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02.07.2024

Sanierung des Althammers der Saigerhütte Grünthal auf der Zielgeraden

Olbernhau-Grünthal. Wer die Stadt Olbernhau besucht, sollte ihn sich nicht entgehen lassen: den Althammer in der Saigerhütte Grünthal – ein Stück Welterbe in Olbernhau. Der älteste funktionstüchtige Kupferhammer Europas, 1537 erbaut und seit 1961 Museum, gehört seit 2019 zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krusnohorí. Zudem zählt der Althammer, in dem bis 1914 Buntmetall verarbeitet worden ist, zu den wenigen der ehemals zahlreichen sächsischen Hammerwerke, die bis heute funktionsfähig erhalten geblieben sind. Damit diese Funktionsfähigkeit auch in Zukunft sichergestellt ist, werden Teile des Hammertechnik und der Bausubstanz seit Herbst 2023 umfangreich saniert.

Laut dem Olbernhauer Bauamtsleiter Stefan Procksch seien zunächst Beschädigungen an der in die Jahre gekommenen hölzernen Hammertechnik entdeckt worden. War ursprünglich die Erneuerung von zwei Wasserrädern, zweier Wasserradwellen sowie eines Wasserkastens vorgesehen, hat sich der Umfang der Sanierungsarbeiten nach der Demontage der betroffenen Bauteile immens vergrößert. "Erst da hatten wir freie Sicht auf die dahinterliegenden Natursteinmauern," erklärt Stefan Procksch. Auch dort seien Beschädigungen festgestellt worden, die eine Sanierung erforderlich machten.

In den zurückliegenden Wochen mussten daher die westliche Außenwand des Althammers und Teile der Mauer des Wassergrabens erneuert werden. Als umfangreichste Aufgabe erwies sich allerdings die Sanierung des Gewölbes über dem Lager des kleineren der beiden Wasserräder. Dieses wurde komplett heruntergebrochen und anschließend neu aufgebaut.

Nach Abschluss dieser Baumaßnahmen erfolgt nun der Einbau der neuen Hammertechnik. Als erstes Bauteil wurde die kleinere von zwei Wasserradwellen angeliefert, die von Mitarbeitern eines Muldaer Mühlenbauunternehmens auch umgehend eingebaut worden ist. Die aus einem Eichenstamm gefertigte Welle wiegt rund eine Tonne bei einer Länge von knapp vier Metern. "An ihr wird das kleine Wasserrad montiert, welches für den Antrieb des Kastengebläses für das Schmiedefeuer sorgt", erklärt Museumsdirektor Lasse Eggers.

In den vergangenen Tagen wurde das kleine Wasserrad montiert und auch die große Welle – für den Antrieb des Hammerwerks – angeliefert. Die Anlieferung und das „Einfädeln“ der 10m langen und schätzungsweise 5 Tonnen schweren Welle gelang den Spezialisten aus Mulda in beeindruckender Geschwindigkeit. Nun steht noch die Montage von Wasserrad und Welle sowie des Wasserkastens an.

Unter Zuhilfenahme von Mitteln aus zwei sächsischen Förderprogrammen sowie Fördermitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien hat die Stadt Olbernhau rund 320.000 Euro in die jetzige Sanierung des Althammers investiert. Das Hammergestell, an dem die drei Hämmer befestigt sind, war bereits vor wenigen Jahren saniert worden.

Das nächste Highlight steht schon an: Die erneuerte Hammertechnik wird zum Finale des Grünthaler Sommers „Welterbe in Flammen mit Museumsnacht“ von der Firma Skyline spektakulär angestrahlt und von den Museumsmitarbeitern vorgeführt. Der Museumseintritt wird bereits im Eintritt zum Musik und Lichtevent enthalten sein so Lasse Eggers.

Quelle: Museen der Stadt Olbernhau im Regiebetrieb Kultur & Tourismus