27.02.2015

Welterbe-Informationsveranstaltung in Oelsnitz/Erzgebirge:

Regionale Akteure beantworteten Fragen zum UNESCO-Welterbe-Projekt „Montanregion Erzgebirge“ – Neuer Imagefilm vorgestellt

Oelsnitz/Erzgebirge. Etwa 70 interessierte Bürger, Vertreter von Bergbau- und Kulturvereinen sowie Leistungsträger aus den Bereichen Tourismus, Wirtschaft und Kultur folgten der Einladung zur Welterbe-Informationsveranstaltung am Mittwochabend in das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge – einem der künftigen Welterbe-Bestandteile. Nach Altenberg war dies die zweite öffentliche Veranstaltung dieser Art im Erzgebirge, um mit den Menschen der Region ins Gespräch zu kommen und Fragen zum Projekt zu beantworten.

Prof. Dr. Helmuth Albrecht von der TU Bergakademie Freiberg betonte in seinem Beitrag, dass das Zusammenspiel aus 800 Jahren Bergbaugeschichte, der einmaligen Rohstoffvielfalt vom Silber bis hin zum Uran und den bis heute erhaltenen Sachzeugen sowie kulturellen Werten den „außergewöhnlichen universellen Wert" des Antrags begründen und das Erzgebirge welterbewürdig machen.

Die Aufnahme in die Welterbeliste ist aber nicht das Ende, sondern der Beginn eines Prozesses – unter diesem Motto präsentierte Matthias Voigt, Projektmanager bei der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, Möglichkeiten der Beteiligung am Welterbe-Projekt. Nur gemeinsam könne man Wertschöpfung sowohl in Wirtschaft und Tourismus, als auch in den Einrichtungen vor Ort erreichen. Eine Möglichkeit zur Mitarbeit und Mitgestaltung des Projektes bietet die Mitgliedschaft im Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V..

Vom Welterbetitel profitieren wird vor allem der Tourismus, unter anderem durch die Ansprache neuer Zielgruppen. Wie wichtig dafür das Thema Qualität ist, erläuterte Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge e.V.. Mit der Erfüllung von eigens dafür entwickelten Qualitätskriterien dürfen sich touristische Leistungsträger in Zukunft als „Welterbe-Gastgeber" bezeichnen. Die Auszeichnung wird Voraussetzung für die Einbeziehung in das künftige Welterbe-Marketing sein. Kriterien sind beispielsweise Mehrsprachigkeit, regelmäßige Öffnungszeiten und die Entwicklung von sogenannten „Welterbe-Angeboten". 

Die Gäste im Bergbaumuseum erlebten am Abend noch eine überraschende Premiere: Die Mitstreiter des Projektteams präsentierten den neuen Imagefilm zur Montanregion Erzgebirge, der in knapp vier Minuten einen zusammenfassenden Überblick über die verschiedenen Facetten der Welterbe-Nominierung gibt und durch interessante Perspektiven positive Emotionen wecken soll. Zu sehen ist der Film ab sofort bei YouTube oder unter www.montanregion-erzgebirge.de.

Weitere Welterbe-Informationsveranstaltungen sind geplant am 11. März (Marienberg) und 25. März (Schneeberg) sowie am 23. April (Freiberg).

 

Hintergrund:

Das Erzgebirge befindet sich auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe. Drei Landkreise sowie 35 Städte und Gemeinden haben sich aufgemacht, um für die Region das begehrte UNESCO-Siegel im Jahr 2016 zu erlangen. Der Status „UNESCO-Welterbe" wird nicht nur das einzigartige materielle Erbe aus über acht Jahrhunderten Bergbaugeschichte und die damit einhergehende regionale Identität der Menschen würdigen und bewahren. Der Welterbetitel wird durch seinen hohen Bekanntheitsgrad auch Impulse für die touristische Ausrichtung des Erzgebirges, für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes sowie für den kulturellen und grenzübergreifenden Austausch mit unseren tschechischen Nachbarn geben.

Um mit der Eintragung in die Welterbeliste Wertschöpfung zu erzielen, bedarf es zuvor der „Inwertsetzung" dieser Potenziale. Der Blick auf andere Welterbestätten zeigt, dass dies gelingt, wenn die Menschen der Region hinter „ihrem Welterbe" stehen. Dazu braucht es vor allem kreative Köpfe und viel Eigeninitiative aber auch das Bewusstsein, in einer Region leben zu dürfen, deren kulturelles Erbe für die gesamte Menschheit von außergewöhnlicher Bedeutung ist.

 

Ansprechpartner:

Voigt, Matthias

Telefon: 03733 145121

E-Mail: voigt@wfe-erzgebirge.de