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14.09.2019

Emotionen reich an #erzklopfen zur Urkundenübergabe zur Titelverleihung UNESCO-Welterbe: Großer Sächsischer Bergmännischer Zapfenstreich krönt Fest „Glück Auf Welterbe“

Erzgebirge/Freiberg. Nun ist es amtlich besiegelt: Ministerpräsident Michael Kretschmer und Volker Uhlig, Landrat a.D. Vereinsvorsitzender des Welterbevereins, nahmen heute Abend im festlichen Lichterschein von 500 Grubenlichtern die Urkunde zur Titelverleihung „UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“ von Staatsministerin Michelle Müntefering vom Auswärtigen Amt des Bundes entgegen. Dem offiziellen Akt voran ging der Große Sächsische Bergmännische Zapfenstreich, der das große Fest „Glück auf Welterbe“ in der Silberstadt Freiberg krönte. Es ist ein ganz besonderes Zeremoniell, dass nur zu besonders feierlichen Ereignissen durchgeführt wird. Etwa 200 geladene Gäste und tausende Besucher wohnten dem in der Historie des Erzgebirges einmaligen Akt bei.

Bereits seit den Nachmittagsstunden glich das Zentrum Freibergs einem großen Festplatz. Auf der Welterbemeile rund um den Obermarkt präsentierten sich die 22 Bestandteile der Welterberegion - 17 deutsche und fünf tschechische – und zeigten anschaulich, was alle zum „UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“ dazu gehört. Denn nur alle 22 Bestandteile dieser großen grenzübergreifenden Region machen gemeinsam den einzigartigen universellen Wert für das Welterbe aus. Es zeigte sich: Das Spektrum an über- und untertägigen Stätten und Zeitzeugen ist groß und unterschiedlich gesellschaftlich, wissenschaftlich, kulturell, traditionell oder innovativ geprägt – aber alle eng mit der mehr als 800jährigen Bergbauhistorie verknüpft. "Auch wenn der aktive Bergbau vor mehr als fünf Jahrzehnten im Freiberger Revier eingestellt worden ist, so hat er aber über die Jahrhunderte unendlich viele Innovationen hervorgebracht, die das Leben auf der ganzen Welt erleichtern. Dafür steht Freiberg als Wissenschaftsstandort mit der ältesten montanwissenschaftlichen Universität der Welt. Mit ihrer jetzigen Ausrichtung als Ressourcen-Universität führt sie diesen Weg weiter. Darauf bin ich stolz. Der Titel wird uns helfen, unsere außergewöhnliche Geschichte in die Welt hinaus zu tragen. Wir freuen uns auf die zahlreichen Besucher der Silberstadt in den kommenden Jahren", freut sich Oberbürgermeister Sven Krüger.

 

Der Sächsische Ministerpräsident, Michael Kretschmer, war dabei, als Anfang Juli in Baku die positive Entscheidung für den UNESCO-Antrag der Erzgebirger fiel. Heute zeigte er sich noch einmal beeindruckt - von der Zeremonie heute aber auch von dem spürbaren Stolz der Erzgebirger: „Der Titel Unesco-Welterbe für das Erzgebirge ist zugleich Ehre, Anerkennung und Verpflichtung. Wir alle freuen uns immer noch riesig mit den Menschen im Erzgebirge und unseren tschechischen Freunden. Jetzt kommt es darauf an, mit diesem wertvollen Prädikat zu arbeiten und gemeinsam mit effizienten und wirksamen Strukturen etwas daraus zu machen. Wir sollten den Titel selbstverständlich für den Tourismus nutzen und neue Gäste für das Erzgebirge begeistern.“

 

Als sich heute in der Abenddämmerung der Zug der 500 Bergleute zum Großen Sächsischen Bergmännischen Zapfenstreich in Bewegung setzte, ging sicher vielen der Projektbefürworter, -unterstützer der langwierige Weg der fast 20jährigen Antragstellung durch den Kopf. Mehr als 1.000 Beteiligte haben in den Jahren das Vorhaben begleitet und unterstützt und setzten in der Region das Zeichen: Wir wollen Welterbe. Es war ein teils steiniger Weg, der sich gelohnt hat, sagt Volker Uhlig, Landrat a.d. und Vorsitzender des Welterbevereins: „Es ist noch immer unfassbar als Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in einer Weltliga mitzuspielen und neben der Freiheitsstatue und den Pyramiden von Gizeh genannt zu werden. In Baku hat sich bereits gezeigt, dass die Menschen der Region stolz sein können – stolz auf ihr Erbe, das ihnen aus Jahrhunderten mitgegeben wurde und stolz auf das, was sie selbst bis heute daraus gemacht haben und nun auf die Weltbühne gehoben haben. Heute hier beim großen Festakt in Freiberg fühlen wir uns einmal mehr bestätigt.“

 

Die offizielle Urkundenübergabe heute ist nicht der Schlusspunkt des Projektes „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“, vielmehr ist die Einschreibung in die Welterbeliste der UNESCO Ansporn, Anspruch und Verpflichtung, es weiter wachsen zu lassen und zu beleben. Es soll der Auftakt für die Aufnahme und Verstärkung einer nachhaltigen Entwicklung, Vermittlung und interkulturellen Verständigung sein. Es geht um die Verpflichtung, die Welterbestätte  grenzübergreifend zu schützen und den außergewöhnlichen universellen Wert für nachfolgende Generationen zu erhalten. Darüber hinaus bringt das Prädikat „UNESCO-Welterbe“ durch seinen hohen Bekanntheitsgrad und durch das weltweite Ansehen weitere positive Aspekte für das Erzgebirge mit sich. Aber bereits der Weg zum Welterbe mit all seinen Meilensteinen setzte in den vergangenen Jahren innerhalb der Region wichtige Impulse für die wirtschaftliche, touristische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung.

 

Mehr Material für Medien zum Thema finden Sie hier in der digitalen Pressemappe. Fotomaterial zur Veranstaltung steht ab Montag zum Download bereit.

 

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