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05.07.2021

Zwei Jahre Welterbe – Bilanz und Ausblick

Am 6. Juli 2019 waren überall im Erzgebirge Freudenrufe zu hören – die Montanregion wurde auf die Liste des UNESCO-Welterbe eingetragen. Der zweite Geburtstag dieses Ritterschlags wird nun gefeiert. Über 850 Jahre Bergbau brachten einzigartige Traditionen und wissenschaftliche Entwicklungen hervor.


Am 6. Juli 2019 waren überall im Erzgebirge Freudenrufe zu hören – die Montanregion wurde auf die Liste des UNESCO-Welterbe eingetragen. Der zweite Geburtstag dieses Ritterschlags wird nun gefeiert. Über 850 Jahre Bergbau brachten einzigartige Traditionen und wissenschaftliche Entwicklungen hervor. Die besondere Geschichte prägte Landschaft und Menschen im Erzgebirge – und ist zugleich Verpflichtung und Motivator.

Kleinprojektefonds: Breite Unterstützung für Welterbe-Aktive

„Wir werden diese Geschichte weiter schreiben – gemeinsam mit dem Tourismusverband Erzgebirge e. V. und vor allem mit den Kommunen und lokalen Vereinen.“ ist sich Steve Ittershagen, Geschäftsführer des Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V., sicher. Das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří umfasst 22 Bestandteile, davon 17 auf sächsischer und fünf auf böhmischer Seite. Die Welterberegion erstreckt sich im Erzgebirge über drei Landkreise, viele Gemeinden und zahlreiche Kilometer. Ittershagen ergänzt: „Nur mit Unterstützung der Kommunen, Vereine und engagierter Bewohner ist es möglich zu zeigen, wie vielfältig, spannend und lebendig das Welterbe ist.“ 

Eine der Hauptaufgaben für den Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V. ist es, diese Akteure zu fördern und zu unterstützen. Insgesamt 200.000 Euro stehen dafür 2021 im Vereinshaushalt für Kleinprojekte zur Verfügung. Vereine, Kommunen oder private Projektinitiativen können sich hierauf bewerben. Ziel des Förderprogramms ist es, Akteure vor Ort schnell und unkompliziert bei der Umsetzung von Projekten und Ideen zu unterstützen. Die Förderung kann ausschließlich für Projekte erfolgen, welche der Kommunikation, der Vermittlung, dem Erhalt und dem Schutz des UNESCO Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří dienen. Die Einzelförderung ist auf 2.000 Euro pro Projekt begrenzt. 

Das Antragsformular und die Förderrichtlinie können abgefordert werden unter: 

Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V.

kontakt@montanregion-erzgebirge.de, Tel. 03733 145350


Welterbe bedeutet Pflicht & Kür zugleich

Die Ernennung zum UNESCO-Welterbe bringt neben einem repräsentativen Titel auch Verpflichtungen mit sich. Eine dieser Pflichten ist es, durch ein regelmäßiges Monitoring Schutz und Erhalt der Welterbestätte sicher zu stellen. Das erste planmäßige Monitoring nach der Aufnahme in die Welterbeliste fand im Frühjahr 2021 durch den Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V. in Zusammenarbeit mit den lokalen Denkmalbehörden und der Sächsischen Welterbekoordination statt. In diesem Zuge wurden alle Welterbestandorte besucht und dokumentiert. Ziel des Monitorings ist es, umfassende und aktuelle Informationen über den Zustand des Welterbes zu erlangen – vor allem aber auch, mit den Akteuren und Verantwortlichen vor Ort in den Dialog zu treten. Die Berichte zum Monitoring werden durch den Welterbeverein verfasst und fließen in die Fortschreibung des Managementplans ein. Die Auftaktveranstaltung für die Fortschreibung findet am 5. Juli 2021 in Freiberg statt.

Wir leben im Welterbe und sind stolz darauf!
Im zweiten Jahr nach der Ernennung wurden zahlreiche Aktionen angeschoben und fertiggestellt.
Einwohner und Gäste können an immer mehr Stellen sehen, was das Erzgebirge einmalig macht und
warum es auf der Liste des UNESCO-Welterbe eingetragen wurde.

Geschäftsführer Ittershagen berichtet, was bisher geschah und noch auf dem Aufgabenzettel steht:
„Im Erzgebirgskreis sind bereits zwei Linienbusse der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH im Welterbe-Design unterwegs. Auch in Mittelsachsen sollen bald solche bunten Hingucker rollen. Die Webseite des Welterbevereins (www.montanregion-erzgebirge.de) befindet sich momentan in einem Relaunch, bei Facebook gibt es aktuelle Informationen rund um die Welterbe-Region (www.facebook.com/montanregion.erzgebirge.krusnohori). Eine einheitliche Beschilderung von
Altenberg im Osten bis Kirchberg im Westen lädt Interessierte ein, vor Ort noch mehr über die Welterbeobjekte zu erfahren.“

Vom Erzgebirge in die Welt – die Welt zu Gast im Erzgebirge
Die wissenschaftlichen Errungenschaften aus der Montanhistorie sind einer der Gründe, warum das Erzgebirge Welterbe wurde. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen nahmen von hier ihren Weg in Bergbauregionen weltweit. Erzgebirgische Bergleute waren gefragt – noch heute bildet die TU Bergakademie Freiberg Fachleute aus, die in die ganze Welt ausschwärmen. 

Die Montanregion ist aber auch bis heute ein Anziehungspunkt für Bergbau-Interessierte aus aller Welt. Im Sommer findet im Erzgebirge wieder ein internationales Freiwilligenprojekt statt. Jugendliche aus 10 Ländern werden im August 2021 am Markus-Röhling-Stolln in Frohnau im Einsatz sein, um unter Anleitung von Fachleuten denkmalpflegerische Arbeiten durchzuführen. Das Freiwilligenprojekt findet statt in Zusammenarbeit der Sächsischen Welterbekoordination, dem Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung, dem Verein European Heritage Volunteers, dem Verein Altbergbau „Markus-Röhling-Stolln“ Frohnau e. V. und dem Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V.


Zwei Jahre UNESCO-Welterbe aus Tourismusperspektive

Das Erzgebirge ist eine grenzüberschreitende Erlebnisregion, die sich durch wunderbare Natur und Landschaft auszeichnet.

Im Rahmen des Interreg-Projektes IVa „Glück auf Welterbe“ konnte das Image und die Bekanntheit der Montanregion in den letzten Jahren kontinuierlich vorangebracht und weiterentwickelt werden.

Mit einem sehr hohen Maß an Engagement seitens der touristischen Leistungsträger ist es gelungen, das Lebensgefühl der Menschen, die Region und die Traditionen emotional und authentisch zu vermitteln. Dabei entstanden sind beispielsweise Welterbe-Führungen in den Bergstädten Annaberg-Buchholz und Freiberg, besondere Wandertouren, wie die „Kleine Welterbetour“ bei Altenberg oder spezielle Hörstationen im Saigerhüttenkomplex in Olbernhau.

Das in diesem Jahr begonnene Projekt „Touristische Inwertsetzung UNESCO Welterbe“ hat zum Ziel, die touristischen Leistungsträger im Zuge einer Qualitätsinitiative in ihrer Arbeit zu unterstützen. Es gilt konkrete Handlungsempfehlungen zu erstellen, um die zahlreichen touristischen Angebote noch besser mit dem Thema UNESCO Welterbe zu verknüpfen und diese anschließend effektiver an den Gast zu kommunizieren. (Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.)

Im Rahmen des Teilprojektes „Touristische Erlebbarkeit“ wird ein virtueller Erlebnisguide erarbeitet, der sich am Verlauf der Ferienstraße „Silberstraße“ orientieren wird und die vielen spannenden Geschichten der Montanregion spielerisch vermittelt und Verbindungen zu anderen Welterbe-Bestandteilen in der Region schafft. Gäste sollen das Welterbe individuell und unabhängig von Öffnungszeiten entdecken und dabei ganz persönliche Erlebnisse kreieren können. Mithilfe einer virtuellen Hauptfigur bzw. Maskottchen wird der Guide insbesondere Familien ansprechen und dient zur Wissensvermittlung und Unterhaltung. In diesem Jahr wird der interaktive Erlebnisweg um die Haupterzählstandorte Annaberg-Buchholz und Schneeberg veröffentlicht, im nächsten Jahr folgen dann die beiden Städte Marienberg und Freiberg.

Kontakt & Informationen

Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V.

Kristin Hängekorb

Adam-Ries-Straße 16, 09456 Annaberg-Buchholz

Tel.: +49 (0) 3733 145352 oder +49 (0) 3731 4196102

haengekorb@montanregion-erzgebirge.de

Tourismusverband Erzgebirge e.V.

Projektmanagement Welterbe-Projekt

Daniela Mynett

Adam-Ries-Straße 16, 09456 Annaberg-Buchholz 

Tel.: +49 (0) 3733 188 000

www.erzgebirge-tourismus.de


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