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05.01.2021

Sanierung des Rothschönberger Stollns

Sanierung des Rothschönberger Stollns unter Freiberg zwischen Drei-Brüder-Schacht und Schacht Reiche Zeche hat mit bergtechnischen Arbeiten begonnen

Der Rothschönberger Stolln in der Bergbaulandschaft Freiberg ist Teil eines der größten und bedeutensten Wassermanagementsysteme in Europa. Der in den Jahren 1844 bis 1877 im Gegenortvortrieb aufgefahrene Stolln ist der tiefste und bedeutendste Entwässerungsstolln im Freiberger Revier. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt der über 50 km lange Stolln als längster unterirdischer Bau der Welt. Er entwässert bis in die Gegenwart Gruben um Halsbrücke, Großschirma, Freiberg und Brand-Erbisdorf. Durch das Jahrhunderthochwasser 2002 kam es zu starken Schäden am Stolln. Das Sächsische Oberbergamt informiert in einer aktuellen Veröffentlichung über die Baumaßnahmen die zur Sanierung derzeit unter Tage stattfinden:

 

Sanierung des Rothschönberger Stollns unter Freiberg zwischen Drei-Brüder-Schacht und Schacht Reiche Zeche hat mit bergtechnischen Arbeiten begonnen

Im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes begann bereits Mitte Oktober 2020 offiziell die letzte Phase der planmäßigen Sanierung des Rothschönberger Stollns. Ziel dieser Maßnahme ist es, den etwa 5,2 km langen Abschnitt unter der Stadt Freiberg zwischen dem Drei-Brüder-Schacht im Ortsteil Zug und dem Schacht Reiche Zeche des Forschungs- und Lehrbergwerkes der TU Bergakademie geotechnisch zu sanieren und seine Funktion als Wasserlösestolln abzusichern. Inzwischen sind erste bergtechnische Arbeiten am Drei-Brüder-Schacht und am Schacht Rote Grube im innerstädtischen Bereich Freibergs angelaufen.

Zur Vorbereitung dieser Sanierungsphase wurde von 2014 bis 2017 bereits der Drei-Brüder-Schacht in Zug rekonstruiert. Für die Dauer der Sanierungsarbeiten muss nun zunächst auch der Schacht Rote Grube am Roten Weg ertüchtigt und zum zentralen Zugangs-, Versorgungs- und Fluchtpunkt ausgebaut werden. Mit Schaffung dieses dritten Zugangspunktes zum Stolln werden für die bergtechnischen Arbeiten unter der Stadt die Anforderungen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes erfüllt und alle logistischen Voraussetzungen im Stolln, wie Stromversorgung, Bewetterung und Personen- bzw. Materialtransport, geschaffen. Hierfür wird die Schachtröhre zunächst komplett beräumt und saniert. Zudem wird der Schacht mit einer Trafostation für die ausreichende Stromversorgung und einer maschinellen Befahrungsanlage bis auf Niveau des Rotheschönberger Stollns ausgerüstet. Die Arbeiten am Schacht Rote Grube erfolgen unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Mit nennenswerten Beeinträchtigungen für die Bürger, den allgemeinen Verkehr und für den Betrieb des Busbahnhofes ist nicht zu rechnen. Parallel zu diesen Arbeiten am Schacht Rote Grube haben über den Drei-Brüder-Schacht bereits erste Sanierungsarbeiten im Stolln begonnen.

Mit der Planung der Sanierung und der Bauüberwachung wurde die G.U.B. Ingenieur AG beauftragt. Die Bauleistungen erbringt eine Bietergemeinschaft aus den Bergbauspezialfirmen TS Bau Jena GmbH und BST Freiberg GmbH & Co. KG. Dieser Verbund von Spezialunternehmen hat sich mit seinen einschlägigen Erfahrungen bei der Altbergbausanierung in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt.

Die Sanierung soll bis 2023 abgeschlossen werden. Sie wird finanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts. Insgesamt ist der Einsatz von rund 10 Mio. € vorgesehen, anteilig aus Mitteln der Aufbauhilfen Hochwasser 2013 und als Maßnahme zur Bewältigung langfristiger Bergbaufolgen.

 

Quelle: Medienservice Sachsen

Herausgeber: Sächsisches Oberbergamt

 

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