30.04.2013

Welterbe-Antrag „Montanregion Erzgebirge“ geht in die Prüfungsphase

Am Nachmittag übergaben Volker Uhlig, Sprecher des Welterbekonvents Erzgebirge (WEK) und Landrat des Landkreises Mittelsachsen, Prof. Dr. Helmut Albrecht, Leiter der Welterbe-Projektgruppe der TU Bergakademie Freiberg sowie weitere Vertreter des WEK den Antragsband für die Eintragung der „Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři“ in die UNESCO-Welterbeliste an den zuständigen Staatsminister des Innern Markus Ulbig. Bis zur Sommerpause wird das Kabinett über den Antrag befinden.

„Die offizielle Übergabe der Nominierungsdokumentation an den Freistaat Sachsen erfüllt uns mit Stolz. Wir haben einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zum UNESCO Welterbe gemeistert.“, so Volker Uhlig. Eine positive Stellungnahme des Sächsischen Kabinetts vorausgesetzt wird der Antrag Mitte August dem Beauftragten der Kultusministerkonferenz vorgelegt sowie im Herbst dieses Jahres im UNESCO-Welterbezentrum in Paris zur formalen Vorprüfung abgegeben. Ziel des WEK ist es, den Welterbe-Antrag Anfang 2014 bei der UNESCO einzureichen. Die Entscheidung des Welterbekomitees wird im Sommer 2015 erwartet.

Das Antragswerk basiert auf 27 mit den betroffenen Kommunen bzw. Objekteigentümern erarbeiteten und bestätigten Umsetzungsstudien. Außerdem dient die vom WEK beschlossene und im Vorfeld der Antragsentscheidung aktualisierte Objektliste bestehend aus 44 nominierten Elementen mit ca. 500 Einzelobjekten als Grundlage und wird durch neun Elemente auf tschechischer Seite ergänzt. Der Antrag wurde nach Vorgabe der UNESCO-Richtlinien zur Durchführung des

Welterbe-Übereinkommens von der Welterbe-Projektgruppe an der TU Bergakademie Freiberg ausgearbeitet. Als Ergebnis von fast zehn Jahren Arbeit wurde er am 17. April 2013 in der 8. Sitzung des WEK verabschiedet.

Hintergrund

Die UNESCO setzt sich weltweit für den Schutz und Erhalt außerordentlicher Kulturleistungen und einzigartiger Naturphänomene „als gemeinsames Erbe aller Menschen“ ein. Grundlage für die UNESCO-Liste des Welterbes bildet die 1972 von der Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen verabschiedete Welterbekonvention. Die Trägerschaft für das UNESCO-Welterbe-Projekt „Montanregion Erzgebirge“ haben die drei Landkreise Erzgebirgskreis, Mittelsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie 35 Städte und Gemeinden (Welterbekonvent) übernommen.

Der Welterbe-Antrag umfasst fünf Bände mit annähernd 1300 Seiten, davon allein rund 800 Seiten Antragstext, eine umfangreiche Fotodokumentation und Kartenmaterial. Bestandteil ist außerdem ein Managementplan, der als Handlungsgrundlage für den Schutz und Erhalt sowie die Weiterentwicklung und Bekanntmachung der künftigen Welterbestätten dienen soll.