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17.06.2024

Die Vortragsreihe „Studium Generale – „Alles kommt vom Bergwerk her“ des Fördervereins Himmelfahrt Fundgrube Freiberg/Sachsen e.V. / TU Bergakademie Freiberg versucht, die 860-jährige Freiberger Bergbau- und Hüttengeschichte näher erschließen und dabei auch einen intensiven Blick auf andere Bergbaureviere werfen, so wie auch der Freiberger Bergbau in einer ständigen Wechselbeziehung zu anderen Regionen gestanden hat. Sie läuft jeden zweiten Mittwoch im Monat 18 Uhr im Alten Fördermaschinenhaus des berühmten Silberbergwerkes „Reiche Zeche“.

Studium Generale | TU Bergakademie Freiberg (tu-freiberg.de)

Am 12. Juni fand nun eine weitere Veranstaltung statt, Steve Ittershagen, Geschäftsführer des Welterbevereins, referierte zur Thematik “Der Welterbeverein – Aufgaben, Management, Förderungen, Welterbe-Besucherzentren”.

Ittershagen blickte eingangs auf die anspruchsvolle wie komplizierte Arbeit zum Erreichen des Welterbetitels überhaupt in 2019 zurück und konstatierte: ”Das Welterbe wirkt inzwischen in Politik und Wirtschaft!”

In den 17 sächsischen und 5 tschechischen Welterbestandteilen seien viele Bürger täglich mit viel Engagement dabei, ihren historischen Punkt bestmöglich zu präsentieren und weiter zu entwickeln. Dafür sei natürlich stets Geld notwendig, der Welterbeverein bemühe sich permanent, da nicht locker zu lassen. Ein sehr praktisches Mittel sei dafür der Kleinprojektefonds, erst kürzlich konnte dafür der 1.000.000. Euro zur Verfügung gestellt werden. Steve Ittershagen ging des Weiteren auf Themen wie Jugendpreis,  European Heritage Volunteers (2024 in der Papiermühle Niederzwönitz), die Unterstützung durch MP Michael Kretschmer, Lehrerweiterbildung und die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in der Tschechischen Republik ein.  Ein weiterer Punkt waren in die geplanten Welterbezentren in Freiberg, Marienberg, Annaberg, Schneeberg, Joachimsthal (Jachymov) sowie Graupen (Krupka). “Das alles haben wir uns einfacher vorgestellt. In Deutschland braucht alles lange. Was Freiberg betrifft, denke ich mal defensiv, das wird wohl nicht vor 2030 in der Fertigstellung”, so Ittershagen. Ein aufkommendes Problem sei die zu erwartende optische Verschandelung von Welterbe-Bergbaulandschaften durch überdimensionierte Windkraftanlagen. Bis 2022 hatte gegen derartiges Ansinnen ja noch der Naturpark Erzgebirge/Vogtland  “Schutz” gegeben.

Im Anschluss entspann sich noch eine interessante, von Erich Fritz (Förderverein) souverän moderierte, Fragerunde zur genannten Windmühlenproblematik, verschiedensten Aspekten des Welterbes und konkreten Objekten wie der Grube “Kurprinz”.

Übrigens wurde von den 30 Gästen mit Erstaunen registriert, dass der Welterbeverein nur mit einem Geschäftsführer und vier Mitarbeiterinnen die vergleichsweise große Materie managt. 

Geschäftsführer Steve Ittershagen schloss mit den Worten: “Mit der Montanregion Erzgebirge/Krusnehori haben wir eine einmalige Sache mit außergewöhnlichem universellem Wert – lasst uns sie bestmöglich präsentieren und der Nachwelt erhalten!”

Text: Steffen Ulbricht