eine Tarrasmauer. Die Speisung des Gewässers erfolgt gegenwärtig hauptsächlich durch den Ullersdorfer Bach. Vordergründig dient der Dittmannsdorfer Teich heute dem Hochwasserschutz und der Fischzucht. Im Jahr 1999 wurde am Betriebsablass des Gewässers eine Wasserkraftanlage zur Stromerzeugung in Betrieb genommen. Die Kronenlänge beträgt 282 m, die Kronenbreite 11,3 m. 

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Hohe Birker Kunstgraben

      Der 3.200 m lange Hohbirker Kunstgraben ist neben Kohlbach- und Müdisdorfer Kunstgraben eine der ältesten und zugleich die Freiberg am nächsten gelegene Bergwerkswasserleitung im Anlagensystem der aktiven Revierwasserlaufanstalt Freiberg. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts erfolgte die Anlegung eines ersten Grabens. Nach Anlegung bzw. Nutzbarmachung des Rothbächer Teiches für den Bergbau 1569 konnte die Wasserversorgung der Privatgrube „Alte Mordgrube 3.4. Maaß“ mittels dieser seit 1567 bestehenden Grabenanlage realisiert werden, welche in den Jahren 1589 bis 1590 zum Hohbirker Kunstgraben ausgebaut wurde.  Durch die Vergrößerung des Konstantin Teiches 1936 im Zusammenhang mit der Leistungserhöhung der Kavernenkraftwerke wurde auch der Hohbirker Kunstgraben teilweise eingeschüttet und verrohrt. Bis 1940 fanden weitere Neugestaltungsmaßnahmen an der Anlage zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit statt. Der Abschnitt des Hohbirker Kunstgrabens unterhalb des Konstantin Teich wird derzeit durch die Landestalsperrenverwaltung instandgesetzt und für künftige wasserwirtschaftliche Aufgaben nutzbar gemacht.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Müdisdorfer Kunstgraben

      Der Bau des Müdisdorfer Kunstgrabens begann im Januar 1558 unter Aufsicht und Leitung von MARKUS RÖHLING. Im Befehl vom 13. Mai 1558 befiehlt der am Kunstgrabenbau stark interessierte und über den Baufortschritt zufriedene Kurfürst August „…damit solch Wasser den vorstehenden Winter über auch ganghaftig bleiben und nicht verfrieren möge, den Graben mit Holz zu decken, ihn später aber zu wölben (verröschen)“. Der Müdisdorfer Kunstgraben war nicht der erste Kunstgraben des Freiberger Reviers, aber der erste, welcher nicht ausschließlich dem Bergbau diente. Gemeinsam mit dem Kohlbachkunstgraben zählt er zu den ersten Anlagen, welche ein Wassereinzugsgebiet von außerhalb des Münz- und Rathsbachgebietes erschlossen. Hinsichtlich allgegenwärtiger Nutzungkonflikte der Wasser stellte er schließlich den „Wasserfrieden“ im Freiberger Revier vorübergehend wieder her. 

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Zethauer Kunstgraben

      Der Zethauer Kunstgraben weist eine Gesamtlänge von ca. 8.100 m auf. Er beginnt im Dorf Zethau und durchschneidet dabei die Flure Zethau, Helbigsdorf sowie Großhartmannsdorf und bildet den Hauptzulauf des Unteren Großhartmannsdorfer Teichs. Der Bau des Zethauer Kunstgrabens war notwendig, weil in den 1560er Jahren absehbar wurde, dass mit der bereits 1558 begonnenen Nutzbarmachung der Hartmannsdorfer Wasser der Bedarf des Motanwesens dauerhaft nicht gedeckt werden konnte. Die Anlegung des Zethauer Kunstgrabens erfolgte schließlich zwischen 1570 und 1572 mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit der Aufschlagwasserversorgung zu erhöhen. Auf der gesamten Länge des Zethauer Kunstgrabens durchläuft das Wasser sechs Schützengebäude und drei Röschen. Derzeit dient das Wasser des Zethauer Kunstgrabens vor allem der Brauchwasserversorgung sowie der Gewährleistung der gesellschaftlichen und wasserwirtschaftlichen Anforderungen (Naturschutz, Fischereiwirtschaft, Landschaftsschutz) die an den Unteren Großhartmannsdorfer Teich gestellt sind.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Kohlbach Kunstgraben

      Zur Versorgung des Brander Revieres mit ausreichend Aufschlagwasser wurden bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts der Erzengler Teich, der Rothbächer Teich und die sogenannten Waldteiche angelegt. Da die im oberen Münzbachtal gelegenen Gewässer aufgrund ihrer geringen natürlichen Wasserzugänge nicht genügend Wasser aufspeicherten, kam es in den umliegenden Gruben in Trockenzeiten zu regelmäßigem Wassermangel. Laut Brander Chronik begann der Grabenbau in Großhartmannsdorf bereits im April 1556, womit der Kohlbachkunstgraben neben dem Hohbirker- und dem Müdisdorfer Kunstgraben einen der ältesten, sich aktuell im Bestand der aktiven Revierwasserlaufanstalt befindlichen Kunstgräben zur ehemaligen Wasserversorgung des Freiberger Bergreviers darstellt. Der Kohlbach Kunstgraben stellt ab Inbetriebnahme des Oberen Großhartmannsdorfer Teiches 1593 den Hauptabfluss des Teiches dar. Eine erneute Erweiterung samt Erhöhung der Kunstgrabenmauer des Kohlbach Kunstgraben fand im Jahr 1833 auf einer Länge von 272 m statt. In den 1820er und 1830er Jahren wurden Überwölbungen an einigen Teilstücken errichtet.

       

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Obersaidaer Kunstgraben

      Im Juni 1599 begannen die Vermessungsarbeiten für den Bau der Obersaidaer Rösche um dem Aufschlagwassermangel im Bergrevier Freiberg durch Herbeiführung der Wasser des Obersaidaer Baches (Saidenbach) entgegenzuwirken. 1602 nahm man die Arbeiten zur Einleitung des Saidenbaches in den Oberen Großhartmannsdorfer Teich auf. Der Durchschlag der 980 m messenden Obersaidaer Rösche erfolgte im Jahr 1607. Im Jahr 1606 begann der Bau des mit der Rösche fertiggestellten Obersaidaer Kunstgrabens der die Verbindung zum Saidenbach herstellt. 1866 fand eine Erhöhung der Grabenwand des Obersaidaer Kunstgrabens auf einer Länge von 500 Metern um ca. 12 cm statt. Diese Maßnahme resultierte aus den vorangegangenen Beschwerden der Gemeinde Mittelsaida infolge von Wasseraustritten aus dem Kunstgraben, welche die Wiesen- und Weidewirtschaft beeinflussten.

    • Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg - Oberer Dörnthaler Kunstgraben

      Der Bau des Kunstgrabens begann 1786 und konnte 1790 abgeschlossen werden. Nach der Auswertung der Teichzettel der Jahre 1850 bis 1854, welche der Ermittlung und Dokumentation der Zu- und Abflussmengen dienten, erfolgte 1857 der Beschluss zur Erweiterung des Dörnthaler- und Obersaidaer Kunstgrabens sowie der Obersaidaer Rösche, da erhebliche Wassermengen wegen zu geringer Kapazitäten der Kunstgräben ungenutzt für den bergbau abflossen. Der Ausbau des Dörnthaler Kunstgrabens erfolgte vom Bielabach bis zum Grundbach. Der Dörnthaler Kunstgraben bildet einen Teil der Oberen RWA und durchläuft die Gemarkungen Dörnthal, Haselbach, Mittelsaida und schließlich Obersaida. Mit dem Bau wurden die Wässer des Wiesenbaches, des Dörnthaler Dorfbaches, des Haselbacher Rainbaches, des Bielabaches und des Mittelsaidaer Baches für den Freiberger Bergbau erschlossen. Der Dörnthaler Kunstgraben ist aufgrund seiner Bedeutung für die Rohwasserüberleitung komplett mit Betonplatten abgedeckt.