Die komplexe Wechselwirkung von Bergbau, Verhüttung, Infrastruktur und sozialen Strukturen ab dem 18. Jahrhundert verdeutlicht das Freiberger Nordrevier. Hier befindet sich die weltweit erste Hüttenanlage, in der großtechnisch das Amalgamierverfahren zur Silbergewinnung angewandt wurde. Von den sozialen Strukturen zeugen die Arbeiterhäuser und das Schlackenbad. Transportiert wurden die in der Hütte verarbeiteten Silbererze über einen Schifffahrtskanal (Erzkanal) vorrangig aus den nördlich gelegenen Bergwerken. Die beiden Kahnhebewerke dieses sogenannten Erzkanals gelten als die weltweit ersten Schiffshebewerke dieser Art.

Wichtige Bestandteile und Objekte

Hüttenkomplex Halsbrücke

Nach dem Ausbau zu Beginn des 17. Jahrhunderts entwickelte sich die Hüttenanlage Halsbrücke – neben Muldenhütten – zu einem der bedeutendsten Hüttenstandorte im Erzgebirge. Erstmalig wurden hier Silbererze durch das Verfahren der Amalgamation gewonnen. Eine weitere Besonderheit war die Einrichtung eines Heilbades unter Verwendung heißer Schlacken im Jahr 1804 (Schlackenbad). Zwischen 1888 und 1898 wurde zur Reduzierung von Hüttenrauchschäden ein 140 m hoher, bis heute erhaltener Schornstein erbaut (Hohe Esse), der lange Zeit als höchster Industrieschornstein der Welt galt. Erhalten sind auch vier historische Fachwerkgebäude für Hüttenarbeiter. Bis heute wird der traditionelle Hüttenbetrieb in Halsbrücke in verschiedenen Betrieben fortgesetzt.

Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln

Die Entstehung der Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln mit dem Einigkeiter Kunst- und Treibeschacht als Hauptschacht datiert auf das Jahr 1741. Mit einer Tiefe von 531 m war der Schacht lange Zeit der tiefste im Freiberger Revier. Die Grube Alte Hoffnung Gottes Erbstolln wurde als einzige Grube des Reviers noch bis zu ihrer Stilllegung 1939 weiterbetrieben. Noch im Zeitraum zwischen 1952 und 1959 kam es zur erneuten Aufwältigung von Grubenbauen. Auf dem Haldenplateau des Einigkeiter Schachtes befinden sich die ursprünglichen Tagesgebäude der Grube sowie das 1769 errichtete Huthaus, das Treibehaus, das Steigerhaus oder das Pulverhaus aus dem Jahr 1795.

Impressionen

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