Der durch die Sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut von 1947 bis 1990 betriebene Uranerzbergbau im Westerzgebirge übertraf in Umfang und Auswirkungen alle bisherigen Bergbautätigkeiten im Erzgebirge. Das repräsentative Verwaltungszentrum der SDAG befand sich in Chemnitz.

Mehr als 1.800 Meter unter die Erde reicht die in der weltweit größten Uranerz-Lagerstätte ihrer Art gelegene Schachtanlage 371 bei Hartenstein. Über 73.000 t Uran wurden im zeitweise tiefsten Bergwerk Europas gefördert.

Nach 1990 wurde mit der Sanierung der großen landschaftsprägenden Halden des Uranerzbergbaus begonnen. Hiervon zeugt die Halde 366 in Aue.

Soziale Einrichtungen, wie das Bergarbeiterkrankenhaus Erlabrunn, entstanden im Zusammenhang mit dem Wismut-Bergbau im Westerzgebirge.

Wichtige Bestandteile und Objekte

Wismut-Hauptverwaltung Chemnitz

Die repräsentative Wismut-Hauptverwaltung in Chemnitz wurde 1954 im Rahmen der Umwandlung der Sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut zur Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) errichtet. Eine zentrale Rolle innerhalb dieses Zentrums besaßen die beiden monumentalen Hauptgebäude aus der Zeit des neoklassizistischen Stils. Das Gebäude Jagdschänkenstraße Nr. 50 dient als Verwaltungssitz der Bundesknappschaft. Das Objekt mit der Hausnummer 29 nutzt die Wismut GmbH als Sitz der Unternehmensleitung.

Schachtkomplex 371

Der Schachtkomplex 371 bei Bad Schlema ist eine der wenigen Uranerz-Bergbauanlagen der SDAG Wismut, die in großen Teilen erhalten geblieben ist. Die ab 1956 errichteten Tagesanlagen umfassen das Schachtgebäude mit 50 m hohem Stahl-Fördergerüst, das Maschinenhaus mit Fördermaschine und ein großes Funktions- und Verwaltungsgebäude. Der Bergbau in der weltweit größten Uranganglagerstätte erreichte eine Abbautiefe von mehr als 1.800 m. Die Schachtanlage, die bis zu 3.000 Personen beschäftigte, gehörte damit zeitweise zu den tiefsten Bergwerken Europas und lieferte bis 1990 mehr als 73.000 t Uran. Die Anlage beherbergt eine beachtenswerte lagerstättenkundliche Mineraliensammlung.

Bergarbeiterkrankenhaus Erlabrunn

Das Bergarbeiterkrankenhaus Erlabrunn steht stellvertretend für die sozialen Einrichtungen, welche im Kontext mit dem Uranerzbergbau im Westerzgebirge geschaffen wurden. Im Mai 1951 als erster Krankenhausneubau in der DDR eingeweiht, verdeutlicht es durch seine Größe die Intensität des Uranerzbergbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Zentrales Objekt ist das symmetrisch bogenförmige Hauptgebäude, das eine Länge von etwa 150 m besitzt. Das Bergarbeiterkrankenhaus dient heute als Akademisches Ausbildungskrankenhaus unter Trägerschaft der Kliniken Erlabrunn gGmbH.

Interaktive Karte

Informationen und Adressen

Kliniken Erlabrunn gGmbH

Am Märzenberg 1A
08359 Breitenbrunn

Telefon: +49 (0) 3773/60
E-Mail

www.erlabrunn.de

Wismut-Hauptverwaltung Chemnitz Wismut GmbH

Jagdschänkenstraße 29
09117 Chemnitz

Telefon: +49 (0) 371/8120-150
E-Mail

www.wismut.de