Die Verpflichtung einer Welterbestätte

Mit der Aufnahme in die Welterbeliste verpflichtet sich der Vertragsstaat, die Welterbestätte dauerhaft zu schützen, zu erhalten und an zukünftige Generationen weiter zu vermitteln.

Nach der Aufnahme einer Stätte sind die Staaten verpflichtet, alle sechs Jahre über den Zustand der Stätten zu berichten (Monitoring), damit festgestellt werden kann, ob die Bedingungen für die Anerkennung als Welterbe weiterhin erfüllt sind. Zusätzliche rechtliche Verpflichtungen bestehen nicht. Für alle baulichen und planerischen Maßnahmen im Welterbe-Gebiet gilt allein nationales Denkmal-, Bau- und Planungsrecht. Bestehende Privatrechte und Besitztümer werden nicht angetastet. Nur bei größeren Eingriffen, die das Welterbe als Ganzes gefährden könnten, muss die UNESCO vorab informiert und ggf. um Zustimmung gebeten werden. Zahlreiche Beispiele (u.a. das Ozeaneum in Stralsund oder die Rhein-Seilbahn in Koblenz) belegen, dass moderne städtebauliche, infrastrukturelle und touristische Entwicklungen im Einklang mit dem Welterbe möglich sind.

Alle ausgewählten Bestandteile des Welterbe-Projekts Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří stehen bereits unter Denkmal- oder Naturschutz. Für eine optimale Vorbereitung bei der Objektauswahl im Hinblick auf lokale und regionale Wirtschafts- und Infrastrukturmaßnahmen sorgten die Umsetzungsstudien, die in Kooperation mit den Kommunen und Objekteigentümern erstellt und durch die regionalen Planungsverbände überprüft wurden. Zur Sicherung einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří wurde sowohl auf internationaler Ebene als auch auf regionaler Ebene entsprechenden Verwaltungsstellen eingerichtet.