Spätestens seit dem 13. Jahrhundert wurde in der Montanlandschaft Brand-Erbisdorf Silber abgebaut. So entstand das wichtigste Abbaugebiet des Freiberger Reviers. Zeitweise wurden hier mehr als 20% des gesamten sächsischen Silbers gefördert.

Umfangreiche Halden und Haldenzüge sowie zahlreiche bergmännische Tagesgebäude zeugen von der Bedeutung der Bergbaulandschaft. Stellvertretend für sie stehen die Anlagen vom Mendenschacht der Alten Mordgrube und vom Hörnigschacht der Grube Einigkeit. Zu den frühesten und ausgedehntesten Entwässerungsanlagen im Erzgebirge gehört der Thelersberger Stolln mit seinen mehr als 50 km Auffahrungen.

Die staatlich geförderte Ansiedlung einer Bergbaufolgeindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird am Beispiel des Elite-Automobilwerkes deutlich.

Wichtige Bestandteile und Objekte

Alte Mordgrube Fundgrube mit Junge Mordgrube Stehender

Der Bergbau im Gebiet um die Alte Mordgrube wurde im Jahr 1516 erstmals schriftlich erwähnt. Eine Belebung des Bergbaus erfolgte mit der Modernisierung der Grube im 19. Jahrhundert. 1896 wurde der Bergbau eingestellt. Zu den erhaltenen Tagesgebäuden gehören u.a. das Bethaus (1853), das Huthaus (um 1820), die Bergschmiede und das Treibehaus. Das Schachtgebäude fand 1906 eine neue Nutzung als Ausflugslokal „Zur Zugspitze“. Die Alte Mordgrube ist Teil eines Bergbaulehrpfades.

Untertägig sind – neben bergmännischen Abbauen – verschiedene Maschinenräume erhalten. Bedeutendstes technisches Denkmal ist die derzeit für die Öffentlichkeit unzugängliche, insgesamt etwa 17 m hohe Wassersäulenmaschine aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts.

Südlich des Mendenschachtes befindet sich der markante Haldenzug „Junge Mordgrube Stehender“.

Bergbaulandschaft Goldbachtal

Der bereits 1518 erwähnte Hörnigschacht wurde 1850 zusammen mit anderen Gruben zur Einigkeit Fundgrube zusammengeschlossen. Das 1837 erbaute Huthaus beherbergt heute das städtische Museum „Huthaus Einigkeit“ und ist Teil eines Bergbaulehrpfades.

Der um 1528 aufgenommene Thelersberger Erbstolln entwickelte sich zu einem der wichtigsten Entwässerungsstolln im Freiberger Südrevier. Die Länge des Stollns einschließlich seiner Nebenauffahrungen wird auf mehr als 50 km geschätzt. Das Mundloch des Thelersberger Stollns ist touristisch durch Wander- und Radwege erschlossen.

Elitewerke

Im Zusammenhang mit der planmäßigen Einstellung des Freiberger Bergbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es mit finanzieller Hilfe des sächsischen Staates zur Ansiedlung von Industriebetrieben in der Region. Das 1913 gegründete Elite-Fahrzeugwerk in Brand-Erbisdorf ist ein charakteristisches Beispiel einer solchen Bergbaufolgeindustrie. Gebaut wurden hier u.a. Kraftfahrzeuge, Fahrräder, Fahrzeugeinzelteile sowie Geräte für den Fahrzeugbau. Zeitweise waren über 600 Angestellte beschäftigt. Nach 1990 haben sich viele kleine und mittlere Unternehmen in diesem „Zeugnis der Industriearchitektur“ angesiedelt und zum Elite-Gewerbepark GmbH zusammengeschlossen.

Interaktive Karte

Informationen und Adressen

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Markt 1
09618 Brand-Erbisdorf

Telefon: +49 (0) 37322 / 3 20
E-Mail

www.brand-erbisdorf.de

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Montag08:00-12:00 Uhr
Dienstag08:00-12:00, 13:00-16:00 Uhr
Mittwochgeschlossen
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