07.04.2022

Die konstante Zuführung von Aufschlagwasser zu den technischen Anlagen von Berg- und Hüttenwerken war auch in der Montanregion Erzgebirge sehr wichtig. Mitte des 16. Jahrhunderts begann man, über Kanäle und Röschen Wasser aus dem oberen Erzgebirge in den Raum Freiberg zu bringen. Der berühmte Bergmeister Martin Planer entwickelte ab 1558 ein ausgeklügeltes System, um Wasser von Bächen und Teichen zu bündeln – die spätere Revierwasserlaufanstalt (RWA) Freiberg. Das System wurde immer weiter ausgebaut und perfektioniert, am Ende begann es grenznah bei Neuwernsdorf.

Die als technisches Denkmal geschützte Revierwasserlaufanstalt Freiberg ist Teil des UNESCO-Welterbes Montanregion; die Einzeldenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale der RWA Freiberg aufgeführt. Diese Einstufung würdigt insbesondere die Leistungen der Bergmaurer und Wasserbauer, welche sonst eher im Schatten der “klassischen” Berg- bzw. Hüttenleute stehen.

Eine Tour entlang der Revierwasserlaufanstalt ist gerade jetzt im April/Mai empfehlenswert, zumal die Flächen daneben sonst landwirtschaftlich genutzt werden und später kaum zugänglich sind. Dafür ist in der Gemarkung von Großhartmannsdorf bzw. Zethau der Bereich zwischen Schattenberg, Hofbusch, Unterem und Oberem Großhartmannsdorfer Teich besonders zu empfehlen. Zumal sich hier eine besondere Konzentration von Kunstgräben (zum Teil noch mit Holz abgedeckt), “Bauernbrücken”, Röschen mit Mundlöchern und natürlich den Kunst-Teichen zeigt. Als Ausgangspunkt kann man zum Beispiel den Parkplatz am Mayoratsgut Großhartmannsdorf wählen, von dort sind verschiedene Wanderrouten angezeigt.

Auf alle Fälle ist es auch ein schönes Erlebnis in der aufblühenden Natur – Glückauf!

 

Text: Steffen Ulbricht