Bereits im 16. Jahrhundert nutzten die Bergleute in ihrer Freizeit oder auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit ihre berufsbedingte Fähigkeit, Stein und Holz zu bearbeiten, um sich durch handwerkliche Tätigkeiten vor allem im Bereich der Holzschnitzerei ein zusätzliches bzw. neues Einkommen zu sichern.

Motive der bergmännischen Arbeitswelt, die Bergleute selbst oder auch besondere Ereignisse, wie z.B. das Weihnachtsfest, wurden dabei aufgegriffen und brachten so die einzigartige erzgebirgische Volkskunst hervor. Neben der Holzschnitzerei trat die Textilherstellung mit der Spitzenklöppelei, die Glasmalerei oder auch das Zinngießen hervor. Motive der bergmännischen Arbeits- und Lebenswelt beeinflussten darüber hinaus  die Entwicklung der Volksdichtung und der Volksmusik im Erzgebirge.

Von diesen vielfach bis heute lebendigen Traditionen und ihrer Geschichte zeugen nicht nur die bedeutenden volkskundlichen Sammlungen etwa des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg, des Museums für bergmännische Volkskunst in Schneeberg oder der Manufaktur der Träume in Annaberg, sondern vor allem auch die von Berg- und Hüttenknappschaften oder anderen Vereinen und Gruppen aufrecht erhaltenen und gepflegten Traditionen der Bergaufzüge, der Mettenschichten oder der Bergsänger.

Die aus dem Bergbau hervorgegangenen oder von ihm geprägten volkskundlichen Produkte, wie Bergmannsfiguren, Schwibbögen, Weihnachtsberge, Pyramiden, Buckelbergwerke, Räuchermänner und Nussknacker, gehören zu dem einzigartigen Brauchtum des Erzgebirges, das seinen jährlichen Höhepunkt zur Weihnachtszeit erreicht.

Bergmusikkorps
Erzgebirgisches Brauchtum
Erzgebirgisches Kunsthandwerk
Holzkunst im Reifendrehwerk in Seiffen