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24.04.2020

Leere Stühle & gedeckte Tische in Crottendorf

Erzgebirgische Gastronomen greifen Dresdner Idee auf und wollen Politik wachrütteln.

Gastronomen und Hoteliers aus dem Erzgebirge wollen an diesem Freitag (24.04.2020) auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen. Angelehnt an die Initiative „Leere Stühle“, die bereits in Dresden für Aufsehen gesorgt hat, soll ab 10 Uhr der Parkplatz am Crottendorfer Räucherkerzenland zur „Freiluftgaststätte“ ohne Gäste werden.

Die erzgebirgische Leere-Stühle-Aktion wird von Dominik Naumann von der Brauerei Zwönitz und Mirko Paul von der Crottendorfer Räucherkerzen GmbH initiiert. Sehr schnell allerdings fanden sich auch Mitstreiter. Und so werden wohl leere Stühle unter anderem auch aus Oberwiesenthal vom Hotel Jens Weißflog, vom Hotel K1 und Pension Fichtenhäusel angekarrt. Mit dabei ist auch die Köhlerhütte Fürstenbrunn und der Landgasthof Crottendorf.

Ausdrücklich betonen die Veranstalter, dass die Aktion offen ist und sich jeder Gastronom oder Hotelier daran beteiligen kann. Neben den leeren Stühlen sollen auch gedeckte Tische aufgestellt werden. Am Rande werden die anwesenden Gastronomen gern alle Fragen rund um ihre Situation und ihre Forderungen an die Politik beantworten. 

Mirko Paul, der geschäftsführende Gesellschafter der Crottendorfer Räucherkerzen GmbH:

„Das Problem kennt aktuell jeder in der Gastronomie. Es gibt keinen Tourismus mehr und deshalb ist alles zum Erliegen gekommen. Die Verluste, die bereits in den vergangenen Wochen entstanden sind, können wir nie und nimmer aufholen. Jeder Tag, den es länger dauert, ist verhängnisvoll. Was verloren ist, ist verloren. Wir brauchen dringend eine Perspektive.“

Dominik Naumann, Inhaber der Brauerei Zwönitz:

„Bei uns ist es nicht allein die Gastronomie. Mit den vielen abgesagten kleinen Veranstaltungen und großen Events ist auch der Bierabsatz massiv eingebrochen. Das Bier, was heute nicht vom Gast getrunken wird, werden wir auch im Herbst nicht verkaufen. Denn keiner trinkt dann die doppelte Menge. Wir brauchen Planungssicherheit. Zurzeit machen wir eine totale Blindfahrt, können uns auf unsere Erfahrungen nicht mehr verlassen. Normalerweise würden wir jetzt für die ganzen Sommerfeste vorproduzieren. Nun besteht die Gefahr, dass wir uns verkalkulieren und das zu viel gebraute Bier letztendlich im Abfluss landet.“

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